Kategorie: Philosophisches

Kommentar über Nietzsches Zarathustra

schrieb am 11.12.2016 - Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Literatur, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Mein verstorbener Freund Dieter Scholich träumte von einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra. Sein Tod 2002 kam seinen diesbezüglichen Überlegungen dazwischen. Aus heutiger Sicht hätte ich ihm abgeraten, es alleine zu versuchen. Es hätte eher ein Projekt von uns beiden werden können. Denn Nietzsche selbst führte aus, dass er auf mehreren Wegen, nämlich inneren (wie äußeren), zur Erkenntnis gelangte.

Sehr offen spricht er die zwei inneren Wege im Kapitel „Vom Gesicht und Rätsel“, Nummer 2, an, wenn er konstatiert,: „Zwei Wege kommen hier zusammen; die ging noch niemand zu Ende.“ (Es fehlt der Nach-Halbsatz: „weil man sich entscheiden muss“.) Jemand, der um solche Feinheiten weiß, wird den Satz verstehen, der andere nicht. Ich frage Sie: Wissen Sie, um welchen Entscheid es geht? Ich denke nicht, doch schenke ich Ihnen die Antwort: Es geht um den Seelenentscheid zwischen Mystik und Schamanentum, der etwa ebenso Hesse dazu inspririerte, im Steppenwolf zu warnen, nicht die schöne Frau in sich zu töten. Man verbliebe im Magischen Theater. Verstanden? Nun, wir werden das sogleich vertiefen:

Nietzsche selbst führt zum eingangs zitierten unvollkommenen Postulat weiter aus: „Diese lange Gasse zurück; die währt eine Ewigkeit. Und jene lange Gasse hinaus – das ist eine andere Ewigkeit. Sie widersprechen sich, diese Wege; sie stoßen sich gerade vor den Kopf; – und  hier, an diesem Torwege, ist es, wo sie zusammenkommen. Der Name des Torwegs steht oben geschrieben: <Augenblick>“. –

‚Schamanentum’ ist der eine langen Wege, von dem die Menschheit profitierte, als es noch keine Wissenschaften gab, weil Schamanen Geistwissen auf die Erde holten. ‚Mystik’ nennt sich der andere lange Weg von der Erde weg, aus dem Zyklus von Tod und Wiedergeburt der Seele heraus, hin in die Ewigkeit Gottes. Und tatsächlich hat man sich in einem Augenblick zu entscheiden, welcher Seelenteil denn da im Traum „unter die Räder kam“. Es ist das Rätsel, dass am Ende mit einem Traumgesicht „entlohnt“ wird. Und ob man es dann richtig machte, den tumben Jüngling zu opfern, wusste dann auch Hesse, wie oben gesehen.

Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob ein Wissenschaftler tatsächlich in der Lage wäre, ohne Kenntnisse der Bilder eines inneren Leidensprozesses zu erraten, was Nietzsche da beschrieb? Nicht umsonst hielt der Autor selbst sein Buch (Untertitel) „Für alle und keinen“ für das tiefste Buch, das die Menschheit besitzt. – Zu seinem Erkenntnisgang führte er im Übrigen aus: „Selig aber ist der also Schwangere“, weil die Abtreibung die Geheimnisse des Lebens für uns Menschen bereit hält. Zum Schwangerschaftsabbruch selbst aus dem Kapitel „Von alten und jungen Weiblein“: „Alles am Weibe ist ein Rätsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heisst Schwangerschaft. Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind.“ Solche Einsichten können Frauen am eigenen Leib erfahren, Männer müssen sich dazu erst einmal ein Gefühl erarbeiten, wie schwanger zu sein. Aber dann können sie noch viel mehr als Frauen erreichen, denn ihr „Mitleiden“ nennt sich ‚Martyrium’. Noch einmal daher frage ich Sie: Hätte das ein Wissenschaftler nachvollziehen können? Lesen wir solche Einsichten bereits heutzutage in einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra? Hätte es mein Freund Dieter Scholich vielleich am Ende sogar mehr erarahnt als gewusst?

Exkurs zu Dieter Scholich

Ein Kommentar über Nietzsches Zarathustra war sein Traum

Dieter Scholich, Anfang der 1980er in Brandenberg / Tirol

Dieter Scholich war Philosoph und studierte in Düsseldorf. Er legte seine Prüfung einen ganzen Tag lang vor sechs Professoren seiner Fakultät ab, musste zur Prüfung die gesamte Philosophiegeschichte, Theorien, Überlegungen, Diskussionen usw. im Kopf abrufen können und – bestand mit „Sehr gut“ plus. Nach seiner Ansicht (daran hat sich seit seinem Tod noch nichts geändert) dreht sich die Philosophie heute im Kreise. Sie biedert sich mal den Psychologen, mal den Neurologen an, um bei einem Schulterblick womöglich etwas über das Menschsein zu erhaschen. Dieter lehnte dieses Anbiedern kategorisch ab, bevorzugte eine Empfehlung in Richtung Mystik und musste deshalb seine Doktorarbeit einstellen. Ihn, den damals brilliantesten Philosophen Deutschlands, kostete seine Unbeugsamkeit die Karriere und (meine Vermutung) am Ende sogar verfrüht das Leben. Ich bin mir allerdings sicher, er hätte einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra (selbst ohne eigenen Erkenntnisweg) mehr Leben eingehaucht, als Dutzende Philosophen und Literaturwissenschaftler, die aktuell Nietzsche vergewaltigen. Dass er Nietzsche besser verstanden hatte, als seine Wissenschaftler-Kollegen heute, bewies er mit der Theorie, dass eine zur Abtreibung genötigte Frau für „ihr Opfer“ zum Ausgleich göttliche Erkenntnis erhalten müsste. Für mich war das der Zuspruch, in das Martyrium um den Schwangerschaftsabbruch einzusteigen.

Allerdings irrte Dieter auch. Eine solchermaßen belastete Frau erhält für die Auflösung der Abtreibung nur eingeschränkt „göttliche Erkenntnis“. Ihr wesentlicher Gewinn konzentriert sich auf „göttliche Selbsterkenntnis“ (Mord ja/nein und göttliche Aufnahme) und ist zudem im Blick auf das Göttliche beschränkt. Dagegen steht „göttliche Erkenntnis“ im eigentlichen Sinn allein Rätselmeister/Innen offen. Mit anderen Worten: Der Martyrer um die Abtreibung erfährt mehr Weisheit als eine Frau, die für das Ende ihrer seelischen Beschwernis Gott um Erkenntnisse angeht. Das freie Leiden um Einsichten wird folglich mit deutlich vertiefterer Erkenntnis entlohnt. Insgesamt steht hinter der Auflösung aller Schlüsselerlebnisse ein göttliches Belohnungs- und Bestrafungssystem, um das Dieter ahnte und ich weiß.

Doch zurück zum Thema: Dieter hätte mit seinem perofunden Kenntnissen der Philosophie und deren Geschichte sicher einen sehr guten philosophischen Kommentar über Nietzsches Zarathustra verfasst. Dagegen könnte ich mit meinen profunden Kenntnissen über Leidensprozesse einen schamanisch/mystischen Kommentar über Nietzsches Zarathustra schreiben. Zusammen wären Dieter und ich damit jedenfalls ein unschlagbares Team geworden. Es hat nicht sollen sein und ob ich mich einmal an eine solche Aufgabe herantraue, weiß ich derzeit nicht. Was ich allerdings gerne mitgebe, sind Gedanken zu einzelnen Kapiteln des Zarathustra, wie etwa zum Thema „Von Kind und Ehe“. Mir bleibt zu hoffen, da man üblicherweise seelisch noch unfertige Studenten durch den Zarathustra jagd, um sich anschließend professorenseits mit fremden Federn zu schmücken, uns bleiben weitere Dümmlichkeiten zu diesem Buch aus der Ecke der Wissenschaften erspart.

„Theoretische Mystik“

schrieb am 14.11.2016 - Grundlagen zur Mystik, Philosophisches - Noch keine Kommentare

„Theoretische Mystik“ ist, wenn Sie es so möchten, ein Pendant zu „Theoretischer Physik“ und zugleich der unbekanntere Teil von „Theoretischer Metaphysik“. Zu den Definitionen und inhaltlichen Erklärungen: Metaphysik (der Link zur Metaphysik-/Literatur-Installation) behandelt seelische Entwicklung und gliedert sich nach dem Seelenentscheid in Mystik und Schamanentum. Schamanentum beschäftigte sich schon immer mit der Entwicklung der Welt und des Weiteren mit dem Transport von Heilwissen auf die Erde. Mystik war eher auf Informationen zum persönlichen Fortkommen von der Welt, nämlich dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf der Seele, gerichtet. Insoweit finden sich in vielen religiösen Schriften wie etwa der Bibel (Genensis) schamanische Vorstellungen von der Gestaltung der Welt durch eine Schöpferkraft. Verglichen mit den Erkenntnissen heutiger Wissenschaften, hören Sie sich dennoch recht vergleichbar an, wie nachfolgendes Beispiel belegen soll.

