Mysterien des Weltalls

schrieb am 11.10.2017 - Allgemein, Grundlagen zur Mystik, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Trotz des (zugegeben populär-) wissenschaftlichen Anspruchs bin ich ein großer Fan von Morgan Freemans Mysterien des Weltalls. Schließlich lässt sich mithilfe der Theorien der Astrophysiker prüfen, ob (unter anderem) meine Überlegungen zu Gott und der Welt haltbar sind oder nicht. Das mag nicht sofort einleuchten. Wie können astrophysikalische Überlegungen, dargelegt in der Fernsehreihe Mysterien des Weltalls,  mit mystischen Überlegungen in Einklang gebracht werden? Hilft es denn, zu wissen, ob es sich bei Newtons Gravitationsgesetz um ein eigenständiges Gesetz handelt oder die von Newton beschriebene Anziehung nur ein Teil der starken Wechselwirkung (starken Kernkraft) ist? Vordergründig eher weniger, doch werden zugleich immer wieder Gedanken der Physiker aus ihren Forschungen heraus zu Gott und Welt vorgestellt. Und das finde ich spannend.

Mysterien des Weltalls

Grundstrukturen der Religionen – Zwischen Mystik und Schamanentum

Um einmal kurz den strukturellen Ansatz aufzuzeigen: Religionen (als besonderes Forschungsobjekt hinsichtlich Gott und menschlicher Existenz) werden hier als ein Zusammenwirken von Mystik, Schamanentum, Okkultismus/Spiritismus, Philosophie und priesterlichen Riten verstanden. Mystik beschreibt dabei einen inneren Weg, Einsichten zu erlangen. Schamanismus, Okkultismus/Spiritismus und Philosophie sind dagegen äußere Wege zur Erkenntnis, wobei die Riten bereits aus logischen Gründen (Hokuspokus) unberücksichtigt bleiben können. Bei den verbliebenen drei äußeren Ansätzen taugt Schamanismus (der alte Ansatz zur Welterklärung wie etwa zu Beginn der Genesis), weil sich der Adept einsetzen, er nämlich mit der Seele reisen, muss. Okkultismus und Spiritismus kennen stattdessen nur die Geisterbefragung und sind damit für Unwahres anfälliger. In die Rubrik Philosophie schließlich (von Platon eingeführt) fallen neben Politik auch die Naturwissenschaften.

Wir kennen damit also einen inneren und zwei äußere Wege, Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei haben die Naturwissenschaften aufgrund ihrer Genauigkeit inzwischen das Schamanentum zur Beschreibung der Welt ablösen können. Nach wie vor ohne ein Pendant ist die Mystik. Deren Einsichten müssten deshalb umgekehrt für die Naturwissenschaften von Interesse sein, wenn man Gott und die Welt begreifen möchte. Einer „Astrophysik trifft Mystik“-Runde würde ich mich jedenfalls nicht verschließen wollen.

Ich gebe dazu noch ein Beispiel: Wir hatten einen Physik-Lehrer, der mit drei Linealen (wie im 3-D-Koordinatensystem gehalten) vor dem Bauch durch die Klasse talpte und postulierte: Weil er in seinem Koordinatensystem unbewegt sei, würden wir (die wir saßen) uns bewegen. Daraus folgerte er messerscharf, dass das Universum unendlich sei. Das ist natürlich Kappes. Für mich stellte sich das All damals (was dann zu einer unauflösbaren Diskussion führte) als der Inhalt eines Schuhkartons unter dem Bett eines kleinen Mädchens dar. So simpel würde ich das heute natürlich nicht mehr sehen wollen. Dennoch finde ich (vielleicht noch immer deswegen) den Ansatz manches Forschers spannend, das All in seiner Tiefe als eine eigentlich zweidimensionale Projektion zu betrachten, in das man von außen hineinsehen kann. Das würde natürlich eine „Welt am Draht“ bedeuten, um einmal an Fassbinders Fernsehfilm von 1973 zu erinnern. Andererseits ließe sich diese Projektion zugleich mit mystischen Einsichten um Gott und Seele vereinbaren, wobei „die Welt des kleinen Mädchens“ (als eine weitere Welt am Draht) ebenso zu betrachten wäre.

Lassen wir einen Teil der Spekulationen außen vor. Konzentrieren wir uns allein auf die durch alle Kulturen nachweisbaren Einsichten von Mystikern, bliebe genügend, es in einer astrophysikalischen Diskussion aufzuarbeiten. Ohne Mystik jedenfalls, das ist meine Überzeugung, lassen sie die Mysterien des Weltalls nicht erklären. Dazu am Rande notiert, wären dann auch mein Weg sowie meine Forschungen in Religionen, Literatur und Märchen zu Gott und der Welt sinnlos gewesen. Weitere Gedanken zum Thema finden Sie unter den Standpunkten zum Thema Wissenschaften.

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