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Wie mein Werk entstand

schrieb am 23.05.2018 - Buchvorstellung, Lebensgeschichte, Persönliches, Werbung - 1 Kommentar

Wie mein Werk entstand – aller Anfang ist schwer

Alles begann im zarten Alter von 33 Lenzen (lasse ich die Zeichen seit meinem 15. Lebensjahr außen vor), als ich unentschieden zwischen zwei Frauen „abstürzte“. Im Bewusstsein meiner Erlebnisse, die mich prägten, wollte ich einer von beiden durch die Abtreibung helfen und – half mir damit selbst. In der Zusammenfassung eines Prügelerlebnisses (in dem die Seele gespalten wurde), der deshalb im Nachgang möglich gewordenen Seelenwanderung sowie den Ängsten aus dem Verlust eines nahen Angehörigen erwuchs der erste Teil meines Schriften um die Auflösung einer (von mir weder initiierten noch vorgenommenen) Abtreibung. Ein befreundeter Philosoph wurde in dieser Zeit mein Ansprechpartner und forderte von mir ein klares, philosophisches Denken. Was dem Philosophen am Ende logisch und nachvollziehbar erschien, war und blieb jedoch einem Psychologen ein Rätsel. Denn der befreundete „Seelendoktor“ hinterfragte meine Schriften etwa mit den Worten: „Was hat er sich denn da ausgedacht? Was für ein Quatsch ist das denn?“ Für mich wurden seine Zweifel indes zum Antrieb, meine Überlegungen in Literatur, Religionen und Märchen zu überprüfen.

Wie mein Werk entstand – das „zweite Standbein“

Eine zweite „Auflösungsschiene“ war die Sage(n) vom versunkenen Schloss. Eine mutmaßliche Nonne wurde aus einem Kloster entführt und über Jahre vergewaltigt. Mutmaßlich gebahr sie ihrem Peiniger sogar noch Kinder. Nach ihrem Prozess des Erkennens starb sie dann wohl neben ihm und lächelte im Tode (weil erlöst). Dagegen dürfte er sich dem himmlischen Gericht (so mutmaßlich erkennbar für die Beobachter damals), in abwehrender Haltung zu entziehen, versucht haben. Das Geschehene hat die Menschen in der mündlichen Überlieferung inspiriert, von einem göttlichen Bestrafung des Ritters zu sprechen, was umgekehrt den Prozess der Frau um Erkenntnisse zur Folge gehabt haben muss. Für mich wurde auch diese Arbeit zu einer Auseinandersetzung mit eigener Geschichte, nämlich zu einer um Überforderung. Auf diese Weise jedoch wurde ich vollständig von Belastungen befreit und konnte sodann als Märtyrer um die Abtreibung und Meister um sexuelle Erlebnisse (nur Letzteres wie bei Buddha), breitest aufgestellt, an Literatur, Märchen und Religionen herangehen.

Wie mein Werk entstand – die Berührung mit Literatur

In der Schule mit Literatur in Berührung gekommen, analysierte ich die Schriften Hesses, nachfolgend die Goethes. Ich wurde fündig zum Seelenentscheid zwischen Mystik und Schamanentum in Hesses „Steppenwolf“ und sodann in Goethes „Faust„. Goethe legte im Übrigen seine Schlüsselerlebnisse im „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ dar, während die Auflösung dem „Faust“ vorbehalten blieb. Auch sein Faust nötigte zur Abtreibung und musste diese anschließend selbst auflösen. Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ offenbarte dasselbe Geheimnis und beide zeigten mir weitere Quellen auf. Goethe wies auf Hafis und Rumi, Nietzsche auf den Religionsstifter Zarathustra. Nicht zu erwähnen werden braucht, dass Hesse Goethe verehrte (wie das auch Nietzsche formulierte) und Hesses Lieblingsphilosoph Nietzsche hieß. Mystiker und Meister „erkennen“ eben einander. Den dreien damals wohl unbekannt, eröffnete sich mir zudem das „Tatoteking“ des Laotse, welches inzwischen in einer sinnvollen Übersetzung des Mystikers Erwin Rousselle vorliegt. Dante drängte sich des Weiteren auf, Hermes Trismegistos musste gelesen werden und über Meister Eckharts Überlegungen zu den Meisterschaftsstufen bei Augustinus gelangte ich schließlich zu dessen „Bekenntnissen“. Schon das unqualifizierte Kauderwelsch des niederen Meisters Eckhart hatte mir offenbart, dass Augustinus ein Rätselmeister gewesen sein musste, eine Annahme, die sich schließlich bestätigte. wesentliche Ergebnisse präsentierte ich im Übrigen in einer Arbeit für den Falter. In einer Installation mit schließlich einem Literaturtempel (Rest noch vorhanden) stellte ich Bilder und Überlegungen zur Literatur und die Auswirkungen auf die Hinterlassenschaften der Religionsstifter ein.

Wie mein Werk entstand

Die Himmelsleiter, eine Arbeit für den Falter

Wie mein  Werk entstand – Märchen, Sagen und Religionen

Selbstredend spiegelt das Vorhergesagte nur den ungefähren Ablauf wieder, weil es neben den Schriften der großen Mystiker Weiteres zu entdecken gab. So empfahl mir eine Bekannte, weil sie es sich wünschte: „Mach doch mal was mit Märchen, wenn Dich Sagen interessieren“.  Habe ich auch gemacht und wurde erneut fündig. Ich entdeckte, dass die einfachen Menschen aus dem Volk, ohne Bildung, diesen Weg für sich aufgetan hatten, Einsichten und Weisheiten weiterzugeben. Clarissa Pinkola Estes, Psychologin und Autorin von „Die Wolfsfrau“, hatte Unrecht, als sie meinte, die Brüder Grimm hätten Mystik aus den Märchen entfernt. Sie verstand nur nicht, dass Märchen Berichte über den Erwerb von göttlicher Selbsterkenntnis zum Inhalt haben. Auf solcherlei Arten von Einsichten hatte Estes keinen Zugriff. Und Robert Bly offenbarte überdies in „Der Eisenhans“, wiederum einem Märchen aus der Sammlung der Grimms, dass er ebenso wenig von göttlicher Selbsterkenntnis und göttlicher Erkenntnis verstanden hatte. Beide amerikanische Autoren hatten jedoch über Jahre dafür gesorgt, dass ich um Märchen zunächst einen Bogen geschlagen hatte, bis mich meine Bekannte freundlich, aber bestimmt, dazu aufforderte.

Die Religionen kamen mir natürlich zwischendurch immer wieder unter. Hier zeigte der Abgleich mit Literaten und Märchenerzählern, dass die Stifter nicht alle ihre Erlebnisse verstanden hatten oder ordentlich aufarbeiteten, dass sie zudem den Wert ihrer Erkenntnisse nicht einzuschätzen wussten und deshalb persönliche Offenbarungen verallgemeinerten. Am Ende hielten sie sich noch in fataler Selbstüberschätzung für besonders erwählt. Aus heutiger Sicht empfehle ich daher dringend, sich des Salms der Religionsstifter nur dann anzunehmen, wenn man menschlich, sittlich und moralisch dazu gefestigt ist.