Aus dem Schamanentum

Es waren zwar nicht nur sechs Tage Schöpfungsgeschichte, wie in der Genesis beschrieben, doch zeichnet der Auftakt der Bibel den Ablauf der Entwicklung der Welt nach, wenn es heißt: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Licht und Finsternis (Entstehung der Sonne und der Planeten / Monde). Am zweiten Tage entstanden Wasser und Erde (Wasser gelangte mit Asteroiden auf die Erde) sowie ein Firmament (die Atmosphäre). Am dritten Tage trennten sich Wasser und Erde, Ozeane und Land tauchten auf. Mit diesen Voraussetzungen wurden dann Pflanzen geschaffen (aus interstellaren Molekülketten entwickelten sich Ein- und Mehrzeller, schließlich Pflanzen. Am vierten Tage kam das stürmische Wachstum zur Ruhe und eine Phase der „Konsolidierung“ trat ein. Am fünften Tage erschienen erste Tiere in den Meeeren sowie die Vögel des Himmels (Letztere sind nach heutiger Ansicht Nachfahren der Dinosaurier). Und am sechsten Tage ließ Gott Vieh und Gewürm entstehen und krönte seine Arbeit mit der Erschaffung des Menschen. Der siebte Tag der Ruhe war bereits eine politische Forderung nach Pause von der täglichen Arbeit und einer Zeit für Andacht, Gott zu danken. Soweit ist das nichts Neues und geht auf transportiertes Wissen aus schamanischen Séancen zurück.

Frühe „Theoretische Mystik“

Aus dem Bereich der Mystik wurde in frühen Kulturen lediglich aus der Mittleren Meisterschaft die Einsicht zugesteuert, dass der Mensch Teil eines großen Körpers sei, in dem er sich wie eine Zelle entwickeln kann, um danach zu verlöschen. Die Hohe Meisterschaft steuerte zudem Innenansichten eines von Gott durchdrungenen Alls hinzu, in dem alle Materie von Gott beseelt ist (Unio Mystica). Und aus beiden Wegen gab es die Idee einer Verbindung zu Gott. Bei den Schamenen waren dies Luftseile, bei Mystikern Bänder der Liebe. Die genannten Vorstellungen inspirierten mich bereits zu einem Artikel zur String-Theorie, nach der Alles im All mittels Strings miteinander verbunden ist.

Neue „Theoretische Mystik“

Besonders spannend fand ich einen Beitrag in der von Morgan Freeman moderierten Reihe „Mysterien des Weltalls“, ausgestrahlt am 13.11.2016 im ZDF-Infokanal. Neuere Überlegungen zu schwarzen Löchern lassen hier die Vermutung aufkommen, dass es bei einem gedachten Fall in ein schwarzes Loch zu zwei Erscheinungen kommt: So würde der in ein schwarzes Loch fallende Körper selbst übel verformt und zusammengedrückt, während ein Beobachter über dem Ereignishorizont auf diesem Horizont entweder eine scheinbar eingefrorene Szene wahrnähme oder aber es zu einer breiten Verwischung in Bewegung befindlicher Objekte komme. Daraus entwickelte sich (die auf der Hawking-Strahlung) beruhende Überlegung, dass es neben einer dreidimensionalen Erfahrungswelt eine zweidimensionale holografische Erinnerung und Darstellung der um schwarze Löcher ablaufenden Prozesse geben könnte. Also gäbe es auf der einen Seite die Erfahrung des Menschen, der in das Loch fällt, während ein Beobachter die Szene ungefährdet als Hologramm wahrnehmen könnte. Meine Überlegung dazu: Was wäre, wenn solche Prozesse nicht allein um schwarze Löcher existierten, sondern im gesamten All zur Anwendung kämen? Wer hätte ein Interesse daran, sich Ereignisse im All als zweidimensionales Hologramm anzuschauen?

Ein weiterer diesbezüglicher Gedanke betrifft „die Welt am Draht“, hat also wieder etwas mit „Strings“ zu tun. Schon zu Beginn des Leidensprozesses hat der leidende Adept Vorstellungen davon, was ihn erwarten wird. Meine Idee war, dass es im Gehirn eine Art Festplatte geben könnte, auf der solche Informationen für diese Prozesse abgelegt sind. Diese werden dann abgerufen, wenn es soweit ist. Die Schöpferin und Führerin des Alls braucht dann nur noch auf die Ergebnisse zugreifen und kann ihr Urteil fällen, soundsoviele Leben zusätzlich oder aber Gewinn der göttlichen Aufnahme. Kommt es zu keinem Leidensprozess während der irdischen Existenz, wird der Inhalt der Festplatte der Seele auf ihren Weg ins „Zwischenreich des Achs“ mitgegeben. Letztere sind zugleich die „Stationen“, in dem sich Schamanen auf ihren Séancen ihr Welt- und Heilwissen abholten, wobei dieses Zwischenreich in einer Zone der Zeitlosigkeit geparkt sein könnte, sodass die alten Schamanen sogar heutiges Wissen in die Vergangenheit hätten transportieren können. Letzteres wäre wieder eine Idee des geschlossenen Kreislaufs einer sich selbst entwickelnden Welt, in der es erst mit dem Verdienst um göttliche Aufnahme den Austritt aus dem Geburtenkreislauf gäbe. Also wiederum ein Kreislauf wie der des Wassers, des Kohlenstoffs, der Biomasse, der Seelen und so weiter.

„Theoretische Mystik“

Die Überlegung meines einstigen Freundes jedenfalls, da sind wissenschaftsgläubige Menschen sicher „unvorsichtiger“ als heutige Astrophysiker, nämlich die Welt bestände nur aus Mathematik und Physik (Kopf in Sand stecken), darf man als dank der „Theoretische Mystik“ als überholt betrachten. Wie der Beitrag im ZDF-Infokanal für mich unter Beweis stellte, gibt es keine gravierenden Unterschiede zwischen mystischen Vorstellungen und der theoretischen Physik, wenn diese brauchbare Überlegungen liefert. Daher war es schon immer mein Wunsch, dass sich Wissenschaftler und Mathematiker um ihr Seelenheil bemühen und zugleich um wissenschaftliche Erkenntnisse nachsuchten. Zugleich könnten sie sich auf meine Schriften im Prozess stützen, um sich nicht zu verlieren. „Interdisziplinäres Denken zwischen „Theoretischer Physik“ und „Theoretische Mystik“ könnte die Welt mutmaßlich deutlich schneller und effizienter nach vorne bringen, als allein die mühseligen Berechnungen in der heutigen Phhysik. Auch andere Aufgaben, wie die Abwendung schwerwiegender Folgen des Klimawandels, eröffneten sich mit „Theoretische Mystik“ zur Genüge.

Homosexualität und Mystik

schrieb am 27.08.2016 - Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Philosophisches - 1 Kommentar

Was könnten Homosexualität und Mystik miteinander gemein haben? Dazu die spannende Frage: Lässt sich Homosexualität vielleicht mit mystischen Einsichten erklären? Zwei Ebenen werden uns bei dem Versuch einer Antwort näher beschäftigen. Das wird zum einen die Schlüsselerlebnisebene sein und zum anderen die Auflösungsschiene. Dazu vorweg bemerkt, beschäftigt sich Mystik unter anderen  mit Schlüsselerlebnissen, also den wichtigen Erlebnissen im Leben eines Menschen. Solche Begebenheiten werden aufgespürt, danach aufgearbeitet und  schließlich in Weisheit verwandelt.

Beginnen wir mit den (oft unerkannten und verdrängten) Wendepunkten im Leben. Bei meiner Suche in mir nach Schlüsselpunkten in meiner Kindheit erinnerte ich mich an ein „homoerotisches Erlebnis“. Damals „schwänzelte“ ich kurz mit einem anderen kleinen Jungen. Uns beiden langte diese kurze erotische Erfahrung, die uns Spaß bereitete. Doch weder er noch ich ließen uns später davon leiten. Es drängte sich mir auch nie der Wunsch nach Wiederholung auf, sodass das Schwänzeln eine Episode ohne Wirkung blieb. Daraus schließe ich, dass Homosexualität nicht von einem einzelnen „Knotenpunkt im Leben“, wie man Schlüsselerlebnisse auch nennt, abhängig ist. Vielmehr könnte es in dem berichteten Fall sogar lediglich eine „Art Abfrage“ gewesen sein, ob eine entsprechende sexuelle Neigung vorhanden ist.  

