Die frohe Botschaft (Über Mose)

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Buch Exodus erzählt uns zu Beginn, dass Moses nach einem tätlichen Übergriff auf einen Bruder aus Rache den Täter, einen ägyptischen Arbeitsaufseher erschlug. Mit der weiteren Schilderung, dass sich Moses zuvor umgeschaut hätte, ob er von irgendwem dabei beobachtet würde, erweckt die Bibel überdies den Eindruck einer heimtückisch geplanten und eiskalt ausgeführten Tat. Da Moses andererseits nach dem „Mord“ zum Propheten berufen wurde, ließe sich aus dieser Berufung ableiten, dass ein Israeli (vor Gott) ungestraft töten dürfte und trotzdem (oder sogar deswegen) ein Prophet Jahwes werden könnte. Selbst wenn meine letzte Schlussfolgerung als überzogen abzulehnen wäre, bliebe der Gott der Juden nach Darstellung der Bibel ein solcher, der offensichtlich mit zweierlei Maß misst. Denn er unterscheidet in Juden/Israelis als gute Menschen und Andere (etwa Ägypter) als solche zweiter Klasse. Befragen wir statt der Bibel jedoch Täter heutiger Tage, erhalten wir zum Thema Mord eine ganz andere Antwort: Mörder erfahren nämlich in einer ehrlichen, von Reue geprägten Hinwendung zu Gott, wie viele Leben sie noch vor sich haben, in denen sie sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen dürfen. Auch der chinesische Mystiker Laotse konstatierte bereits vor 2.600 Jahren im 31. Spruch des Taoteking: „Wer sich am Menschenmord freut, der kann sein Ziel in der Welt nicht erreichen“, wobei natürlich das Ziel in der Welt seit alters her das Wissen um die göttliche Aufnahme der Seele ist. Diese nachprüfbaren Angaben sind damit erkennbar ein klarer Widerspruch zur Bibel mit ihrer Darstellung und Interpretation des Geschehens! Vor allem erscheint vor dem Hintergrund, sich über mehrere Leben bewähren zu müssen, die Berufung eines Mörders zum Propheten äußerst zweifelhaft.

Es spricht doch mehr dafür, dass Gott keinen Mörder berief, sondern jemanden, der eher das Opfer war. Lassen wir daher im Wissen um Moses Charakter unseren Vorstellungen freien Lauf, wird er nicht, wie es uns die Bibel weismachen will, auf den Ägypter zugegangen und diesen ohne Vorwarnung im Zorn erschlagen haben. Es ist vielmehr anzunehmen, dass Moses ihn zur Rede stellte, die beiden in Streit gerieten und Moses von dem Ägypter dabei ebenso „in die Mangel genommen“ wurde, wie zuvor sein Bruder. Der Gegner des späteren Propheten wird zudem jemand gewesen sein, der es in sich hatte. Denn dessen Aufgabe bestand darin, seine „Schutzbefohlenen“ bei Widerstand übel zuzurichten, ohne sie gleich ihrer Arbeitsfähigkeit zu berauben. Mit dieser Annahme zum Tathergang war Moses jedoch nie in Todesgefahr, war nie objektiv in einer Notwehrlage. Er war allein der Gefahr böser Verletzungen ausgesetzt und dazu in einer Situation, die er selbst herbeigeführt hatte. Es handelte sich somit nicht um Mord, auch nicht um Notwehr, sondern mutmaßlich um Putativnotwehr, weil er sich in einer objektiv nicht gegebenen Notwehrlage glaubte. Selbst ein Putativnotwehrexzess wäre denkbar, wenn er dabei noch die Grenzen der gebotenen Notwehr überschritt. Eine genauere Analyse können wir ohne nähere Informationen allerdings heutzutage nicht mehr vornehmen.