Wie mein Werk entstand – Dinge finden zueinander

Meine Einsichten und Erkenntnisse nahmen über 25 Jahre stringenter Arbeit stetig zu, Gründe immer erneuter Überarbeitungen. So gab es zu Beginn nur eigene Überlegungen, dazu Blicke auf wenige Religionsstifter und kaum Literaten sowie die Sagenauflösung. Inzwischen sind es vier Bücher einer „Wahren Tetralogie“: „Mystisches Deutschland“ beschäftigt sich mit Märchen und Sagen, „“Lebenssinn und Weisheit“ mit überwiegend europäischen Literaten und ausgesuchten Religionsstiftern,  „Grundstrukturen der Religionen“ mit allen Glaubenslehren und „Die Reise in die Seele“ dient nicht nur der Hilfe, sondern ist zugleich ein Nachweis über die eigenen Wege. Lesen Sie also, was auch Sie (psychisch) gesund machen kann, meine Umschau über Märchen, Sagen, Religionen, Literatur und eigene Wege. Alle Bücher gibt es übrigens bei AMAZON.

Soweit man sich im Weiteren über „meine“ Stadtgeschichte wundern mag: Sie ist Ausfluss der Beschäftigung mit den Sage(n). Ich wollte wissen, ob und wie diese zur Stadtgeschichte „passen“. Zudem wollte ich mich mit den Wikipedia-Lemmas und „Langenfeld im Wandel der Zeiten“ in die Geschichte einschreiben. Und neben vielfältiger Beratung und der Gründung der „Künstlergruppe Falter“ gedachte ich, mit Stadtkrimis meine Bekanntheit zu steigern, zugleich das Beziehungsgeflecht der großen Mystiker und deren Wissen vor- und rückwärts aufzuzeigen. Denn mit ihrer Hilfe betreibt sie (die große Mutter) ihre Politik. Lesen Sie hierzu meinen Stadtkrimi „Kruger und die Politik„. Zur Abrundung noch dieser letztgenannten Themen Laotse: „Hört ein hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend.“ – Wohl erkannt, mein alter chinesischer Freund.

Besser Wissen als Glauben

schrieb am 26.03.2018 - Allgemein, Lebenshilfe, Werbung - Noch keine Kommentare

Besser Wissen als Glauben war das Credo eines meiner alten Religionslehrer. Mit der Aussage dürfte sich jeder Mensch einverstanden erklären, denn was ich weiß und was ich deshalb nicht vermuten muss, beruhigt mich. So kann es mich tief befriedigen, an einem Punkt meines Lebens Zugang zu mir selbst und zu Gott gefunden zu haben. Das kann mir die Angst vor dem Leben und dem Tod nehmen, wenn ich zu mir selbst gefunden und eine persönliche Ansprache von Gott erfahren habe. Mag ich mich im Anschluss und nach vielen Jahren unbeschwerten Lebens dann, wie es Goethe im Faust formulierte, mit den Worten an den Himmel wenden: „Jungfrau, Mutter, Königin, bleibe (mir) gnädig“.

Stattdessen nicht zu wissen, was etwa mit meiner Seele nach dem Tod sein wird, kann mich durchaus verängstigen. Viele Menschen verdrängen daher den Gedanken an das eigene Ende und beschäftigen sich mit ihm erst, wenn sie mit schwerster Krankheit vor dem Ableben stehen. Viele können dann von ihrer Existenz nicht lassen, weil sie nicht wissen, was sie nach dem Tod erwarten wird. Ich habe schon Menschen stückweise sterben sehen, wenn ihnen Hände und Füße schwarz wurden, aber ein starkes Herz sie nicht sterben ließ, weil der Kopf nicht wollte.

Also: Besser Wissen als Glauben ! Doch wie stellt man das an? Was die meisten an den Religionsstiftern fasziniert, ist, dass sie mehr wussten als andere. Daher folgt man ihnen und glaubt an sie. Fraglich ist jedoch, ob sie tatsächlich von Gott besonders geliebt wurden und deshalb mehr erfahren durften als andere. Oder ob wir – als Menschen wie die Religionsstifter – womöglich mehr wissen könnten, als wir uns selbst zutrauen. Gemeinsam wüssten wir mit Sicherheit mehr über uns und das Leben, als die Religionsstifter. Oft fehlt es am Mut, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen, oder auch an einer richtigen Anleitung, in spirituellen Dingen strukturiert Wissen zu erwerben. Strukturiert im Übrigen deshalb, weil man am Ende mutmaßlich eigene Erkenntnisse mit den Einsichten anderer vergleichen und sich über deren Wert im Klaren werden möchte. Sprich: Man will für sich bewerten können, wo man mit dem eigenen Wissen im Kontext aller Erkenntnisse steht.

Besser Wissen als Glauben hat daher schon manchen Mitbürger auf den indischen Subkontinent verschlagen, weil er sich dort Anleitung von einem Kontemplationslehrer erhoffte. Das sind häufig weiß gewandete Herren, die – wohl nicht ganz zu Unrecht – als heilige Männer verehrt werden. Doch selbst diese verfügen nur über ein eingeschränktes Wissen. Den Spruchdichter Laotse regte das im alten China zu einer Einteilung in drei Meisterschaftsstufen an (hier in der Übersetzung von Erwin Rousselle): „Hört ein hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend. Hört ein mittlerer Meister von der Führerin des Alls, so nimmt er halb an, halb zweifelt er. Hört ein niederer Meister von der Führerin des Alls, so lacht er gewaltig. Würde er nicht lachen, wäre es auch nicht die eigentliche Führerin.“ Bedeutet im Übrigen für die meisten „indischen Heiligen“, dass sie als mittlere Meister betrachtet werden müssen, ganz wie Buddha, der von Gott als etwas unpersönlich Absolutem sprach. (Ein mittlerer Meister nähme nämlich halb an, halb zweifelte er, weil er Gott nicht schauen konnte. Niedere Meister erfahren ohnehin nur einen Richtspruch und ob der von Gott-Mann oder Gott-Frau kommt, hängt nur von der Grundauffassung ab.)

Goethe ließ daher in der Schüler-Mephistopheles-Szene im Studierzimmer (Faust, Teil 1, Beginn des Urfaust) Mephisto empfehlen, nicht irgendeine der bekannten Theologien zu studieren, sondern besser einem (wahren) Meister (also hohen Meister, Rätselmeister) zu folgen. (Siehe dazu auch den Artikel zum Thema Kontemplation.) Und damit nun zu einem Geheimnis: In Deutschland gab es schon viele „heilige“ Männer und Frauen, die mehr wussten als alle Religionsstifter zusammen, darunter etliche Dichter, Denker und Märchenerzähler. Besser Wissen als Glauben muss daher keine Reise nach Indien nach sich ziehen, zumal man mutmaßlich nur auf einen mittleren Meister träfe. Mehr Sinn macht es, sich hier umzusehen und (wahren) Meistern zu lauschen. Dazu darf ich Ihnen die Artikel diese Webseite sowie das Buchangebot des Betreibers dieser Webseite zur Lektüre empfehlen. Die Bücher gibt es übrigens sämtlich bei AMAZON.

Besser Wissen als Glauben mit der richtigen Lektüre

Bände 1-4 der „Wahren Tetralogie“ zu Märchen, Lebenssinn, Religionen und Lebenshilfen

Strukturierte Betrachtung der Religionen

schrieb am 10.12.2017 - Grundlagen zur Mystik, Philosophisches - 1 Kommentar

Nach vielen Einzelthemen wäre einmal hier die strukturierte Betrachtung der Religionen vonnöten. Dazu habe ich zunächst aufgelistet, was wir in welchen Lehren antreffen.

Strukturierte Betrachtung der Religionen

Die strukturierte Betrachtung bringt es an den Tag, bei welchen Lehren wir „veräppelt“ werden.