Darüber hinaus sind mir aus der Auflösung von Schlüsselerlebnissen im Zusammenhang mit dem Tod, insbesondere der Abtreibung und dem Martyrium, Zeiten teilweiser oder völliger Seelenlosigkeit bekannt. (Hafis: „Bin ich lebend ohne Leben, mag es Wunder dich nicht nehmen, denn wer würd‘ der Trennung Stunden rechne zum Betrag des Lebens.“) Bekannte literarische Beispiele aus Deutschland sind zwei Märchen der Brüder Grimm: Hinsichtlich von Tod und Wiedererweckung des männlichen Seelenteils ist es das Märchen „Der treue Johannes“ und hinsichtlich Tod und Wiedergeburt beider Seelenteile die Erzählung „Der Trommler„.  Übrigens handelt es sich beim Martyrium mit Wiedergeburt beider Seelenteile nach einer Zeit ohne Seele (wie es Hafis oben beschreibt) um die Zusammenführung mehrerer Erlebnisse, damit die Abtreibung aufzulösen, doch ohne selbst abgetrieben zu haben. Goethe wäre dazu zu erwähnen, der im „Wilhelm Meister“ die Erlebnisse schildert, die er schließlich im Faust auflöst. Doch zurück zum Thema Homosexualität und Mystik.

Kein Ausgangspunkt für Homosexualität und Mystik

Die Seele verlässt den Körper, um ihre Hülle (den Körper) zu betrachten

Aus meiner Leidenszeit zur Auflösung der Erlebnisse ist mir noch eine Zeit nur mit weiblichem Seelenteil erinnerlich. Damals fühlte ich mich, wie es Nina Hagen formulierte, „unbeschreiblich weiblich“. Mit den Märchen der Brüder Grimm erklärt, ist das mit dem toten Johannes (dem Tod der männlichen Seele) zu vergleichen. Mit dem „Ableben“ wird eine Zeit totaler Weiblichkeit ermöglicht, bevor „Der treue Johannes“ wiedererweckt wird. Kernaussage des Märchens ist denn auch: „Gräme Dich nicht, der männliche Seelenteil ist nur kurz weg und du bekommst ihn wieder.“ In punkto Homosexualität und Mystik hätte die Begründung der Homosexualität aus der Auflösung von Erlebnissen daher bedeuten müssen, dass ich mich mit nur der weiblichen Seele vermehrt zu Männern hätte hingezogen fühlen müssen. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Ich fühlte mich mit einem Male unter Frauen viel wohler. Damals hatte ich echte Freundinnen, zumindest für die kurze Zeit, bis die auch noch die weibliche Seele in mir ausgebrannt wurde. Vergleichen Sie dieses totale Ausbrennen bitte mit dem Märchen „Der Trommler“, wo dieses weitere Sterben der verbliebenen weiblichen Restseele mit der völligen Vernichtung des Waldes durch Feuer umschrieben wird (eine der Aufgaben des Jünglings). Mir kommen im Übrigen bei Niederschrift dieser Zeilen tiefe Zweifel, ob solche Überlegungen Transsexuellen helfen könnten. Im Grunde wird man mystische Auflösungsprozesse für alle sexuelle Neigungen ausschließen müssen, damit also keine Verbindung von Homosexualität und Mystik, von Transsexualität und Mystik oder irgendetwas anderem mit Mystik

Somit zu den wenigen und leider schmalen Ergebnissen: Homosexualität wird, wenn sie überhaupt einem Schlüsselerlebnis (mit) entwachsen sein sollte, (auch) nicht aus mystischer Vorgehensweise mit Verlust eines Seelenteils heraus angestoßen. Homosexualität und Mystik (auch Transsexualität und Mystik) haben nichts mit der Dualität von Seele gemein und gehen deshalb nicht auseinander hervor. Auszuschließen sind aufgrund der göttlichen Abkunft der Seele des Weiteren Ursachen aus der Natur des Göttlichen heraus, selbst wenn sich Gott in der direkten Schau als Frau offenbart, denn Gott ist in der Tiefe eine Trinität aus Frau-Mann und Liebe. Damit bleiben nur andere Ursachen für sexuelle Orientierungen, so etwa Gene, Erziehung, gesellschaftliche Gründe etc. Für genetische Gründe allerdings wäre ich der falsche Ansprechpartner. Mein Beritt sind neben religiös und damit gesellschaftlich bedingten Orientierungen tiefe seelische Einsichten.

Anschlag von Nizza

schrieb am 15.07.2016 - Grundlagen zur Mystik, Pamphlet, Philosophisches, Politik - Noch keine Kommentare

Zum ‚Anschlag von Nizza‘ ein offener Brief an die Presse, die mich leider seit Jahren schneidet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach den Franzosen unser tiefes Mitgefühl aus. Wenn das keine Floskel bleiben soll, dann handeln Sie endlich! Bereits seit Jahren teile ich Ihnen mit, dass über die Verarbeitung von Lebenserfahrung Weisheit geschöpft wird. Dabei war/ist es unerheblich, ob sich derjenige anschließend zum Literaten, Märchenerzähler oder Religionsstifter wandelt(e). Die Herkunft allen Wissens im Bereich Gott und Seele stammt aus vergleichbaren Auflösungsprozessen.

Es ist möglich, Glaubenslehren zurückzuführen auf die Schlüsselerlebnisse der Religionsstifter. Und mit eben dieser Vorgehensweise lassen sich Religionen auflösen. Wenn man weiß, was bei Mord, Vergewaltigung, Abtreibung etc. auf der göttlichen Selbsterkenntnisebene herauskommt, packt man die Herren Religionsstifter bei den Eiern. Und genau das wäre es, womit man den Franzosen jetzt helfen kann, um endlich den Wahnsinn – wie den Anschlag von Nizza – zu beenden.

Mohammeds Eltern etwa starben früh, er wuchs bei einem Onkel auf. Dessen Erziehung war hart und er verheiratete Mohammed mit einer älteren Kaufmnannswitwe. Nach deren Tod legte sich Mohammed keine Zügel mehr auf und heiratete eine Zehnjährige, die sogar zu seiner „Lieblingsfrau“ avancierte. Mithin: Sexuelles Schlüsselerlebnis aus Überforderung gleich umgesetzt mit der Heirat einer Zehnjährigen! Bekannt ist weiter, dass Mohammed schamanisierte (zutreffende Vorhaltung eines Onkels). Dafür muss sich seine Freiseele leicht vom Körper gelöst haben. Diese „Fähigkeit“ resultierte aus einem Prügelerlebnis und wir erinnern uns dazu, dass Mohammed von einem ihn hart fordernden Onkel adoptiert wurde. Neben dem frühen Verlust der Eltern, verlor Mohammed immer wieder Familienangehörige. Daher finden wir (neben dem sexuellen) drei weitere Schlüsselerlebnisse, nämlich ein Prügelerlebnis, Seelenwanderung(en) sowie die Verluste naher Angehöriger. Diesen Sprengel etwa setzte Goethe (gelistet im Wilhelm Meister) um in Weisheit (Faust). Mohammed tat das nicht, sondern nutzte seine Erlebnisse fürs Schamanisieren. Mithin wurde er nicht Rätselmeister, sondern blieb ein niederer Meister. Seine einzige mystische Einsicht nämlich stammte aus einem Notwehrdelikt, weshalb er auch Moses in Schutz nahm und den Juden (zutreffend) die Verfälschung ihrer Schrift vorhielt.

Was also lernen wir daraus? Wenn wir uns Glaubenslehren strukturiert betrachten, erfahren wir, was wir aus den Offenbarungen der Religionsstifter mitnehmen können. Das ist – Freunde der Presse – leider viel zu wenig. Es wäre daher anzuraten, diese Welt an das Wissen der Literaten anzubinden und die Einsichten von Religionsstiftern und Märchenerzählern gleichberechtigt beizuziehen. Mit dem Erkennen struktureller Zusammenhänge besteht die Möglichkeit, endlich das Zeitalter konkurrierender Glaubenslehren mit seinen Kriegen und Kämpfen zu überwinden.

Wenn Sie also Frankreich helfen möchten, wenn sich einmal nicht auf Staatsverträge mit Kirchen zurückziehen, dann haben wir jetzt eine Chance, bevor wir den „Point of no Return“ überschritten haben. Also: Was ist? Sind Sie dabei oder übernehmen Sie für alles Weitere vor Gott mit Ihrem Seelenheil persönlich die Verantwortung? Der Mutter aller Seelen können Sie übrigens keine Märchen erzählen. Guten Tag.

Hier finden Sie weitere Infos zum Thema „Briefe an die Presse

 

Besser Mystik statt Unsinn

schrieb am 12.06.2016 - Allgemein, Literatur, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Besser Mystik statt Unsinn zu lauschen, ist die klügere Wahl. Nehmen Sie daher lieber für sich Weisheiten aus den Werken der großen Dichter und Denker auf, als falschen Informationen aufzusitzen. Denn allzu viele dieser Fehler prägen unser Leben.

