Hallo Interessierte an Mystik 2


Mystik erfordert überwiegend negative Lebenserfahrung als „Input“ für einen Erkenntnisprozess.

Gewonnene Erkenntnisse beziehen sich zunächst auf Einsichten über sich selbst und über sein Werden (Selbsterkenntnis / Einfache Weisheit).

Darüber hinaus können vertiefte mystische Einsichten erlangt werden. Diese betreffen den Status im Geburtenkreislauf und gegebenenfalls das Wissen um die göttliche Aufnahme nach diesem Leben (= Göttliche Selbsterkenntnis). Im Buddhismus spricht man hinsichtlich Letzterem von einem „Verlöschen der Seele“. Im Grunde handelt es sich jedoch um nichts Anderes.

Seltener kann in einem solchen Prozess Gott geschaut werden. Das hängt ab von der Frage Opfer (da ist es Belohnung) oder Täter (da ist es nicht möglich). Im ersten Fall erfährt der Sinn- und Gottsuchende zusätzlich „Göttliche Erkenntnis“.

Mystisches Wissen aus vertieften Kenntnissen über sich selbst und über Gott befähigt zu qualifizierter Weisheit.

Mystisches Wissen war eine der Ur-Substanzen vieler Religionen. Wir finden Mystik zudem in manchen Märchen und gelegentlich in (dann) „Hoher Literatur“.

Zu Mystik in Religionen, Märchen, Literatur: Schon die alten Chinesen nannten diese gemeinsame Quelle des Wissens um das menschliche Dasein den „gemeinsamen Urgrund“, aus dem sich der Suchende bedient.

Mehr muss man zum Thema zunächst einmal nicht wissen.

Zu Mystik und Schamanentum: Der zweite bekannte und in früherer Zeit nicht minder wichtige Weg war das Schamanentum. Er beinhaltete das Einholen von Erkenntnissen durch Seelenreisen. Dagegen steht die „Mystik“ für die „innere Entwicklung“ der Seele. Beide Wege (deshalb unter anderem auch das so genannte „ Zwei-Wegebuch“ der Alten Ägypter) sind nur durch einen „Seelenentscheid“ voneinander getrennt. Hermann Hesse machte diesen Entscheid nach Gewinn von Selbsterkenntnis zum Thema im Roman „Der Steppenwolf“. Aufgrund der Tötung der schönen Frau verbleibt Harry Haller nämlich im Magischen Theater. Das ist sein Hinweis, sich nicht auf das Schamanentum einzulassen. Weniger deutlich, doch vergleichbar sind Goethes Hinweise im „Faust“, Teil II nach Schamanentum im Teil I. Des Weiteren zu erwähnen ist – trotz wissenschaftlichen Gesülzes über Atheismus und Nihilismus –Nietzsche mit seinem Hauptwerk „Also sprach Zarathustra“.

Gleich hier zur Vertiefung: Oben war das zum Thema „Täter“ versus „Opfer“ und „Göttlicher Erkenntnis“ bereits angesprochen, sind gewonnene Erkenntnisse abhängig von den zugrunde liegenden Schlüsselerlebnissen. Sie befähigen zu fünf Stufen der Mystischen Meisterschaft:

  • Die Rätselmeisterschaft: Die Auflösung der Abtreibung (zumeist als Mann) unter Zusammenführung von Erlebnissen
  • Die Hohe Meisterschaft: Auflösung der Abtreibung als Frau
  • Die Mittlere Meisterschaft 2. Grades: Auflösung eines vermeintlichen sexuellen Tätererlebnisses
  • Die Mittlere Meisterschaft 1. Grades: Auflösung eines Erlebnisses gegen die sexuelle Selbstbestimmung
  • Die Niedere Meisterschaft: Empfang eines Urteils von Gott aufgrund eines Tätererlebnisses (Notwehr, Vergewaltigung, Mord)

Laotse, ein chinesischer Philosoph unterschied vor 2600 Jahren noch allein nach „Göttlicher Erkenntnis“ und machte dazu drei Meisterschaftsstufen aus. Der erste (erkennbare) Rätselmeister der Geschichte im 41. Spruch des „Tao-Te-King“:

  • Hört ein Hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend.
  • Hört ein Mittlerer Meister von der Führerin des Alls, so nimmt er halb an, halb zweifelt er.
  • Hört ein Niederer Meister von der Führerin des Alls, so lacht er gewaltig. Würde er nicht lachen, wäre es auch nicht die eigentliche Führerin.

Rückblick: Märchenerzähler und Literaten waren zumeist offener und ehrlicher als Religionsstifter. Unter Ersteren gab man bereitwillig zu, was und wieviel man wusste. Letztere jedoch verheimlichten regelmäßig sowohl die Wege als auch die zugrunde liegenden Schlüsselerbebnisse. Regelmäßige Frage bei den Stiftern: Woher bezog der „Prophet“ eigentlich sein Wissen?
Häufig musste deren geringes oder sogar fehlendes Wissen „philosophisch aufgepeppt“ und mit Allgemeinfloskeln unterlegt werden. Wer dann noch besondere göttliche Gesandtschaft vortäuschte, schnitt nicht nur „Gläubige“ von eigener Erkenntnis ab, es gab wegen religiöser Auffassungen zudem nicht selten Kriege.

Fazit: Nur „Freie Mystik“ mit strukturierten Erkenntnissen bringt Sie weiter.

Ratschläge: (1) Vertrauen Sie nur transparenten Wegen mit nachvollziehbaren Erkenntnissen, die überdies mit definierten Schlüsselerlebnissen zu wiederholbaren Einsichten führen.

(2) Wenn Sie einen Kontemplationslehrer suchen, fragen sie nach seiner mystischer Erkenntnis. Lassen Sie sich sein Gottesbild darstellen und haken Sie gegebenenfalls nach. Schauen Sie sich Ihr Erlebnis an und vergleichen Sie, was er/sie Ihnen bietet.

(3) Wenn Sie lesen können und in der Schule ein bisschen aufgepasst haben, können Sie für sich selbst ihr eigener Religionsstifter werden. Meine Bücher können Ihnen dabei helfen, sich zu entwickeln, oder aber, sich hierbei nicht zu verlieren.