 

Die strukturierte Betrachtung der Religionen lässt zwei „Sorten“ von Glaubenslehren erkennen: Die älteren, wo alle mitmachen durften (oder noch immer dürfen), und jüngere, bei denen ein Religionsstifter (vermeintlich) alles wusste. Vorteil der älteren Lehren: Jeder kann (und sollte) sich selbst um Erkenntnisse bemühen. Nachteil: Das hemmt bei der Erforschung der Welt und beim Geldverdienen. Vorteil der jüngeren Lehren: Für ein bisschen Ritus braucht man sich um nichts zu kümmern. Nachteil: Das „Macht Euch die Welt untertan“ koppelt von sich selbst und vom Lebenssinn ab. Am Ende richtet das Kapital die Welt zugrunde, weil die Reichen in ihrer Maßlosigkeit nicht mehr zu stoppen sind.

Die einzige Möglichkeit, die Welt zu retten, besteht für mich deshalb darin, die unvollkommenen Lehren „wieder zu kassieren“. Das möchte ich unten näher erläutern. In der Gesamtschau und in der Betrachtung zur Sinnhaftigkeit hatten die jüngeren Lehren in meinen Augen lediglich eine beschleunigte Entwicklung der Menschheit binnen 2000 Jahren zur Folge. Sie machen aber im Angesicht des desolaten Zustandes des Planeten „Erde“ keinen Sinn mehr, denn sie besorgen uns eher den schnelleren Untergang, als dass sich Menschen hier seelisch vervollkommnen könnten.

Besehen wir uns die jüngeren Religionen näher, so fällt ins Auge, dass bei den Sekten (modernen Offenbarungslehren, vorwiegend aus den USA) Persönlichkeitsentwicklung unerwünscht ist. Kulturelle Leistungen in Märchen und Literatur sind ebenfalls nicht gewollt und Riten nur insoweit ein Thema, als dass diese spirituelle Inhalte vortäuschen sollen. In Wahrheit geht es nur darum, deren Anhänger wirtschaftlich auszubeuten. Im Judentum wartet man ab und hat seit Moses keinen Mystiker (oder von mir aus auch Schamanen) mehr vorzuweisen. Für eine, sich selbst als auserwähltes Volk betrachtende, Gemeinschaft ein wahres Armutszeugnis. Lediglich im Christentum und im Islam finden wir am Rande wieder Persönlichkeitsentwicklung vor, nämlich in der Literatur und – besonders in Deutschland – zusätzlich in Märchen (etwa der Brüder Grimm). Das hat andererseits die erfreuliche Konsequenz, dass man die Persönlichkeitsentwicklung der Religionsstifter mit denen der Literaten und Märchenerzähler vergleichen kann.

Mein alter Freund Laotse war zu seiner Zeit noch unverdorben von Glaubenslehren und konnte deshalb sehr strukturiert betrachten. Er schrieb vor 2500 Jahren, bevor die (aus heutiger Sicht) unseligen Religionsstifter auftraten, über verschiedene Stufen der mystischen Meisterschaft. Diesen Stufen kann man im Übrigen (und man konnte es auch damals) sehr gut die entsprechenden Schlüsselerlebnisse zuordnen. Niedere Meister bleiben ohne eigene Gottesoffenbarung und erhielten (etwa Mohammed und Moses) nur ein Gottesurteil (es geht hier um Täterprozesse). Mittlere Meister erkennen (aus sexuellen Leidensprozessen heraus) zumeist nur sich selbst als Teil eines mystischen Menschen und bleiben (so wie etwa Buddha) ebenfalls regelmäßig ohne Gottes-Anblick. Ausnahmen bilden die vermeintlichen Täter, die selbst eher Opfer denn Täter waren. Und nur die großen Mystiker erkennen Gott (im Traum sogar in Aktion) als Frau, verfügen damit über ein entsprechendes Gottesbild. Laotse revidierte allerdings sofort (ebenso wie Freund Dante in der „Göttlichen Komödie“) nachfolgend dieses Bild Gottes als Frau zugunsten einer Trinität aus Frau-Mann-Liebe, die sich hinter der Fraulichkeit verbirgt.

Was hilft uns die strukturierte Betrachtung der Religionen, was wäre zu tun? Zunächst einmal wären Judentum, Christentum und Islam als Offenbarungslehren dahin zu stellen, wohin sie gehören. Es wäre nämlich zu erklären, welche Erlebnisse die Stifter zu ihren Irrtümern veranlassten. Anschließend könnten alle Glaubensrichtungen, in denen die Entwicklung der Persönlichkeit gewünscht und zulässig ist, in das Gesamtkonzept aus Mystik (und Schamanentum) überführt werden. Zur Erklärung: Schamanen laufen ob ihrer negativen Schlüsselerlebnisse mit der Seele weg, Mystiker halten aus und entwickeln ihre Seele zum Zwecke göttlicher Aufnahme. Mit dem gemeinsamen Ansatz und mit der Einsicht in die Notwendigkeiten der Existenz für alle Menschen weltweit ließe sich der Planet aufräumen, ließe sich eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes realisieren und könnten sich mehr Menschen als heute göttliche Aufnahme verdienen. Vor diesem Hintergrund vermag ich denn im Übrigen nicht nachzuvollziehen, warum sich die Welt gegen die strukturierte Betrachtung der Religionen zur Wehr setzt, denn auch den Reichen hilft ihr Reichtum nicht, sie müssen sich um ihr Seelenheil selbst bemühen. Bücher zu den Themen finden Sie bei Amazon.

Dantes Leitfigur war Augustinus, nicht Vergil

schrieb am 22.11.2017 - Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Literatur - Noch keine Kommentare

Die These – Dantes Leitfigur war Augustinus, nicht Vergil – wird mutmaßlich zunächst einmal auf Kopfschütten stoßen. Schließlich kommt Augustinus in Dantes Werk „Göttliche Komödie“ als Leitfigur namentlich nicht vor. Dennoch gibt es nicht nur im dritten Teil namentliche Erwähnungen des Augustinus, sondern zuvor schon klare Hinweise auf den „Kirchenlehrer“, der an die Schwelle zwischen Altertum und Mittelalter lebte und zuletzt als Bischof in Hippo Regio (heute Annaba in Algerien) wirkte. Dante kannte natürlich die Mystik in dessen Werk, wie er im 12 Gesang zum Paradies dem Eingeweihten zu verstehen gab. Doch lassen wir dieses Rätsel außen vor und beschäftigen uns mit den auch Literaturwissenschaftlern verständlichen Textstellen.

Augustinus wurde für zwei Bücher berühmt. Zunächst zu nennen, sind die „Bekenntnisse“, in denen er nicht nur Position für das Christentum bezog, sondern sich dazu als Gott liebender Mystiker zu erkennen gab. Das zweite Werk heißt „Der Gottesstaat“ und zeichnet nach reichlich Kritik an bestehenden Systemen das Bild des von Augustinus erdachten idealen Gemeinwesens. Häufig überlesen wird jedoch, ich komme hier noch einmal auf die Bekenntnisse zurück, seine dort beschriebene Anderswelt-Reise , die bereits die erste Übereinstimmung mit Dante darstellt. Denn der Italiener hofft im ersten Gesang (Hölle), von der Lebensweise des Tieres errettet zu werden. Dafür erfährt er von einem berühmten Weisen, müsse er eine andere Reise vollführen (nicht irgendeine Reise antreten!). Im folgenden Gesang postuliert Dante schließlich: „Ich bin Äneas nicht, ich bin nicht Paulus,“ und nimmt damit meines Erachtens Bezug auf die beiden Werke des Augustinus.