Fehlinformation 1: Viele Märchen seien einst erzählt worden, Menschen in seelischen Notsituationen Hilfe und Stütze sein zu können. Durch die Aufzeichner sei jedoch deren Sinn so verstümmelt oder gar verfälscht worden, dass diese heute nur noch als Kinderbelustigung durchgehen könnten. – Besser Mystik statt Unsinn, denn diese Information ist falsch: Es ist noch heute alles in den Märchen (etwa der Brüder Grimm) enthalten, was einst an Informationen hineingebracht wurde. Märchen können noch heute Hilfe und Stütze sein. Nur der tiefe Sinn wird von fast niemandem mehr verstanden.

Fehlinformation 2: Es gäbe keine Menschen mehr, die noch „Hohe Litetratur“ verfassen könnten. Wir wären also dazu verdammt, uns an den Ergüssen minderbemittelter und unterdurchschnittlicher Autoren zu erfreuen, wenn wir denn aktuelle Literatur lesen möchten. – Besser Mystik statt Unsinn, denn diese Information ist falsch: Wenn sich Autoren, anstatt sich in Banalitäten und der Schilderung ihres vermaledeiten Lebens zu ergehen, um Weisheit bemühen würden, könnte auch wieder „Hohe Literatur“ geschaffen werden.

Fehlinformation 3: Die Religionsstifter waren so unglaublich besondere Menschen, von Gott erwählt, uns göttliche Weisheit zu präsentieren. Niemals wären wir in der Lage, die Gegensätze zwischen den Lehren aufzuheben. Ein jeder müsste sich in der Konkurrenz von Glaubenslehren einen Weg für sich suchen. – Besser Mystik statt Unsinn, denn diese Information ist falsch: Es besteht sehr wohl die Möglichkeit, eine jede religiöse Lehre seit Anbeginn der Zeit auf die Lebenserlebnisse des oder der Stifter zurückzuführen. Damit kann jede der Lehren in einen Kontext gestellt werden, in dem sie mit verarbeiteter Lebenserfahrung von Märchenerzählern und Literaten verglichen werden kann. Es gibt und gab nie exklusive Weisheit für einzelne Menschen, nur unterschiedliche Einsichten abhängig von verschiedenen Voraussetzungen und Ausgangspunkten. Damit wird ein jeder Mensch in der Lage versetzt, aus seiner Erfahrung heraus neben besonderem Wissen sich seine eigene Glaubenslehre zu schöpfen.

Fehlinformation 4: Die Psychoanalyse ist der goldene Weg zum eigen Selbst. Im Kumul mit Gehirnforschern würde uns eine rosige Zukunft eröffnet. – Besser Mystik statt Unsinn, denn diese Information ist falsch: Immer schon mussten sich Menschen mit ihrer Lebensgeschichte auseinandersetzen. Sie wählten dazu Wege der Märchenerzähler, Literaten oder Religionsstifter. Mit strukturierter Arbeit und Analyse der alten Wege Mystik und Schamanentum (sogenannte 2-Wege-Lehren) erfahren wir mehr über uns, den Sinn des Lebens oder über Gott, als mit jeder modernen Wissenschaft. Denn es war immer Gottes Wille, dass jeder Mensch an jedem Punkt des Universums mit seiner Erfahrung aus sich heraus Kenntnisse über sich, das Leben an sich und Gott schöpfen kann.

Die „Wahre Tetralogie“ des Autors führt deshalb alle Informationen aus Märchen, Literatur und Glaubenslehren zusammen. Dies erfolgt zudem ehrlich, offen und jederzeit nachprüfbar. Dazu werden alle Einsichten aus jeglicher Arten von Prozessen in ihren Gesamtzusammenhang (Göttliches Belohnungs- und Bestrafungssystem) gebettet. Die genannten Prozesse sind natürlich insbesondere solche der Auseinandersetzung mit verschiedenen und besonderen Lebenserlebnissen (auch Schlüsselerlebnisse oder Knotenpunkte des Lebens genannt). Zwei Wege werden dabei als „Königswege zur Erkenntnis“ offenbar, „Schamanentum“ und „Mystik“, die deshalb in allen Einzelheiten dargestellt werden. Wenn allerdings schließlich der „Mystik“ der Vorzug gegeben wird, so weil wir in modernen Gesellschaften dank der Wissenschaften keine schamanischen Seelenreisen mehr benötigen, damit Erkenntnisse über die Welt oder Heilwissen auf die Erde zu bringen. Also: Wenn Sie sich sachkundig informieren möchten, dann tun Sie es hier, statt jeder Menge falscher Infos aufzusitzen. Diese Empfehlung geht insbesondere an diejenigen, die sich stark genug fühlen, mit Selbst- und Gottvertrauen ihren eigenen Weg zu meistern. Denken und Fühlen allerdings müssen Sie beherrschen oder aber auf mehr Glück in einem nächsten Leben hoffen. Hört sich womöglich böse an und ist es wohl auch. Denn wer seinen Verstand nicht trainiert, wer prägende Lebens-Erlebnisse und den Schmerz darin nicht zulässt, wird sein Ziel in der Welt nicht erreichen.

Mystik Pepe und Mord ?

schrieb am 28.04.2016 - Allgemein, Lebensgeschichte, Literatur, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Gehen ‚Mystik Pepe und Mord‘ zusammen, sprich: gelangte ich über einen Mord zur Erkenntnis? Schon manches Mal wurde ich das gefragt, nämlich welche Schlüsselerlebnisse meinem Erkennen zugrunde lagen. Uns in diesem Zusammenhang vermute schon mancher einen Mord als Ausgangspunkt des Leidens. Nein Herrschaften, nichts dergleichen, denn Gott würde nicht mit einem Mörder zusammenarbeiten, weil sich jener von göttlicher Aufnahme weiter entfernte, als dass er sich Aufnahme nach diesem Leben verdiente. „Der gewalttätig Balkenstarke erlangt nicht seinen eigenen Tod“, dichtete hierzu der chinesicsche Spruchdichter Laotse vor 2.600 Jahren, und meinte damit den Verdienst des Austritts aus dem Geburtenkreislauf.

Statt der unsinnigen Frage ‚Mystik Pepe und Mord?‘ liegen der Rätselmeisterschaft ein Prügelerlebnis, eine Seelenwanderung sowie der Verlust eines nahen Angehörigen zugrunde. Alle drei Erlebnisse werden im Leiden zusammengeführt, die Abtreibung aufzulösen. Denn diese bietet in einem Erlebnis erstens die Last, zweitens ein „Seele rein raus“ sowie drittens eine Anmutung zum Tod, mithin die Inhalte der drei vorgenannten Erlebnisse. Von den gleichen drei Erlebnissen berichtete übrigens auch Goethe im „Wilhelm Meister“. Seine Erinnerungen bettete er ein in das banale Dasein einer Theatergruppe, diese als Sinnbild einer vorgeblich realen Welt (in der wir alle leben).

Doch zurück: Darüber hinaus galt es, sich wie Buddha mit einem Erlebnis gegen die sexuelle Selbstbestimmung herumzuschlagen. Am Rande notiert, wie es Nietzsche im Zarathustra anschnitt, nämlich nebenbei zum „Abkühlen“. Denn zur Auflösung einer „Vergewaltigung“ (selbst einer „Kopfgeburt“), ebenso von Tötungsdelikten, bedarf es keinem „Sterben, bevor man stirbt“. Übrigens werden Ergebnisse letzterer (Mord, Notwehr etc.) von Betroffenen „kostenfrei“ vorgetragen, denn von Frauen, die um das Thema „Abtreibung“ leiden, bekommen „Mörder“ in der Regel keine Antworten. Ein Grund dafür ist das dem Leiden immanente Schweigen. Andererseits sieht kaum jemand eine Notwendigkeit, sich der eigenen Sprachlosigkeit zu erwehren. Ausgenommen davon sind Rätselmeister, denn bei ihnen geht es ja um die Fortentwicklung der Menschheit, weshalb sie „Reden“ und „Erklärungen abgeben“ können müssen.

Noch einmal: Auf zwei verschiedenen Schienen gelangte ich zur Erkenntnis. Als Mann mit eigenen Erlebnissen, um die Abtreibung leidend, und zudem – der Abkühlung wegen – auf Buddhas „glorreichem“, mittleren Weg. Da ich zudem nicht zur Abtreibung nötigte, war Ersteres zugleich ein reines Martyrium, dies gegenüber dem „gewöhnlichen“ Mitleiden noch einmal mit zusätzlichen Einsichten belohnt. Dazu gehörten neben Einsichten um das Wesen des Göttlichen, einer Trinität von Frau-Mann-Liebe mit Schwerpunkt auf einer „Führerin des Alls“ (einer Erden- oder Weltenmutter, wie auch immer), zugleich eben solche Einsichten in alle anderen Basis-Prozesse um Schlüsselerlebnisse. Das bietet den Vorteil, die Grundzüge des gesamten göttlichen Belohnungs- und Bestrafungssystem herausarbeiten zu können. Also weit entfernt von ‚Mystik Pepe und Mord‘.