Da hat man den armen Kerl womöglich, nur damit er „cool“ dasteht, zum Mörder gestempelt, obwohl er irgendwie in Notwehr handelte. Deshalb sprang ihm schon im Altertum jemand zur Seite, der es wissen musste: Mohammed. Der Prophet des Islam erwähnt nämlich die Geschichte um Moses mehrfach im Koran. Er stellt an ihr beispielhaft Gottes Güte und Gnade heraus. Da sei zunächst gefragt, woher er dieses Wissen um göttliche Güte und Gnade eigentlich genommen haben könnte, wenn er nicht selbst über eine solche Erfahrung (nämlich die einer Tötung in Notwehr) verfügte? In diesem Zusammenhang verweisen Mohammeds weitere Annahme, dass der Mensch keiner besonderen Erlösung bedürfte, sowie seine (Paulus folgende) Vorstellung einer körperlichen Wiederauferstehung ebenfalls auf genau dieses Erlebnis. Denn der in Notwehr Tötende erfährt, dass er für seine Hinwendung zu Gott und seine Reue göttliche Aufnahme erwarten darf. Mehr aber, etwa die Einbindung der Seele in einen Kreislauf oder Infos zum Wesen Gottes, erfährt er nicht. Betrachten wir nun Moses und Mohammed in ihrer Eigenschaft als Propheten, berief Gott mit ihnen zwei Mystiker, die beide das Wissen um (noch so eben) ihre göttliche Aufnahme erfuhren. Diese Einsicht, meine Herrschaften, hat doch eine ganz andere Qualität als etwa Buddhas Wissen um eine Erlösung aus einem Zyklus von Tod und Wiedergeburt der Seele. Hinter seiner Erkenntnis steckte natürlich auch eine andere Lebenserfahrung, nämlich ein Opfer-Erlebnis gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Übrigens existieren wieder andere Erlebnisse mit erneut einem anderen Wissen. Selbst unaufgelöste Knotenpunkte des Lebens, wie man Schlüsselerlebnisse auch bezeichnet, wurden religionsstiftend eingesetzt: Im zweiten Korintherbrief, 12, etwa berichtete Paulus von seinem Erlebnis einer Emporhebung in die Lüfte, weiß dann aber nicht, was und wie es ihm geschah. Dennoch nahm er diese außersinnliche Erfahrung zum Anlass, die schamanische Seelenreise des Jesus in eine körperliche Wiederauferstehung umzudeuten, mit entsprechend weit reichenden Konsequenzen. Damit wird zugleich nachvollziehbar, warum sich Mohammed, zum einen mit der gleichen Einsicht des Moses, zum anderen wie Jesus mit der Seele reisend, als Prophet der Propheten betrachtete. Buddha, der Mohammed hätte ins Grübeln bringen können, lebte leider in einem anderen Land und zudem zu einer anderen Zeit.

Damit haben wir nun einen genügend tiefen Blick in fremde Geschichtsbücher geworfen, besehen wir uns die Kulturleistungen unseres eigenen Volkes: In den Märchensammlungen der Brüder Grimm und des Johann Wilhelm Wolf finden wir Berichte um das innere Erleben und die Persönlichkeitsentwicklung aus allen Schlüsselerlebnissen heraus, so etwa zum Erlangen der Niederen Meisterschaft (Prozesse um Tätererlebnisse, wie die Märchen: „Die eisernen Stiefel“, „Das goldene Königreich“ oder „Der gläserne Sarg“). Daneben sammelten die Autoren Märchen zur Mittleren Meisterschaft (sexuelle Opfer- und vermeintliche Tätererlebnisse, wie die Märchen: „Der Eisenhans“, „Das Wasser des Lebens“ oder „Die Himmlische Hochzeit“), weiter Märchen zur Hohen Meisterschaft (Opfer-Erlebnisse um Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Tod, wie: „Die Gänsehirtin am Brunnen“, „Brüderchen und Schwesterchen“, „Marienkind“ oder auch „Der treue Johannes“) sowie Märchen um die Rätselmeisterschaft (die Auflösung der Abtreibung mit einem Sprengel eigener Erlebnisse, wie „Die Schlange im brennenden Wald“ oder „Der Jüngling im Feuer und die drei goldnen Federn“). Dazu kommen Märchen zum Wechsel von der schamanischen auf die mystische Seite wie „Das graue Männchen“ oder Märchen allgemeiner Art zur Mystik wie etwa „Die Sterntaler“ oder „Das Junggeglühte Männlein“. Selbst schamanische Märchen finden wir – wohl von den Brüdern Grimm ungeliebt und daher nur bei Wilhelm Wolf“ – nämlich „Die Prinzessin von Tiefenthal“, „Die zwölf Brüder“, „Von der schönen Schwanenjungfer“ oder „Der Schäfersohn und die Zaubersche Königstochter“, wobei jeweils die zugrunde liegenden Erlebnisse wie auch Mohammeds (schamanische) Offenbarung einer auf einer Fahne übermittelten Botschaft deutlich werden. Kommen wir nach dieser „Volksbibel“, den „Märchen der Brüder Grimm“ noch auf unsere „Intellektuellenbibel“ zu sprechen: Goethe schilderte im „Wilhelm Meister“ seinen Sprengel an Erlebnissen, die er im „Faust“ über den Irrtum des Schamanentums und nach Wechsel auf die mystische Seite auf diesem Wege auflöste. Mit dem „Faust“ haben wir also unser eigenes „Altes Testament“ in Deutschland und dieses von einem ausgewiesenen Rätselmeister verfasst. Zugleich liegt uns mit Nietzsches „Zarathustra“ ein „Neues Testament“ vor, wobei Nietzsche nicht etwa wie Paulus zweifelte, sondern wir umgekehrt an ihm, seinem Vermögen und seiner Integrität. – Sie sind verwundert? Keine Bange, damit Sie nicht im Angesicht so vieler, in der Tiefe unverstandener Texte sogleich verzagen, hat der Unterzeichner mit „Die Reise in die Seele“ ein Werk über alle Schlüsselerlebnisse, alle Auflösungen sowie deren Anbindung an Religion und hohe Literatur/Philosophie vorgelegt. In „Geschichte im Fokus“ wird sodann der alte Weg der Auseinandersetzung mit sich und seiner Lebensgeschichte anhand von Märchen und Sagen dargestellt und schließlich finden Sie in „Grundstrukturen der Religionen“ die Ansätze der Religionsstifter sowie Erklärungen bezüglich des Entstehens aller Glaubenslehren. Damit Sie, falls Sie kein Geld für Bücher haben, nicht im Regen stehen bleiben, stellt Ihnen der Unterzeichner überdies auf seinen Webseiten Forum-Freie-Mystik.de und Ritter-Pitter.de seine wichtigsten Erkenntnisse kostenfrei zur Verfügung.