Besehen wir uns das genauer: Äneas war der mythische Gründer Roms. Als dessen Lehrer wiederum verstand man Vergil. Dagegen wird man als spirituellen Lehrer des frühen Christentums Augustinus annehmen müssen. Wenn aber nun Vergil, weil Roms Lehrer für Geschichte und Landwirtschaft, als Leitfigur für eine Andersweltreise auszuscheiden hat, käme dafür nur der spirituelle Lehrer Augustinus in Betracht, der Dante durch die Hölle (zur Selbsterkenntnis) und durchs Fegefeuer (zu göttlicher Selbsterkenntnis) führte.  Den letzten Teil des Wegs zu göttlicher Erkenntnis verrät selbst Augustinus nicht, sodass dieser Teil der Reise von Dante tatsächlich ohne fremde Hilfe gemeistert werden musste.

Und weitere Gedanken aus dem Buch selbst heraus: Kurz bevor Dante von Vergil verlassen wird, wendet sich der Meister (20. Gesang, Fegefeuer) noch einmal an Dante und spricht: „Sei unbesorgt, weil ich dich führe“, und die Umherstehenden antworten: „Gloria in excelsis deo.“ Auch das weist deutlich auf einen Bischof, wie Augustinus, hin und nicht auf Vergil. Zumal der sich vorgeblich noch im übernächsten Gesang auslässt: „Jahrhunderte erneuern sich, Astrea kehrt, es kehrt die Urzeit wieder,“ (nämlich die Zeit ohne Religionen) „und niedersteigt ein neu Geschlecht vom Himmel“ (nämlich das der Rätselmeister). „Durch die ward Dichter ich, durch dich zum Christen.“ Noch einmal: Passt das zu Vergil?

Dantes Leitfigur war Augustinus, nicht Vergil

War Vergil Dantes Leitfigur zur Anderswelt?

Zur Anderweltsreise erfahren wir von Dante, dass es zunächst ein Spiralweg abwärts gewesen sei, anschließend ein Spiralweg aufwärts. Hier verweise ich auf meine Veröffentlichungen in „Die Reise in die Seele„, in denen ich diesen Eindruck in der gleichen Weise beschrieb. Die Seelenspaltung, der Traum mit Styx (Floßfahrttraum, das Himmelstor, Überlegungen zum Pantheismus, die himmlische Führerin, die Wesenheit in drei Personen, all das wird dem Leser meiner Werke (sowie dem Kenner von Goethes Faust, Teil 2) dann schließlich auch bei Dante bekannt erscheinen.

Man könnte die Ausarbeitung weiter fassen und noch mehr Details beleuchten. Es mag an dieser Stelle genügen. Mein Postulat jedenfalls – Dantes Leitfigur war Augustinus, nicht Vergil – dürfte in Anbetracht obiger Aussagen nachvollziehbar werden.

Bliebe an dieser Stelle lediglich, noch den Nachweis anzutreten, dass Augustinus als Leitfigur einer Andersweltreise getaugt hätte. Selbst dazu hatte ich früher bereits ausgeführt, nämlich in „17+4, Kruger und die Politik“ und zugleich die Beziehungen der Rätselmeister untereinander dargestellt. Ich nehme dazu einmal einige Überlegungen aus dem Werk (einem Gespräch darin) heraus:

„Dass es bei Augustinus ebenfalls um die Abtreibung ging, nachdem er selbst eine Frau schwängerte, ergibt sich im 4. Buch, 2. Kapitel. Die erste Prüfung ist für ihn sodann das Herausziehen der männlichen Seele, die er mit dem Tod eines namenlosen Freundes umschreibt. Der Tod der weiblichen Seele in Feuer und Qualm ereignet sich im 5. Buch im 9. Kapitel. Die Wiedergeburt der in Liebe verbundenen Seelenteile erfolgt dann im 7. Buch im 1. Kapitel. Die göttliche Aufnahme der Seele in den Schoss der Großen Mutter beschreibt Augustinus im 6. Buch im 5. Kapitel. In die gleiche Richtung gehen noch Erörterungen zu Pantheismus und Unio Mystica, die wir im 7. Buch, 1. Kapitel beschrieben finden. Im 9. Buch, 6. Kapitel, räumt Augustinus ein, dass er dem Drängen der Mutter nachgab. Im 9. Buch im 12. Kapitel, dass seine ‚Bekenntnisse‘ auslegungsfähig seien. Schließlich gesteht er unumwunden im 10. Buch im 29. Kapitel, dass er für Gott alles täte.“

Das sind einige kurze Notizen, das Gespräch enthält noch einige Details mehr, die hier ausgelassen sind. Aber noch einmal: Augustinus taugte zum Andersweltführer. Mithin möchte es fürderhin gelten: Dantes Leitfigur war Augustinus, nicht Vergil.

Für denjenigen, der mag, noch zur Vertiefung: Augustinus in der Beschreibung des Dante

Sie fanden nicht zueinander

schrieb am 24.10.2017 - Allgemein, Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Werbung - Noch keine Kommentare

Sie fanden nicht zueinander könnte über Goethes Faust, Nietzsches Zarathustra oder auch über meinem Werk und unseren Lesern stehen. Denn offenbar werden mystische Texte in ihrer Tiefe nicht verstanden. Wir wollen heute deshalb einen Leseversuch unternehmen mittels Nietzsches Kommentar zu Goethes Faust. Der Leser mag diesen bitte aufmerksam aufnehmen und dem Text mit Empathie begegnen. Damit zu Nietzsches Text:

„Die Faust-Idee. – eine kleine Näherin wird verführt und unglücklich gemacht; ein großer Gelehrter aller vier Fakultäten ist der Übeltäter. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein? Nein, gewiss nicht! Ohne die Beihilfe des leibhaftigen Teufels hätte es der große Gelehrte nicht zustande gebracht. – Sollte dies wirklich der größte deutsche >tragische Gedanke< sein, wie man unter Deutschen sagen hört? – Für Goethe war aber auch dieser Gedanke noch zu fürchterlich; sein mildes Herz konnte nicht umhin, die kleine Näherin, >die gute Seele, die nur einmal sich vergessen<, nach ihrem unfreiwilligen Tode in die Nähe der Heiligen zu versetzen; ja selbst den großen Gelehrten brachte er, durch einen Possen, der dem Teufel im entscheidenden Augenblick gespielt wird, noch zur rechten Zeit in den Himmel, ihn, >den guten Menschen< mit dem >dunklen Drange<: – dort im Himmel finden sich die Liebenden wieder. – Goethe sagt einmal, für das eigentlich Tragische sei die Natur zu konziliant gewesen.“

Wenn Sie den Text einmal aufnehmen, ohne an die üblichen (Vor-) Urteile über Nietzsche zu denken: Dann stimmen Sie mir womöglich zu, dass Nietzsche hier mit Einfühlungsvermögen sowie mit Verständnis und Nachsicht für das Handeln der Beteiligten formuliert. Schauen wir uns Nietzsches Statement daher etwas genauer an: Faust verführt mittels Einflusses des Teufels das Gretchen, die aus lauter Verzweiflung ihre Leibesfrucht abtreibt.  Faust sieht in der klassischer Walpurgisnacht die Reuende, ohne sie erreichen zu können. Sie ist zu den „Heiligen“ aufgestiegen. Die junge Frau wird nämlich ob ihrer Hinwendung in den Himmel aufgenommen (siehe dazu auch meine Ausarbeitung zu Faust, Teil 1). Der anschließend dem Humunkulus in der Phiole folgende Faust wird im zweiten Teil des Dramas selbst errettet (siehe auch hierzu meine Arbeit zu Faust, Teil 2). Dort seien die zwei (auf der Erde ungleichen) Liebenden wieder vereint, wobei die Qualität dieser Vereinigung offen bleibt. Denke ich an das Liebespaar, würde ich meinen, sie fanden nicht zueinander.