Dieses Wissen erlaubt es anschließend, aufgrund der aus allen Prozessen bekannten göttlichen Selbsterkenntnisse, im Umkehrschluss aus bislang verschlossenen Prozessen Einsichten zu extrahieren und diese wiederum zweifelsfrei Schlüsselerlebnissen zuzuordnen. Weiß ich etwa, was bei Vergewaltigung „herauskommt“, komme ich dahinter, wie ein Vergewaltigungsopfer tickt und wie es sich mit göttlicher Selbsterkenntnis sein Weltbild „strickt“, und so weiter. Damit können verschiedene Meisterschaftsstufen identifiziert sowie Literatur, Märchen und Religionen auf einzelne Knotenpunkte des Lebens zurückgeführt werden. So entpuppte sich Buddha eben als mittlerer Meister, als nämlich das Opfer eines Erlebnisses um die sexuelle Selbstbestimmung, dagegen Moses oder auch Mohammed als niedere Meister, deren Ausgangspunkte des Erkennens in Notwehrtaten lagen. Bedeutet im Weiteren natürlich, dass man die Lehren der Religionsstifter allesamt dorthin stellen kann, wohin sie gehören. Und mit dieser Aussage noch einmal zurück zur Eingangsfrage: Könnte es also doch die Kombi ‚Mystik Pepe und Mord‘ gewesen sein? Nein Herrschaften, solche Einsichten, bitteschön, gewährt Gott keinem Mörder, keinem Menschen, der sich von göttlicher Aufnahme durch seine Tat weiter entfernte, als wenn er das Töten gelassen hätte.

Die Alternative zu Religion

schrieb am 28.03.2016 - Grundlagen zur Mystik, Philosophisches, Politik - Noch keine Kommentare

Gibt es ‚die Alternative zu Religion‘ oder ist die Verhaftung in den Glaubenslehren ein unabwendbares Schicksal der Menschheit? Sicher nicht wenige werden diese Frage in Anbetracht der Terroranschläge der jüngeren Geschichte bereits aufgeworfen haben. Und auch der Blick in die Geschichte der Glaubenslehren zeigt, dass diese bis auf wenige Ausnahmen eben nicht zu einer Befriedung der Welt, sondern zu mehr Krieg geführt haben. Was also wäre zu tun?

Eine vertiefte Analyse der Glaubenslehren beginnt mit der Betrachtung der wesentlichen Kernaussagen einer jeden Religion. Welcher Weg zur Erkenntnis lässt sich erkennen, die der (oder mehrere der ursprünglichen) Stifter der Religion beschritten hat? Hier ist strukturiert zu ermitteln. Auf „welcher Schiene“ war eigentlich derjenige (oder waren diejenigen) unterwegs? Mit einigem Bedauern am Rande notiert, dass wir an dieser Stelle ein Wissen der Frauen im Wesentlichen (leider) vernachlässigen können, was nicht bedeutet, dass wir dieser Erkenntnisse nicht bedürften.

Wie also finden wir ‚die Alternative zu Religion‘? Zunächst einmal wären in grundsätzlicher Betrachtung fünf Wege zu nennen, die für die Schöpfung einer Glaubenslehre in Betracht kommen: Mystik, Schamanentum, Okkultismus/Spiritismus, Philosophie und priesterliche Riten. Selbstredend gehört Politik ebenso mit dazu, sonst würden sich die Anhänger der einzelnen Schulen nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. Doch lassen wir Politik einmal außen vor, weil die Agierenden auf den verschiedenen Wegen nicht identisch sind. Zunächst also zu den fünf Wegen an sich:

Zwischen Mystik und Schamanentum wäre 'die Alternative zu Religion' zu suchen

Grundstrukturen der Religionen – Zwischen Mystik und Schamanentum

Zuvorderst zu nennen, wären Mystik und Schamanentum, wobei beide nur durch einen Seelenentscheid im Prozess um die „leidvolle Aufarbeitung eigener Lebenserlebnisse“ getrennt sind. Beide Wegen bieten sich zudem als ‚die Alternative zu Religion‘ an, weil sie Kernpunkte der alten Zweiwegelehren waren. Entscheidet sich der Adept für die Arbeit mit der weiblichen Seite der Seele, hat dies den inneren Weg und damit Mystik zur Folge. Entscheidet er sich stattdessen für die Arbeit mit dem männlichen Teil der Seele, zieht dies das Schamanentum und Seelenreisen nach sich. Auf beiden Wegen muss der Adept allerdings massiv Opfer und sich damit gegebenenfalls an der Rand der eigenen physischen Existenz bringen. Beide Wege sind somit gefahrvoll, werden andererseits dafür auch mit ordentlich Erkenntnissen „belohnt“. Mystik hat zudem Einsichten über das weitere persönliche Schicksal, nämlich Antworten auf die Frage nach göttlicher Aufnahme nach diesem Leben zum Inhalt. Dagegen dreht sich Schamanentum wesentlich um Heilwissen und Kenntnisse um die Welt. Viele Schöpfungsgeschichten und manche (wissenschaftlich zu erklärende) Glaubensinhalte stammen aus Seelenreisen in das – wie die alten Ägypter es genannt hätten – Zwischenreich des Ach(s), in dem noch nicht vervollkommnete Seelen – zeitlos – auf ihre Wiedergeburten warten.

Zu den übrigen Wegen: Wenig Sinnvolles stammt aus dem Bereich Okkultismus/Spiritismus, weil man keine Einsichten erhält, die man sich selbst erarbeitet hat, sondern Geister befragt. Die können wohl gesonnen oder böse sein, vor dem Hintergrund eigenen Unwissens kein guter Ansatz. Ob dagegen „priesterlichen Riten“ taugen, sprich Hokuspokus taugt, mag ein jeder für sich selbst entscheiden. Und was man schließlich von „Gehirn Auswringen“, sprich Philosophie, erwarten kann, zeigt uns das Extrem auf: So war es keine gute Idee, Spirituelles im Stile der Sozialisten/Kommuninsten auszuklammern. Bislang hat es nämlich keine Gesellschaft geschafft, der Religion „nüchterne Wissenschaften“ entgegenzusetzen. Hintergrund, warum dies nie funktionierte, ist die jedem Menschen von Gott mitgegebene Seele, die zugleich Motor jeden Antriebs der Rückkehr zu Gott ist. Mit anderen Worten, der Mensch kann gar nicht ohne – Religion. Ist ‚die Alternative zu Religion‘ daher nur eine möglicherweise unrealistischer Wunsch, wenn doch der Mensch nicht ohne Religion leben kann? Wie zuvor gesehen, gibt uns jedoch die Mystik und nur die Mystik Antwort auf die Frage, ob nach diesem Leben göttliche Aufnahme zu erwarten ist. Daher sollte – selbst wenn dies gefahrvoll ist – die Mystik sinnvolle Alternative zu den Glaubenslehren sein.

Belohnung war kurz angeschnitten, daher noch einige Worte zu den Wegen und den darin innewohnenden Belohnungen.

Erste Faustformel: Zu unterscheiden sind Tätererlebnisse (wie Mord, Tötung in Notwehr etc.) von Opfererlebnissen (etwa sexuelle Nötigung, Kindesmisshandlung usw.) Dabei hat jeder Weg ganz eigene Einsichten zum Inhalt. So werden Opfer ob ihres bereits auf der Erde erlittenen Leids besonders belohnt, dgegen erfahren Täter häufig von Strafen, nämlich von zusätzlichen Existenzen, in denen sie sich – in Unkenntnis dieser Umstände – nichts zu Schulden kommen lassen dürfen. Größtmögliche Einsichten hält übrigens die Abtreibung vor, da hier neben Opfertum auch Fragen um Leben und Tod im Leiden zu erörtern sind.

Zweite Faustformel: Täter dürfen Gott nicht schauen, Opfer werden damit belohnt. Es ist daher nur Opfern möglich, etwas über das Bildnis des Göttlichen zu erfahren.

Und dritte Faustformel: Über das tiefe Wesen des Göttlichen erfährt nur derjenige etwas, der auf dem Weg der Abtreibung unter Zusammenführung eigenen Erlebnisse im Wege des Martyriums um Erkenntnisse leidet. Er erfährt nämlich, dass Gott sich zwar in mystischen Erkenntnisprozessen zumeist als Frau zeigt (ebenso wie „große“ Schamanen sie als Tiermutter kennenlernen), sie jedoch in ihrem tiefen Wesen eine Trinität aus Frau-Mann-Liebe ist. Damit allerdings sind wir bereits ein gutes Stück über die Eingangsfrage hinausgekommen. Dazu am Rande notiert, bestimmt Gott über Mystik und Schamanentum die Geschicke der Menschheit mit, bei den drei übrigen „Zutaten für Glaubenslehren“ mischt sich nur die menschliche Politik ein.

