Inhalt des Faust Teil 1

schrieb am 20.02.2017 - Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Literatur - Noch keine Kommentare

Der Inhalt des Faust Teil 1 gehört einer strukturierten Betrachtung unterzogen. So sollte man wissen, dass sich beide Teile des Buchs mit der Auflösung der Abtreibung beschäftigen. Schüler mögen im Übrigen mit den hier dargelegten Einsichten sorgsam umgehen. Denn die meisten Lehrer sind wenig erfreut, mit einer höheren Wahrheit als der ihren konfrontiert zu werden. Zu den drei Handlungsebenen und damit zum Inhalt des Faust Teil 1:

Inhalt des Faust Teil 1

Goethe, unbekannt geblieben als Rätselmeister

Auf der ersten Ebene möchte Faust ein Weiser werden. Er bedient sich dazu des Mephisto, um die notwendigen Erlebnisse zu erwerben. Er verführt zunächst ein junges Mädchen, die von ihm schwanger wird. Von ihr dazu zur Rede gestellt, wendet sich Faust auf eine schwammige Gottesvorstellung heraus. Die ob des Kindes gesellschaftlich gebotene Ehe lehnt er somit ab. Faust tummelt sich im Anschluss mit Mephisto zur Walpurgisnacht auf dem Blocksberg, um weiteren Unsinn auzuhecken. Die Lust vergeht ihm, als er die Verführte als Gefangene und Geköpfte unter den Hexen erkennt.

Die nächste Betrachtung gilt der Verführten (Gretchen) selbst. Sie stellt sich ihrer Verantwortung und nimmt dazu (Kerkerszene) alle Schuld auf sich. Stellt sich die Frage, was sie zu verantworten hat? Selbstredend wurde ihre Mutter nicht von ihr vergiftet, sie war nur Dank des Trankes wie tot. Ebenso trieb es nicht Gretchens Bruder einen Degen ins Herz, als Faust seine Schwester sitzen ließ. Es gab stattdessen einen übertragen zu deutenden Stich ins Herz, weil Gretchen ihn gesellschaftlich kompromittierte. Übrig bleibt die Einnahme eines Trankes aus einem Fläschchen, das sie von der Nachbarin erhielt. Selbst wenn vorgeblich ein „von der Gesellschaft ertränktes Kind“ gewesen sein soll, wird wegen des Fläschchens klar, dass Gretchen selbst eine Entscheidung gegen das werdende Leben in ihrem Körper traf. Dafür und für die Enttäuschung von Mutter und Bruder geht sie schließlich „zum Blocksberg“, wo sie von oben ein ihr gewogenes Gottesurteil erfährt, „Ist gerettet“ (Faust Teil 1, Kerkerszene zum Schluss).

Letzte Betrachtung zum Inhalt des Faust Teil 1: Faust „baut nicht nur Mist“ mit Gretchen, die er verführt und sitzenlässt. Er offenbart des Weiteren eines seiner Schlüsselerlebnisse, nämlich eine „Seelenwanderung“, von der er sich leiten lässt und deshalb geradewegs ins Schamanentum befördert wird. Wir erleben hier damit bereits einen ersten Auflösungsversuch, mit dem Faust allerdings scheitert. Im zweiten Teil, weil ihn nämlich das Schamanentum anwidert, wendet er sich deshalb der Mystik zu. Allerdings nimmt er aus der Sackgasse „Schamanentum“ noch eine Einsicht mit: Ihm wird klar, dass Jesus am Kreuz ebenfalls nur schamanisierte und es keine körperliche Wiederauferstehung des Gekreuzigten gab. Das bedeutet für ihn die positive Seite des Scheiterns: Er erlangt ein tieferes Verständnis für das Christentum und erkennt den Irrtum, auf dem es aufgebaut ist. Somit lässt sich zum Inhalt des Faust Teil 1 festhalten, dass eine Frau, die sich wegen des Schwangerschaftsabbruchs an Gott wendet, für die Hinwendung in den Himmel kommt. Zugleich wird das Christentum als Schamanentrug enttarnt.

Nachtrag: Hier wie in jeder Hinsicht gilt: Wenn man sich etwas nicht aus eigener Erfahrung selbst erschließen kann, sollte man jemanden fragen, der sich damit auskennt. Der Unterzeichner etwa wäre so ein Jemand, da er selbst als Mann die Abtreibung auflöste und deshalb wie Goethe oder Nietzsche ein Rätselmeister wurde. Seine Bücher gibt es bei Amazon. Damit zum spannenden Teil 2 des Faust.

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