Zu schnell? Dann noch einmal: Eine Näherin treibt ab und stirbt „den kleinen Tod des Seelchens“ in der Walpurgisnacht, nimmt also den klassischen, alten Auflösungsweg. Faust folgt ihr auf ebenfalls klassischem Wege, der jedoch ein anderer als der des Gretchens ist. Er hat ja auch nicht abgetrieben, sondern gab nur die Veranlassung, weil er nämlich Gretchen mit ihrer Leibesfrucht sitzen ließ. Weil die Natur in dieser Sache zu konziliant sei, lässt Nietzsche Goethe anschließend konstatieren, bleibt die Tragik aus und verkehrt sich in ihr Gegenteil: Beide kommen in den Himmel. – Verlacht oder verhöhnt Nietzsche nun diese Vorstellung? Nein, er zeigt stattdessen Verständnis, weil er – wie man es im „Zarathustra“ nachlesen kann – selbst diesen Weg beschritt: „Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles am Weibe hat eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft“, oder an anderer Stelle: “ Selig ist der also Schwangere“, der damit selbst die Abtreibung auflösen und sich für diesen Weg einen „Homunkulus in der Phiole“ denken muss.

Nietzsche und Goethe verband das Wissen, dass die Abtreibung vor Gott-Frau straffrei ist und sich Frau und Mann für ihren Leiden, nämlich den kleinen Tod bevor sie sterben, göttliche Aufnahme verdienen können. Nietzsche sprach beim kleinen Tod, der von Gott geborenen Seele, von „Gott ist tot.“ Nietzsche war daher wie Goethe und etliche andere Literaten ein Mystiker. „Einen Rätselrater und Erlöser des Zufalls“ bezeichnete er sich selbst und meinte doch nur einen Rätselmeister, einen ihrer „Gotteskrieger„. Rätselmeister waren und sind Menschen, die nicht für eine Kirche oder sonst einen Menschen, sondern direkt und unmittelbar für Gott arbeiten. Manche kann man an ihrer Beschreibung des Auflösungsweges entdecken, manche andere machten mit ihrer Weisheit aus dem Auflösungsweg um die Abtreibung Politik. Sie fanden nicht zueinander, muss also keine unabänderliche Wendung des Schicksals bleiben, man kann auch Rätselmeistern (statt tumben Religionsstiftern) nachfolgen. Dann wird man im schlimmsten Falle nur wie ein Religionsstifter und kommt dennoch in den Himmel. Und wenn es gut läuft? Dann finden wir zueinander und verändern gemeinsam die Welt.

Sie fanden nicht zueinander - oder doch noch?

17+4 – Kruger & die Politik

Ein Hinweis noch in eigener Sache: Im Anschluss an meinem neuen Stadtkrimi  finden Sie im Kapitel 17 von „17+4 – Kruger und die Politik“, nach Enttarnung des Kirchenlehrers Augustinus, noch einen Abriss, wie Gott mit Rätselmeistern Einfluss nahm auf die Entwicklung der Menschheit. Dann wird schließlich auch die Kirche zu ihr und Augustinus noch zugestehen müssen: Sie fanden nicht zueinander.

Und zu guter Letzt noch zu meinem Buchangebot bei Amazon.

Freie Mystik und Atheismus

schrieb am 16.10.2017 - Lebenshilfe, Pamphlet, Philosophisches, Politik - Noch keine Kommentare

Nicht wenige halten Freie Mystik und Atheismus für (fast) dasselbe, weil sich beide gegen die Religionen richten. Doch haben Freie Mystik und Atheismus an dieser Stelle nur das Angriffsziel gemeinsam, nicht aber die Beweggründe für dieses Vorgehen. Besehen wir uns daher beide Strömungen näher.

Viele halten Mystik für einen Teil von Glaubenslehren. Das ist tatsächlich der Fall, wenn Religionen aus mystischen Überlegungen heraus entwickelt wurden. Manche folgern allerdings daraus, ohne Religionen könne Mystik nicht existieren. Das jedoch ist unrichtig, denn Mystik entsteht immer aus der persönlichen Hinwendung eines Menschen heraus zu Gott. Doch obwohl Mystik üblicherweise aus solcher Hinwendung heraus entwickelt wird, sinnvollerweise im Übrigen im Anschluss an einen Bewusstwerdungs- und einen Auflösungsprozess um persönliche Abhängigkeiten, kann Mystik zwischen Gott und den Menschen stehen. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Religionsstifter behauptete, er besäße alleinige Weisheit. Nur ihm nachzufolgen, verspräche, in den Himmel aufgenommen zu werden. Das jedoch bedeutet ein Abschneiden von eigener Erkenntnis und ist nicht das Ziel der Freien Mystik, weshalb sich diese gegen Religionen wenden muss. Selbstkritische Religionsstifter boten übrigens stattdessen parallel zur Nachfolge (etwa Buddha, Zarathustra) Schriften zur eigenen Vervollkommnung an, zeigten somit einen Weg zur Weisheit neben dem Gebet auf. Man mag sich daher bitte merken, dass die Freie Mystik die Hinwendung eines Menschen zu Gott bedeutet und zwar sinnvollerweise ohne Einflüsse von außen.

Atheismus (ohne Gott), so die Literatur zum Thema, bedeute die Ablehnung der Existenz Gottes sowie einer göttlichen Ordnung. Damit werde allerdings noch nicht per se der Unglaube postuliert. In diesem Zusammenhang etwa werden Anschauungen angeführt, die das unpersönlich Absolute im Buddhismus oder das Atman-Brahman in den älteren Upanishaden (Hinduismus) als Atheismus begreifen. Der Glaube könne sich zudem auf eine fiktive Gottheit beziehen. So proklamierte man während der Französischen Revolution den Glauben an eine Göttin der Vernunft, mit dem gleichfalls Sittlichkeit zu erreichen wäre. Nietzsche habe dann die Bejahung des vom Gottesglauben emanzipierten Daseins begründet. Und daneben schließlich existiere zu guter Letzt der kämpferische Atheismus, der jede Religion als für den Menschen schädliche Verirrung auffasse.

Freie Mystik und Atheismus

Als Beispiel für einen Atheisten ungeeignet

Sorry, aber mir geht beim Atheismus-Begriff zu viel durcheinander, weil schon die Beispiele nicht viel taugen. Der ältere Buddhismmus und die Upanishaden etwa haben zwar das unpersönlich Absolute gemein, doch nur, weil der von der Opferrolle in die Tätersicht wechselnde Adept Gott nicht schauen darf. Da macht auch das Vergewaltigungsopfer keine Ausnahme. Es darf stattdessen entscheiden, wiedergeboren zu werden oder zu verlöschen. Das, was das Opfer tatsächlich sieht, ist sich selbst als einen Teil eines mystischen Menschen. Das bedeutet jedoch nicht die Abwesenheit von Gott oder einer göttlichen Ordnung, sondern – im Gegenteil – bestätigt diese. Die Verwirrung wird komplett, wenn man Nietzsche als Atheisten missversteht. Im Zarathustra bekennt sich Nietzsche nämlich dazu, als Mann die Abtreibung aufgelöst zu haben (siehe auch die Beiträge zu Goethe, besonders zu Faust, Teil 2). Man sollte lesen können! Am Ende lässt er sich sogar dahingehend aus, wenn dann, nur mit Gott-Frau Kinder haben zu wollen. Was bitte hat das mit Atheismus zu tun? Selbst wenn sich Nietzsche ob seines Wegs in der Freien Mystik gegen Religionen wendet, ist er deshalb ein Atheist?