Fassen wir zusammen, beschert allein die Mystik ‚die Alternative zu Religion‘, weil der Mensch Wissen um seine göttliche Aufnahme erlangen kann. Dies bedeutet, dass jeder Mensch des anderen Einsichten respektieren und Toleranz üben muss. Zu notieren war des Weiteren, dass sich Gott in mystischen Erkenntnisprozessen als Frau zeigt (ebenso wie bei den großen Schamanen), sie jedoch in ihrer Tiefe eine Trinität aus Frau-Mann-Liebe ist.

Astrophysik, Schamanismus, Mystik

schrieb am 08.02.2016 - Allgemein, Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Astrophysik, Schamanismus, Mystik – geht das überhaupt zusammen? Spartenübergreifend waren Astrophysik, Psychologie, Hirnforschung, Computerspiele und Religion Themen der Sendereihe „Mysterien des Weltalls“, die im ZDF-Info-Kanal am 07.02.2016 ausgestrahlt wurde. Versteckt gehörten jedoch ebenso Schamanismus und Mystik dazu. Denn immer dort, wo die Wissenschaften in Bereiche von Seele und Gott und damit zu den Fragen des wahren Lebens vordringen, überschreiten sie häufig (unbewusst) Grenzen. Ganz offenbar hat dies nicht selten weitreichende Konsequenzen für die Probanden zur Folge, wie ich mit einigem Erschrecken feststellen musste.

Relativ unproblematisch sind natürlich Untersuchungen zum Aufbau der Materie, selbst wenn die Spuren von Antimaterie in und unter uns zunächst einmal Unbehagen bereiten. Schließlich reagieren diese besonders heftig und lösen sich bei Kontakt miteinander in pure Energie auf. Recht witzig fand ich zudem die Vorstellung, dass wir aus Teilchen bestehen, die keine Ausdehnung haben und daher unsichtbar sind. Im Grunde sind wir wohl nur ein Konglomerat aus vier verschiedenen Kräften, die miteinander in Wechselwirkung treten. Erfreulicherweise haben die kleinsten Teilchen, die Quarks, dann jedoch Masse, sodass ich meiner Waage trauen darf. Eine Higgs-Diät könnte ich mir dazu vorstellen, bei der ich mich nur von einigen besonders schweren Teilchen trennen muss, um ordentlich abzunehmen. Doch Scherz beiseite: Viel interessanter fand ich, dass wir aus Sternenstaub bestehen und damit recht genau dem Weltbild des Schamanen Mani entsprechen. Er vertrat neben einem radikalen Dualismus von Gut und Böse, Licht und Finsternis, Geist und Materie die Auffassung eines Kampfes von Lichtteilchen aus der Finsternis. Darüber hinaus geht es in seiner Lehre um (dann allerdings eher mystische) Überlegungen einer Rückkehr der Teilchen zum Licht. Mithin finden sich bei ihm, schon vor 1.800 Jahren, neben mystischen Erfahrungen, Überlegungen zum Urknall, zu Materie und Antimaterie sowie zur Herkunft unserer Atome aus den Exoplosionen von Supernovae. Das darf man spannend finden: Ein Schamane, der um 220 nach Christus bereits zu solch tiefgreifenden Einsichten gelangte. Allein Bewusstseins-Informationen etwa aus Mikrotuboli, also Strukturen unserer Zellen, die womöglich mit dem Universum verschränkt sind, werden es wohl kaum gewesen sein.

Ich mutmaße, Mani griff auf ein im All vorhandenes Wissen zu, sodass er bereits auf einfachste Weise die Bereiche Astrophysik, Schamanismus, Mystik vereinen konnte. Zugleich gab er über Raum und Zeit hinaus Antworten auf weitere Fragen, nämlich auf solche hinsichtlich eines Schöpfers des Alls, einer Seele sowie dem Sinn des Lebens. Selbstredend muss ich mich als Mystiker dazu nicht Erkenntnissen der Wissenschaften bedienen, ist mit schließlich bekannt, dass wissenschaftliche Ansätze dazu nicht taugen. Dennoch war es für mich aufschlussreich, was sich Wissenschaftler aufgrund ihrer Forschungen zu den Fragestellungen überlegten. So vermuten manche Astrophysiker aufgrund der Möglichkeiten, alles mathematisch erfassen zu können, in ihren Formeln das Wirken eines Schöpfergottes. Hirnforscher glauben im Gehirn Gott zu entdecken und Computerwissenschaftler vermuten eine virtuelle Welt, weil sie in der künstlichen Intelligenz Parallelen zu unserer Denkweisen finden. Sie könnten sich Gott etwa als Wesen hinter einer „Welt am Draht“ vorstellen. Damit gäbe es mehrere Modelle, die einen Schöpfer wahrscheinlich erscheinen lassen.

Astrophysik, Schamanismus, Mystik - übergreifendes Denken bedarf fundierter Kenntnisse aller Bereiche

Die Seele verlässt den Körper, um ihre Hülle (den Körper) zu betrachten

Allerdings bliebe noch ein weiterer Aspekt der Lehre Manis, zu erhellen: Seine Vorstellung von der Notwendigkeit, sich als Lichtteilchen auf der Erde zu vervollkommnen. Die Voraussetzung dafür wäre natürlich die Existenz eines himmlischen Richters/einer eben solchen Richterin, sodass Gott und Seele für mich untrennbar zueinander gehören. Wissenschaftler sehen das teils anders, trennen und ordnen dann aber doch Dinge zueinander, die sie anderen Bereichen entnommen zu haben glauben. Doch langsam: Für Materialisten ist Seele natürlich kein Thema, da sie ohne Nachweis einer „Lichtgestalt“ grundsätzlich deren Existenz in Zweifel ziehen. Für viele andere Forscher ist Seele eine bloße Verknüpfung von Nervenzellen und Hirnforscher glauben teilweise an ein ausschließlich reines Ideengewebe.

Ein Professor namens Michael Persinger nahm sich dann auf seine Weise der Frage einer Existenz Gottes an – und landete mit einem tatsächlichen „Nachweis von Seele“ und einer Seelenwanderung seiner Probandin im Schamanismus. Er selbst sprach allerdings anschließend, ohne Kenntnis dessen, was er da tat, von durch ihn generierten „Gotteserfahrungen“. Im Einzelnen: Seine, dann auch in der Sendung interviewte Probandin „Domenica“, erfuhr zunächst nur, dass sie an einem Experiment für „Entspannung“ teilnähme. Sodann stimulierte er mittels Magnetspule in einem (von ihm so genannten) „Gotteshelm“ den rechten Temporallappen in ihrem Gehirn. Während das linke Äquivalent des Gehirns offenbar für Sprache und Bilder zuständig ist, ist er auf der rechten Seite der Sitz für außerkörperliche Erfahrungen. Prof. Persingers interviewte Probandin berichtete danach jedoch nicht von einem Schauen der höchsten Wesenheit, sondern von fünf gesichtslosen Gestalten, die ihr nicht sonderlich Freude bereiteten. Auch erzählte sie von einem Feuer, dem sie sich ausgesetzt sah. Im Gegensatz zu einem früheren, ersten Mal, wo eine außerkörperliche Erfahrung als angenehm empfunden wurde, trat sie nun wohl nur noch halb aus sich heraus. Was war geschehen?

Wenn sich Prof. Persinger im Komplettpaket mit Astrophysik, Schamanismus, Mystik auseinandergesetzt hätte, hätte er erkennen können, dass seine Probandin beim ersten Mal eine (mystische) Seelenwanderung vollzogen hatte, die sie zugleich als angenehm empfand. Eine Frage, die sich der Forscher in diesem Zusammenhang hätte stellen müssen: Verfügt die Schwesternschülerin etwa aufgrund eines frühkindlichen Prügelerlebnisses über eine leicht aufspaltbare Seele und – welcher Seelenteil reiste? Beim zweiten Mal war es dann das „Spiel mit dem Feuer“, das die Probandin auch genau so wahrnahm. Denn die fünf gesichtslosen Gestalten verweisen nicht auf Gott, sondern auf schamanisches Reisen, insbesondere auf die schamanischen Schutzgeister, die Schamanen bei ihren Reisen zu begleiten haben. Nicht also eine „Gotteserfahrung“ generierte er, sondern er stürzte seine Probandin womöglich in das Schamanentum, damit eine „heiße Initiationen“, die zugleich wie Feuer empfunden wird. War das also eine tatsächlich „entspannende Übung“?

Für mich ist diese Art der Forschung ohne Kenntnis der Feinheiten von Schamanismus und Mystik mit großen Bedenken behaftet, denn wenn man sich mit den beiden Wegen zur Erkenntnis nicht auskennt. Man wirft Menschen, die sich einem anvertrauen, womöglich um Jahre oder sogar um ein ganzes Leben zurück. Ich würde mich das an Stelle eines unbedarften Wissenschaftlers nicht trauen. Ohnehin hielt ich es für sinnvoller, die bereits vorhandenen Erkenntnisse aus mehreren tausend Jahren Kulturgeschichte aufzuarbeiten, anstatt mit problematischen Experimenten Mitmenschen in die Irre zu leiten. Zudem – und das ist für viele ja noch wichtiger als das Seelenheil eines x-beliebigen Mitmenschen – damit sinnlos Geld zu verschleudern. Also fasst man besser sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch die Erfahrungen der alten Wege strukturiert zusammen zu ‚Astrophysik, Schamanismus, Mystik‘.