Bedeutet im Ergebnis, dass Sie alle Erkenntnisse, die Menschen zum Thema des Göttlichen oder zum Sinn des Lebens je gemacht haben, auf die vielfältigste Weise im Kulturvermächtnis Deutschlands finden. Damit Sie zudem kein weiteres Mal Gefahr laufen, noch einmal auf einen morgenländischen Propheten oder einen indischen Heiligen hereinzufallen, bekommen Sie als ultimative Draufgabe – hier sofort und kostenfrei – Laotses 2.600 Jahre alten „Schnelltest zur Tauglichkeit eines Religionsstifters“ an die Hand: „Hört ein Hoher Meister (zu nennen etwa Goethe, Nietzsche) von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend. Hört ein Mittlerer Meister (etwa Buddha, Hesse) von der Führerin des Alls, so nimmt er halb an, halb zweifelt er. Hört ein Niederer Meister (etwa Moses, Mohammed) von der Führerin des Alls, so lacht er gewaltig. Würde er nicht lachen, wäre es auch nicht die eigentliche Führerin.“ Die Angaben in Klammern stammen natürlich von mir. Übrigens können Sie diesen Test (aber verraten Sie mich bitte nicht!) selbst mit einem von Ihnen ins Auge gefassten Kontemplationslehrer anstellen, wenn Sie denn einen zu brauchen glauben. Als Lehrer können Sie nämlich jeden Niederen Meister vergessen, geht es um sexuelle Schlüsselerlebnisse, oder jeden Mittleren Meister, geht es um Täterschaft wie Mord oder Notwehr. Und zweckmäßigerweise suchen Sie sich einen Hohen Meister, Rätselmeister, geht es um die Abtreibung. Lassen Sie sich dazu nur das Gottesbild Ihres ins Auge gefassten Kandidaten erläutern und – schon wissen Sie Bescheid. Ist doch praktisch, oder? Und wenn Sie einen spirituellen Führer suchen, wählen Sie zweckmäßigerweise einen Hohen Meister oder Rätselmeister, denn schon mit dem „Oberhirten“ einer schamanischen Religion werden Sie nicht glücklich werden. Oder wenn Sie einen guten Berater suchen, nehmen Sie jemanden, der sich und die Welt erklären kann, so wie der Unterzeichner, der Lebens-, Werte- und Politikberatung aus einer Hand bietet.

Mit freundlichen Grüßen aus Langenfeld

„Übersicht Briefe“