Nein Freunde. Freie Mystik und Atheismus haben nur das gleiche Angriffsziel, nämlich die Glaubenslehren. Weil diese Menschen von Erkenntnissen abschneiden, ja sogar von Gott selbst abschneiden. Religionen verhindern, dass Menschen in den Himmel kommen können, sie ebnen nicht den Weg. Nur weil ein Stifter um seine göttliche Aufnahme erfuhr, weiß er noch lange nicht, wie man das aus anderen Schlüsselerlebnissen heraus bewerkstelligt. Religionsstifter waren – nachweisbar – nur auf zumeist ein Erlebnis „geeicht“ und hätten besser die Fresse gehalten, als sich mit dicker Hose vors Publikum zu stellen, lassen wir die Schamanen unter ihnen einmal ganz außen vor. Das führt am Ende dann Freie Mystik und Atheismus zueinander: Die Erkenntnis, dass Religionen die Menschen in schädlicher Weise in die Verirrung leiten. Deswegen allerdings sind Freie Mystik und Atheismus (siehe auch die Beiträge zu Philosophie und Politik) noch immer nicht dasselbe. Meine Bücher bei Amazon.

Mysterien des Weltalls

schrieb am 11.10.2017 - Allgemein, Grundlagen zur Mystik, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Trotz des (zugegeben populär-) wissenschaftlichen Anspruchs bin ich ein großer Fan von Morgan Freemans Mysterien des Weltalls. Schließlich lässt sich mithilfe der Theorien der Astrophysiker prüfen, ob (unter anderem) meine Überlegungen zu Gott und der Welt haltbar sind oder nicht. Das mag nicht sofort einleuchten. Wie können astrophysikalische Überlegungen, dargelegt in der Fernsehreihe Mysterien des Weltalls,  mit mystischen Überlegungen in Einklang gebracht werden? Hilft es denn, zu wissen, ob es sich bei Newtons Gravitationsgesetz um ein eigenständiges Gesetz handelt oder die von Newton beschriebene Anziehung nur ein Teil der starken Wechselwirkung (starken Kernkraft) ist? Vordergründig eher weniger, doch werden zugleich immer wieder Gedanken der Physiker aus ihren Forschungen heraus zu Gott und Welt vorgestellt. Und das finde ich spannend.

Mysterien des Weltalls

Grundstrukturen der Religionen – Zwischen Mystik und Schamanentum

Um einmal kurz den strukturellen Ansatz aufzuzeigen: Religionen (als besonderes Forschungsobjekt hinsichtlich Gott und menschlicher Existenz) werden hier als ein Zusammenwirken von Mystik, Schamanentum, Okkultismus/Spiritismus, Philosophie und priesterlichen Riten verstanden. Mystik beschreibt dabei einen inneren Weg, Einsichten zu erlangen. Schamanismus, Okkultismus/Spiritismus und Philosophie sind dagegen äußere Wege zur Erkenntnis, wobei die Riten bereits aus logischen Gründen (Hokuspokus) unberücksichtigt bleiben können. Bei den verbliebenen drei äußeren Ansätzen taugt Schamanismus (der alte Ansatz zur Welterklärung wie etwa zu Beginn der Genesis), weil sich der Adept einsetzen, er nämlich mit der Seele reisen, muss. Okkultismus und Spiritismus kennen stattdessen nur die Geisterbefragung und sind damit für Unwahres anfälliger. In die Rubrik Philosophie schließlich (von Platon eingeführt) fallen neben Politik auch die Naturwissenschaften.

Wir kennen damit also einen inneren und zwei äußere Wege, Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei haben die Naturwissenschaften aufgrund ihrer Genauigkeit inzwischen das Schamanentum zur Beschreibung der Welt ablösen können. Nach wie vor ohne ein Pendant ist die Mystik. Deren Einsichten müssten deshalb umgekehrt für die Naturwissenschaften von Interesse sein, wenn man Gott und die Welt begreifen möchte. Einer „Astrophysik trifft Mystik“-Runde würde ich mich jedenfalls nicht verschließen wollen.

Ich gebe dazu noch ein Beispiel: Wir hatten einen Physik-Lehrer, der mit drei Linealen (wie im 3-D-Koordinatensystem gehalten) vor dem Bauch durch die Klasse talpte und postulierte: Weil er in seinem Koordinatensystem unbewegt sei, würden wir (die wir saßen) uns bewegen. Daraus folgerte er messerscharf, dass das Universum unendlich sei. Das ist natürlich Kappes. Für mich stellte sich das All damals (was dann zu einer unauflösbaren Diskussion führte) als der Inhalt eines Schuhkartons unter dem Bett eines kleinen Mädchens dar. So simpel würde ich das heute natürlich nicht mehr sehen wollen. Dennoch finde ich (vielleicht noch immer deswegen) den Ansatz manches Forschers spannend, das All in seiner Tiefe als eine eigentlich zweidimensionale Projektion zu betrachten, in das man von außen hineinsehen kann. Das würde natürlich eine „Welt am Draht“ bedeuten, um einmal an Fassbinders Fernsehfilm von 1973 zu erinnern. Andererseits ließe sich diese Projektion zugleich mit mystischen Einsichten um Gott und Seele vereinbaren, wobei „die Welt des kleinen Mädchens“ (als eine weitere Welt am Draht) ebenso zu betrachten wäre.

Lassen wir einen Teil der Spekulationen außen vor. Konzentrieren wir uns allein auf die durch alle Kulturen nachweisbaren Einsichten von Mystikern, bliebe genügend, es in einer astrophysikalischen Diskussion aufzuarbeiten. Ohne Mystik jedenfalls, das ist meine Überzeugung, lassen sie die Mysterien des Weltalls nicht erklären. Dazu am Rande notiert, wären dann auch mein Weg sowie meine Forschungen in Religionen, Literatur und Märchen zu Gott und der Welt sinnlos gewesen. Weitere Gedanken zum Thema finden Sie unter den Standpunkten zum Thema Wissenschaften.

Mystik ist kein Hexenwerk

schrieb am 09.07.2017 - Allgemein, Grundlagen zur Mystik - Noch keine Kommentare

Trotz manch gegenteiliger Auffassungen: Mystik ist kein Hexenwerk. Das gilt, selbst wenn Goethe im Faust zum Blocksberg zieht und Gott in vielen Traumoffenbarungen als Frau erscheint. Denn solche Gottes-Erlebnisse sind jeweils Teil bestimmter Prozesse, um die persönliche Lebensgeschichte aufzuarbeiten.

Gleich von mir dazu gefragt: Halten Sie es denn für schlecht, in einer Traumoffenbarung Gott als Frau zu sehen und daraus zu schließen, dass Gott eine Frau sei? – Vielleicht antworten Sie mir: Nein, aber Gott als Frau zu sehen kann doch nur Teil mancher Prozesse sein, nicht aller. Denn nicht alle Mystiker sprechen von Gott als einer Frau. Und dann nennen Sie mir Moses oder Mohammed als glorreiche Beispiele, dass Gott bei den großen Propheten doch eben ein Greis sei mit weißem Bart. Ein Mann, ausgestattet übrigens mit einem so üblen Mundgeruch, dass sogar Ton lebendig wird und wegläuft.