Zu Mani bliebe anzumerken, dass neben seinen „astrophysikalischen Grundkenntnissen“ auch seine mystischen Einsichten von einer „Zwischenstation“ Kenntnis zu geben scheinen, aus der heraus er sich mit Einsichten bediente und die im berichteten Falle zugleich die Heimat der „fünf noch gesichtslosen Schutzgeister Domenicas“ gewesen sein könnte. Die alten Ägypter nannten es das „Zwischenreich des Ach“, in dem alle noch der Vervollkommnung zustrebenden Seelen zwischen zwei körperlichen Existenzen „geparkt“ werden. Und das scheint zugleich eine Station zu sein, in der es keine Zeitachse in dem uns bekannten Sinne zu geben scheint. Im Grunde wissen wir dank solcherlei Überlegungen zur Religions- und Kulturgeschichte schon seit Jahrtausenden, um was es geht. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass Prof. Persingers Probandin „Domenica“ ohne seelische Blessuren davonkam. Zugleich möchte ich dem Wunsch Ausdruck verleihen dürfen, dass künftige Forschergenerationen wieder zu lesen lernen und dies bitte nicht allein in ihrer Fachliteratur.

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Freie Presse, freies Denken?

schrieb am 22.01.2016 - Allgemein, Lebenshilfe, Philosophisches, Politik, Werbung - Noch keine Kommentare

‚Freie Presse, freies Denken‘ sind vorgeblich hier bestehende Grundrechte. Werden Sie womöglich durch Drittsenderechte der Kirchen in Radio und Fernsehen konterkariert?

Das Grundgesetz garantiert (Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 GG) die Rundfunkfreiheit. Betone hier „Freiheit“. Der Gesetzgeber muss dazu einen verfassungsgemäßen rundfunkpolitischen Ordnungsrahmen setzen. Mit den Vorschriften soll eine Vielfalt an Meinungen im Rundfunk ermöglicht, zugleich die Bürger frei, umfassend und wahrheitsgemäß informiert werden. Ich wiederhole: „Vielfalt an Meinungen, Informationen frei, umfassend und wahr“. Dieses hehre Ziel wird allerdings durch Vereinbarungen und Vorschriften wie den Rundfunkstaatsvertrag, Landesmediengesetze und Sendersatzungen konterkariert, weil nämlich Kirchen als bedeutsame gesellschaftliche Gruppe im Programm der öffentlich-rechtlichen wie der privaten Sender „angemessen“ (nämlich mit Gottesdiensten, Andachten, Morgenfeiern ) zu Wort kommen müssen. Die Kirchen nehmen ihre sogenannten Drittsenderechte dann mit selbst gestalteten Sendungen wahr, deren „geistiger Dünnpfiff“ häufig kaum zu überbieten ist. Schon im Januar 2007 schrieb ich daher der WDR-Intendantin, dass mir die Morgenandachten allmählich „mental“ Probleme bereiten. Dazu gab ich Kostproben. So weckten mich am 10.1.2007 die Sätze: „Meine Seele ist völlig verstört. Bitte Herr errette mich.“ Und am 11.1.2007 kam der Satz: „Im Tod ist Leben.“ Nicht nur Nietzsche riecht in solchen Worten die Würze von Totenkammern. Kaum besser der Domprobst aus Münster in seiner Andacht am 12.1.2007: „Und weil Jesus für uns alle am Kreuz gestorben ist, haben wir an Statur gewonnen.“ Wie bitte? Man erweist den Mitmenschen mit dem eigenen Tod nicht nur einen Gefallen, sondern verhilft ihnen zugleich damit zu mehr Format?

Wieweit weit dürfen Kirchen eigentlich gegenüber (besonders muslimischen oder freidenkenden GEZ-Gebührenzahlern) gehen und was hat das noch mit ‚Freie Presse, freies Denken‘ gemein? Nun wird in der Verfassung ebenso das Grundrecht der Religionsfreiheit (Artikel 4 Absatz 1 und 22 GG) garantiert. Es scheint jedoch nach den landesrechtlichen Vorschriften nur für die evangelischen Kirchen, die katholischen Kirche sowie die jüdischen Gemeinden zu gelten. Nur sehr zögerlich werden Drittsenderechte anderen Religionsgemeinschaften zugesprochen. Doch was ist bitte mit einzelnen Menschen, die ihren eigenen Weg zu Gott gefunden haben? Müssen sich Mystiker jeden Morgen anhören, dass Kirchgänger für ihren Glauben an eine körperliche Wiederauferstehung den Körper ihres Herren verzehren? Das klingt arg nach Kannibalismus. Und das offenbar dort nicht minder beliebte Blutsaufen hat etwas von Vampirismus. Beides sollte in einer zivilisierten Welt nicht geduldet werden. Zudem sollte es den Anhängern dieses merkwürdigen Kultes schon aufgefallen sein, dass es mit einer Wiederauferstehung der Körper nichts geben kann, weil alles Biologische auf dieser Welt vergeht. Allenfalls sind daher wohl seelische Wiedergeburten zu erwarten, die im Übrigen weltweit und in allen (zumindest alten) Kulturen als persönliche Erfahrungen zugleich geistiges Allgemeingut sind. Andererseits wird an der merkwürdigen Überlegung der Wiederauferstehung von den Toten, quasi der Wiedererweckung als Zombies, deutlich, dass es sich bei dieser Idee nicht um eine aus vielen Prozessen gewonnene Einsicht handeln kann, sondern es die Meinung eines einzelnen (daher jedoch sehr merkwürdig gestrickten) Stifters sein muss.

Wenn ich im Sinne von ‚Freie Presse, freies Denken?‘ Sender anschreibe, werden meine Anregungen mit Hinweis auf die entsprechenden Vorschriften zu Drittsenderechten „abgeschmettert“. Ebenso räumt man mir keine Sendezeiten ein, gibt mir keine Gelegenheit, Ihnen zu unterbreiten, was sich mit eigener mystischer Erfahrung zugleich an fremder Weisheit aufschließen lässt. Das bedeutet, dass alle außerhalb der Religionsgemeinschaften gesammelten Erfahrungen unabhängiger und freier Menschen unterdrückt werden. Das hat sicher nichts mit einer vorgeblich garantierten Meinungsfreiheit zu tun, auch nichts mit ‚Freie Presse, freies Denken‘. Das hat sicher ebenso wenig mit einem umfassenden und wahrheitsgemäßen Informationsangebot gemein. Vielmehr werden nur die Vorstellungen sehr obskurer Religionsgemeinschaften manifestiert und das, obwohl diese inzwischen auf fast allen Gebieten dank wissenschaftlicher Erkenntnisse zurückweichen mussten. Im Kernbereich dürfen diese komischen Religionen weiter tun und lassen was sie wollen, dürfen Menschen in die Irre leiten und sich gegen mystische Einsichten sperren.

Ich kenne einige nette Theologen, keine Frage, doch zugleich auch andere. Letztens meinte ein evangelischer Theologe, er arbeite mit Männern. Auf meine Frage, was er dem im Falle einer Trennung von der Partnerin und/oder der Arbeitslosigkeit seinem Gegenüber erzähle, kam nur ungläubiges Staunen, wie ich so etwas denn fragen könne. Als ich darauf nachsetzte, ob er dann mit seinem Seelenheil persönlich vor Gott dafür gerade stände, dass wenigstens seine Bibel-Weisheiten Wahrheit wären, kommentierte er das nur mit „Arschloch“ und brach das Gespräch ab. Ja Herrschaften: Was soll man denn mit Priestern, die nichts wissen und sich nicht auf ihre Aussagen festnageln lassen? Was soll die Welt mit solchen Hallodris, denen das Seelenheil ihrer Mitmenschen offenbar völlig egal ist und die den Mitmenschen jeden Mist verklickern, allein weil Lügen und Betrügen Teil der eigenen Existenzberechtigung ist und am Ende übrigens auch allein dem eigenen körperlichen Wohlergehen dient?

Sehen wir weiter: Wenn schon die Rundfunk- und Fernsehsender dank entsprechender Vorschriften geknebelt werden, sieht sich vielleicht die schreibende Zunft als Korrektiv? Es muss sich ja nicht jedes Regenbogenblatt oder jede Verbraucherzeitung einmischen, doch sollten dies zumindest die führenden Titel der Tages- und Wochenpresse. Gibt es also noch ‚Freie Presse, freies Denken‘ bei den großen Blättern? Leider nein Herrschaften, wo Gesetze und Verordnungen nicht hinlangen, richtet es die freiwillige Selbstbeschränkung. Das jedenfalls enthüllten mir Briefe der Chefredakteure verschiedener Blätter im Anschluss an meine „Pressebriefe“. Offenbar zählt jeder Zuspruch eines studierten Betrügers mehr, als das offene und ehrliche Wort eines Mystiker. ‚Freie Presse, freies Denken‘ gilt nicht für Menschen, die mit Selbst- und Gottvertrauen ihren eigenen Weg gemacht haben. ‚Freie Presse, freies Denken‘ gilt nicht für große Literaten, ja selbstletzten Endes noch nicht einmal für halbgare Religionsstifter. So etwa wurde ich, als einer der Großen seiner Zunft, mein eigener Glaubenslehrer. Ich bin nicht wie Moses, Jesus oder Mohammed in mittlerer oder sogar nur in niederer Meisterschaft unterwegs, sondern habe als Rätselmeister wie mittlerer Meister alle Erlebnisse aufgelöst. Nebenbei habe ich zugleich alle Religionen auf die Schlüsselerlebnisse ihrer Stifter zurückgeführt. Selbstredend stehe ich dazu mit meinem Seelenheil persönlich vor Gott dafür gerade, dass meine Informationen zu Lebenssinn und Weisheit, zu Märchen, Religionen sowie der Verpflichtung, sich selbst zu erlösen, wahr sind. Und ebenso selbstredend genieße ich in diesem Zusammenhang das Vertrauen der Mutter aller unserer Seelen.

Unstreitig steht die Erde am Abgrund und unstreitig flammen immer mehr religiöse Kämpfe auf. Dennoch hält man unfassbar sklavisch an den Glaubensgemeinschaften fest, anstatt die Grabenkämpfe mit dem schon seit 2500 Jahren erreichbaren Wissen zu beenden und den Planeten in eine Heimstatt für alle Seelen zurückzuverwandeln. Man kann darüber nur den Kopf schütteln. Andererseits habe ich es für mich inzwischen schon ein Stück weit aufgegeben, noch während meines irdischen Daseins zumindest die Betonköpfe der Presse zu erreichen.

Zen-Buddhismus und Erkenntnis

schrieb am 24.12.2015 - Grundlagen zur Mystik, Lebenshilfe, Pamphlet, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Für viele in die fernöstlichen Kulturen Verliebte gehören ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ zusammen. Entspricht das überhaupt den Tatsachen oder entspringt die Verknüpfung einer tiefgreifenden Unkenntnis?

Unter dem Begriff „Zen“ wird eine Sammlung des Verstandes in Versunkenheit gefasst, in der alles Dualistische aufgehoben ist, also „Ich und Du“, „Gut und Böse“, „Subjekt und Objekt“, „Wahr und Falsch“ und so weiter. Der Weg des „Zen“ wird gepriesen als eine mystische Erfahrung und mancher hält ihn für den Königsweg zur Erkenntnis schlechthin. Das Sitzen und Sichversenken sei nämlich der direkteste und steilste Weg zur Erleuchtung, was der Fachmann mit „Satori“ umschreibe. Gefeiert wird das Sichversenken darüber hinaus als eine Befreiung aus jeglicher Knechtung der Gedanken.

Mein lieber Scholli, der Anspruch ist hoch, allerdings nur was die vorgebliche Qualität der Ergebnisse anbelangt. Um sich nämlich bereits vertieft und umfassend über sich Klarheit zu verschaffen, bedarf es einer Betrachtung des Selbst wie in vielen Spiegeln, um zur Erkenntnis zu gelangen. Eine Weisheit, die uns bereits in Hesses „Steppenwolf“ im „Traktat des Steppenwolf(es)“ vorgestellt wird, und die über ein banales Schwaz/Weiß-Denken weit hinausführt. So findet man mit der dualistischen Betrachtung des Zen vielleicht noch heraus, wer in einem sexuellen Schlüsselerlebnis Täter und wer Opfer war. Doch auch dort gilt es zumeist, beide Anteile in dem Erlebnis zu untersuchen. Unlösbar wird es jedenfalls für den Zen, folgende Fragen zu beantworten: Wie löse ich eine Notwehr auf der göttlichen Selbsterkenntnisebene, wie ein frühkindliches Prügelerlebnis, wie eine Seelenwanderung, wie eine Abtreibung und so weiter. Das funktioniert nicht mit Schwarz/Weiß-Denken. Im Grunde offenbart der Zen-Buddhismus mit seinem Denkansatz bereits, woher er stammt. Er gehört zur (nach Laotse) mittleren Meisterschaft, allerdings ohne Gewähr, damit die mittlere Meisterschaft tatsächlich erreichen zu können. ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ gehören nur auf schmaler Schiene beieinander, denn der Adept bleibt ohne Erkenntnis hinsichtlich göttlicher Aufnahme. Der Zen bietet zudem keine Ansätze für das Auflösen von nicht-sexuellen Erlebnissen.

'Zen-Buddhismus und Erkenntnis' klammern das Schamanisieren aus.

Die Seele verlässt den Körper, um ihre Hülle (den Körper) zu betrachten

‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ bleiben somit eine Nabelschau auf der Ebene dualen Denkens, ohne eine höhere Meisterschaftsstufe (wenn es denn gut läuft) als maximal die mittlere zu erlangen. Also: Steiler Weg zum Gipfel der Erkenntnis? Eher nicht, vor allem, wenn man in der Rückwärtsbetrachtung weitere Erlebnisse aufspürt, die sich nicht mit „Gut und Böse“ aufschließen lassen. Was würde ein Zen-Buddhist etwa zu Goethes Herausziehen der männlichen Seele aus der Brust, dem Ausbrennen des weiblichen Teiles und der Wiedergeburt der in Liebe verbundenen Teile der Gesamtseele erzählen? Wie erklärt der Zen-Buddhist Hafisens Seelenopfer, das für ihn zum Rettungsmittel wird. Wie erklärt der Zen-Buddhist allein das „Sich-Betrachten, wie es die nebenstehende Figur aus Afrika aufzeigt? Noch immer nicht überzeugt? Lieber Zen-Buddhist: Wozu gehört die Figur eigentlich, zu Schwarz oder zu Weiß, zu Schamanentum oder Mystik oder ist Schwarz/Weiß umgekehrt zuzuordnen? Die Antwort ist: Sie gehört zu beidem, kann Schamanisieren oder mystisches Sich-Betrachten sein. Und beide Richtungen sind mal schwarz, mal weiß, doch meistens bunt!

Doch zurück zum Thema: Im Moment ist ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ in aller Munde und damit leider arg „en vogue“. Sogar mancher Talkmaster schwafelt von den Vorzügen dieser Denke. Dabei wäre es möglich, sich auf westliche Denktraditionen zu besinnen. Wir kennen genügend Literaten, wir haben dazu nicht wenige Märchenerzähler, die uns mit uns selbst helfen können, für alle Meisterschaften. Dass Platon zudem seinen geistigen Ziehvater Parmenides auf Kosten einer eigenen Philosophie (seiner Denkschule) diskreditierte, mag auch mit der (unausgesprochenen) Einsicht zusammen gehangen haben, dass ein wie im Zen-Buddhisnus propagiertes Schwarz/Weiß-Denken (wie das des mittleren Meisters Parmenides) eben nicht ausreicht, die Welt zu erklären. Wir müssen uns daher ebenso wenig von Platon (mancher sagt Plato) verabschieden, wenn wir die Denkweise der Literaten eröffnen. Auf einer übergeordneten Ebene nämlich ließe sich Beides wieder miteinander verbinden. Denn ebenso wenig man einen Zen-Buddhisten morgens mit dem Wort „Atommüll“ in die Versenkung schicken kann und der abends mit einem Entsorgungskonzept wiederkommt, genauso wenig können wir bei den anstehenden Problemen in der Welt auf die Logik der Denkschule Platons verzichten.

Wenn ich hier also zunächst einmal gegen den Zen predigen muss, so weil er nur einen kleinen Ausschnitt von Mystik abbildet. Dennoch werden ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ mit in die hier propagierte, neue Denkströmung aufgenommen. Wenn ich hier gegen die traditionelle Psychologie zu Felde zog, so weil es Seele gibt und der Mensch deswegen Aufgaben im Leben hat. Die Psychologie sollte unterstützen und nicht mit Medikamenten vollpumpen, belügen und wegsperren. Wenn ich hier gegen Plartons Abkehr von Parmenides zu Felde zog, so nur der persönlichen Entwicklung willen, nicht um die Welt mit einer neuen, bzw. alten Denke zu revolutionieren. Wir sind an einem Punkt der Menschheitsentwicklung angelangt, an dem wir alle Geister, alle Denkweisen und alle Konzepte zur Rettung des Planeten wie der Menschheit brauchen. Dabei hilft uns, um den Bogen zum Titel zurückzuspannen, kein Schwarz/Weiß-Denken, sondern nur ein Beleuchten der Probleme aus allen Richtungen. Und das, liebe Freunde, ist mal „ganz steiler Satori“.

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