Dazu sage ich Ihnen: Mystik ist kein Hexenwerk und ein großer Prophet ist noch lange kein großer Mystiker. Ein Prophet war nur ein Licht an einem dunklen Ort und deshalb ist er meist zum Mittler zwischen Gott und den Menschen avanciert. Mystik entsteht nämlich, liebe Leser, in der Hinwendung eines jeden Menschen persönlich – und ohne Vermittlung – zu Gott.

Am Rande notiert: Wenn nun, wie in den Fällen von Moses oder Mohammed, ein Prophet zum Mittler zwischen Gott und den Menschen wurde, spricht das im Grunde für – Schamanismus. Denn Schamanen reisen mit ihrer Seele, um Welt- und Heilwissen zu erlangen. Bedeutet, dass Moses oder Mohammed neben mystischem Wissen um ihre Person auch schamanisch tätig wurden oder Schamanismus zuließen. (Bei Mohammed weiß man es, da er in einer Höhle mit einem Geistwesen kommunizierte. Bei Moses kann und darf man es bei den Gesetzestafeln vermuten, wenn es denn nicht eine Traumoffenbarung war, die ein geschickter Steinmetz in Tafeln umwandelte.) Im Übrigen und damit noch zur Randnotiz am Rande notiert: Wenn Schamanen „große“ genannt werden, dann reisen sie mit ihrer Seele zur Herrin der Tiere. Man beachte daher: Schon wieder Gott als Frau.

Mystik ist kein Hexenwerk

Laotse wie er auf dem Ochsen nach Westen in die Immigration reitet.

Man könnte sich nun Gedanken machen, warum Gott von den Propheten und nachfolgend in den Religionen regelmäßig als Mann dargestellt oder angesprochen wurde. Laotse, ein alter mystischer Großmeister aus China, ordnete dazu männliche Gottesbilder den niederen Meistern zu, ein diffuses Gottesbild den mittleren Meistern und nur den hohen Meistern ein Gottesbild von einer Führerin des Alls. Da niedere Meister nur ein Gottesurteil erfahren, können sie auch mit ihren überkommenen Anschauungen aus den Naturreligionen in ihren Erkenntnisprozess starten. Für sie bleibt am Ende mit nur dem Urteil über ihr Leben oder ihre Verfehlungen eh alles beim Alten. Die mittleren Meister dagegen lavieren herum, so wie man eben sexuelle Erlebnisse auflöst. Man wechselt dazu aus der Opfersicht in die Tätersicht oder umgekehrt. Alles korrekt, denn – richtig – Mystik ist kein Hexenwerk.

Fakt jedenfalls ist, dass nur große Mystiker Gott als Frau wahrnehmen. Und das wiederum, war schon angesprochen, ist die Parallele zum Schamanentum, wo auch nur große Schamanen es schaffen, mit ihrer Seele bis zur Herrin der Tiere zu reisen.

Bedeutet für Moses und Mohammed: Beide können keine großen Mystiker oder Schamanen gewesen sein, denn Mystik ist kein Hexenwerk. Des Weiteren darf festgestellt werden, waren beide ob ihres Gottesbildes nur niedere Meister. Von Moses ist niedere Meisterschaft bekannt, denn er tötete den ägyptischen Aufseher, der seinen Bruder übelst zurichtete. Dass er dennoch kein Mörder war, dafür setzte sich Mohammed ein, der dazu von irgendwoher beizusteuern wusste, dass Gott gern verzeiht. Nur wem und warum Gott verzeiht, ließ er offen. Wenn man sich dazu Täterprozesse und Ergebnisse bei Mördern betrachtet, bleibt nur die Tötung in Notwehr als Schlüsselerlebnis für den mystischen Prozess beider Herren übrig.

Daher dürfen wir uns freuen, dass laut Mohammed mit ihm, dem Siegel aller Propheten, denn auch Schluss sei mit den Schamanen-Vermittlern mit ihrem ungesunden Halbwissen. Eine richtig gute Nachricht für alle Mystiker und dafür danken wir ihm letztens Endes alle.

Ein Hinweis auf die literarische Auseinandersetzung mit Religionen, Märchen und Literaur bietet die Installation des Autors bei der Künstlergruppe Falter: Die Metaphysik-Literatur-Installation. Zudem erscheint in Kürze mit „17+4 – Kruger und die Politik“ ein Stadtkrimi zum Thema bis hinein in die göttliche Politik.

Bund mit Gott

schrieb am 20.02.2017 - Grundlagen zur Mystik, Literatur, Werbung - Noch keine Kommentare

Was bleibt aus Sicht der Mystik nach dem Ende der Religionen von Bündnissen mit Gott? Zunächst darf festgehalten sein, dass solche „Bündnisse“ allein aus der persönlichen Ansprache eines einzelnen Menschen zu Gott heraus erwachsen sein können. Einen Nachweis, dass ein ganzes Volk sich mit Gott verbündete, gibt es schon vom Grunde her nicht. Denn Bündnisse mit Gott resultieren aus der ganz persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenserfahrung (Schlüsselerlebnisse, Knotenpunkte des Lebens, Kindheitswunder) und nachfolgend Fragen an die eigene Existenz.

Zum alten Bund mit Gott: Mose erschlug einen Ägypter und wurde durch den brennenden Dornbusch von Gott angesprochen. Der Brand des Buschs (der nicht verbrennt) ist übrigens nur ein Symbol für ein Leidensfeuer. Die göttliche Ansprache des Moses erwuchs somit aus seiner persönlichen Hinwendung und zwar mit der Frage: Wie werde ich von Dir (Gott) für den Tod des Ägypters bestraft? Am Rande notiert, wird es trotz gegenteiliger Schilderung der Bibel kein Mord gewesen sein. Denn Mose erfuhr durch die Übermittlung der zehn Gebote (nach außen erkennbar) göttliche Gunst und Gnade. Grundsätzlich anders ergeht es Mördern, die mit der Erkenntnis aus dem Leiden kommen, wie viele Leben sie sich nichts zuschulden kommen lassen dürfen, um doch noch göttliche Aufnahme zu erfahren. Mehr an Einsichten gibt es nicht (weil sie sich von göttlicher Aufnahme weiter entfernt haben, als sie es ohne die Tötung getan hätten). Spricht also noch einmal für die Notwehr, ebenso die Einsicht des Mohammed, der Mose beisprang (offenbar aus eigener Anschauung) und von einer ihm zuteil gewordenen göttlichen Gunst und Gnade berichtete.

Schwieriger wird es mit der Ansprache zu Noah. Andererseits greift die Bibel diesbezüglich womöglich auf eine Schilderung aus dem Gilgamesch-Epos zurück. Zugleich kannten auch andere Kulturen die Erzählung, sodass hier vermutlich nur eine weit frühere mündliche Überlieferung adaptiert wurde. Die übrigen „Bündnisse mit Gott“ erfolgten zudem mit Schamanen, die sich ohnehin als Mittler zwischen Gott und den Menschen verstehen. Da macht Mohammed (Schamanentum wurde ihm von einem Onkel vorgehalten und er hatte Kontakt zu einem Geistwesen) ebensowenig eine Ausnahme wie der „Prophet Ezechiel“ im Buch Hesekiel, der gleichfalls zu Geistwesen (Cherubim) Kontakt unterhielt. Auch Jesus reiste schamanisch mit der Seele, war drei Tage mit der Freiseele ortsabwesend, bevor er vorgeblich „körperlich wiederauferstand“. Das hat zur Folge, dass sein Bund mit Gott ebenso wenig auf eine mystische Ansprache durch Gott, sondern allein auf sein schamanisches Selbstverständnis zurückgeht.

Bibel und Koran weisen somit lediglich auf je einen (schwachen) Bund mit Gott hin, der Rest ist (despektierlich gesprochen:) „Schamanenscheiße“. Am Rande notiert, ist aus den beiden Bündnissen allein mitzunehmen, dass sich ein Mensch wehren darf und für eine Tötung in Notwehr von Gott nicht bestraft wird. Als persönliche Einsicht wird dann offenbar weiter vermittelt, dass sich die Anfragenden für die Hinwendung zu Gott göttliche Aufnahme nach diesem Leben verdient haben. Auf ähnliche Einsichten lassen zudem Äußerungen Karls des Große oder solche von Meister Eckhart schließen. Und das ist für Werke, die sich der Entwicklung von Seele (Bibel, Koran) verschrieben haben, deutlich zu wenig. Kein Wunder also, dass die „dünne Erkenntnisbrühe“ mit schamanischen Seelenreisen aufgepeppt werden musste. Für seelische Entwicklung wäre im Übrigen zu empfehlen, statt der religiösen Werke auf die Märchensammlung der Brüder Grimm zuzugreifen. Die enthält nämlich eine zu einer Vielzahl an Erlebnissen die Auflösung begleitende Märchen, Anleitungen und Hilfen für weibliche und männliche Adepten, den Erkenntnisprozess zu bestehen. Die Grimms wussten im Übrigen auch, dass sie einen Bogen um schamanisches Märchengut schlugen, wie es die Erzählung „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ eindrücklich nachweist. Übrigens finden Sie Erläuterungen zu allen Schlüsselerlebnissen und Auflösungsprozessen in meinem Buch „Mystisches Deutschland„, zu erwerben bei Amazon.

Nehmen wir zum Schluss noch Hinduismus, Buddhismus und Jainismus mit in die Betrachtung hinein, bleibt, was einen „Bund mit Gott“ anbelangt, jeweils ein Erlebnis gegen die sexuelle Selbstbestimmung übrig. Die aus der Auflösung der Abtreibung ableitbaren Einsichten (siehe Goethes „Faust“ oder Nietzsches „Zarathustra“) fanden dagegen kaum oder keinen Eingang in die Lehren, selbst wenn Brahmanen einen gewollten Schwangerschaftsabbruch bis in den fünften Monat hinein für statthaft halten. Tiefere Erkenntnisse wie etwa die Dualität der Seele, die Notwendigkeit des Leidens und anderes „Geheimwissen“ aus einem „Bund mit Gott“ sind dagegen unzureichend oder gar nicht zu erkennen.

Inhalt des Faust Teil 2

schrieb am 20.02.2017 - Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Literatur - Noch keine Kommentare

Der Inhalt des Faust Teil 2 beschäftigt sich erneut mit der Auflösung der Abtreibung. Dieses Mal ist es Faust selbst, der Gretchen nachzuziehen hat. Er nutzt dazu eine erneute Initiation zum Wechsel auf die mystische Seite. Der Autor zum Wechsel:

Anaxagoras  (nach einer Pause feierlich)

Konnt’ ich bisher die Unterirdischen loben,
So wend’ ich mich in diesem Fall nach oben…
Du! droben ewig unveraltete,
Dreinamig-Dreigestaltete,
Dich ruf’ ich an bei meines Volkes Weh,
Diana, Luna, Hekate!
Du Brust-Erweiternde, im Tiefsten-Sinnige,
Du Ruhig-Scheinende, Gewaltsam-Innige,
Eröffne deiner Schatten grausen Schlund,
Die alte Macht sei ohne Zauber kund!

Nach Verlass auf die Manneskraft mit nachfolgendem Scheitern als Schamane darf nicht verwundern, dass sich Faust nun auf seine weibliche Seite einlassen will. Als erstes Erlebnis erfolgt deshalb das Herausziehen der männlichen Seele zum Ende des ersten Aktes. Dies, so Goethe, entwickelt sich in einem „alten Tempelbau“, was im Grunde den eigenen Körper bezeichnet. Heraus tritt der schöne Paris, die männliche Seele des Faust. Im anschließenden zweiten Akt finden wir Faust deshalb zunächst malad im Bett vor, weil ihn der Prozess ordentlich erschöpfte.

Inhalt des Faust Teil 2

Goethe, unbekannt geblieben als Rätselmeister

Die nun folgenden Szenen durchlebt Faust in den Frauenwelten, wobei ihm der getötete Fötus als „Homunculus in der Phiole“ zur Sinnbild und Leitstern des eigenen Strebens um Erkenntnisse wird. Ob Mummenschanz, griechische Götterwelt oder nochmals dem Versuch einer „Anbiederung (Kriegszug) an die Männerwelt“, Faust bleibt ein Weiterkommen zunächst verwehrt, weil er die weibliche Seele in sich zu entwickeln hat. Erst zur Mitte des fünften Aktes kann er schließlich Fortentwicklung vermelden. Im Rahmen der Grablegung wird ihm verbliebene weibliche Restseele ausgebrannt.

Zum Ende des fünften Aktes erfolgt dann mit der Wiederbeseelung (Dialog von Pater Seraphicus und den seligen Knaben von innen) das Ende des mystischen Erkenntnisprozesses, das Goethe zu einem Bittwort nutzt: „Jungfrau, Mutter, Königin bleibe gnädig“, mit anderen Worten: Gott-Frau, bleibe mir bitte gewogen. Damit wird klar, dass sich Faust schließlich ebenso erretten kann, wie es bereits Gretchen im ersten Teil für sich erfuhr.

Lassen wir den Autor zum Gang der Ereignisse und damit zum Inhalt des Faust Teil 2 noch einmal selbst zu Wort kommen:

 Sprich nur dich selbst aus, wird schon Rätsel sein (Selbsterkenntnis).
Versuch’ einmal dich innigst aufzulösen (Trennung der Seelenteile):
Dem frommen Manne nötig wie dem bösen (Kommentar überflüssig).
Dem ein Plastron, asketisch zu rapieren (Plastron=Brustpanzer, Rapieren = ausbeinen, bedeutet Herausziehen der männlichen Seele),
Kumpan dem andern, Tolles zu vollführen (Ausbrennen der weiblichen Seele),
Und beides nur, um Zeus zu amüsieren (für göttliche Aufnahme).

Das Resümmee zum Inhalt des Faust Teil 2: In beiden Teilen des Faust geht es um die Auflösung der Abtreibung, wobei beide Adepten für sich „Göttliche Aufnahme“ dank seelischer Entwicklung vermelden dürfen. Der Gang der Eireignisse ist bei Männern allerdings härter und deshalb mit mehr Erkenntnissen verbunden, weshalb nicht Faust allein Hohe Meisterschaft, sondern Rätselmeisterschaft vermelden darf.

Nachtrag: Gleiches wie für den Faust gilt für Friedrich Nietzsche und sein Buch „Also sprach Zarathustra“. Weiß man nicht, dass es um die Auflösung der Abtreibung geht, um tote, von Gott geborene Seelenkörper und im übertragenen Sinne getötete Gottesbilder, scheitert man mit der Interpretation hoffnungslos. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang zudem auf die Märchen „Der Trommler“ bei den Brüdern Grimm sowie „Die Schlange im brennden Wald“ und „Der Jüngling im Feuer und die drei goldenen Federn“ bei Johann Wilhelm Wolf. Zum Gesamtkomplex siehe auch „Die Wahre Tetralogie“, zur Übersetzung des Laotse und zum Taoteking. Daher noch einmal: Frage man doch jemand, der sich damit auskennt.