Kategorie: Persönliches

Wie mein Werk entstand

schrieb am 23.05.2018 - Buchvorstellung, Lebensgeschichte, Persönliches, Werbung - 1 Kommentar

Wie mein Werk entstand – aller Anfang ist schwer

Alles begann im zarten Alter von 33 Lenzen (lasse ich die Zeichen seit meinem 15. Lebensjahr außen vor), als ich unentschieden zwischen zwei Frauen „abstürzte“. Im Bewusstsein meiner Erlebnisse, die mich prägten, wollte ich einer von beiden durch die Abtreibung helfen und – half mir damit selbst. In der Zusammenfassung eines Prügelerlebnisses (in dem die Seele gespalten wurde), der deshalb im Nachgang möglich gewordenen Seelenwanderung sowie den Ängsten aus dem Verlust eines nahen Angehörigen erwuchs der erste Teil meines Schriften um die Auflösung einer (von mir weder initiierten noch vorgenommenen) Abtreibung. Ein befreundeter Philosoph wurde in dieser Zeit mein Ansprechpartner und forderte von mir ein klares, philosophisches Denken. Was dem Philosophen am Ende logisch und nachvollziehbar erschien, war und blieb jedoch einem Psychologen ein Rätsel. Denn der befreundete „Seelendoktor“ hinterfragte meine Schriften etwa mit den Worten: „Was hat er sich denn da ausgedacht? Was für ein Quatsch ist das denn?“ Für mich wurden seine Zweifel indes zum Antrieb, meine Überlegungen in Literatur, Religionen und Märchen zu überprüfen.

Wie mein Werk entstand – das „zweite Standbein“

Eine zweite „Auflösungsschiene“ war die Sage(n) vom versunkenen Schloss. Eine mutmaßliche Nonne wurde aus einem Kloster entführt und über Jahre vergewaltigt. Mutmaßlich gebahr sie ihrem Peiniger sogar noch Kinder. Nach ihrem Prozess des Erkennens starb sie dann wohl neben ihm und lächelte im Tode (weil erlöst). Dagegen dürfte er sich dem himmlischen Gericht (so mutmaßlich erkennbar für die Beobachter damals), in abwehrender Haltung zu entziehen, versucht haben. Das Geschehene hat die Menschen in der mündlichen Überlieferung inspiriert, von einem göttlichen Bestrafung des Ritters zu sprechen, was umgekehrt den Prozess der Frau um Erkenntnisse zur Folge gehabt haben muss. Für mich wurde auch diese Arbeit zu einer Auseinandersetzung mit eigener Geschichte, nämlich zu einer um Überforderung. Auf diese Weise jedoch wurde ich vollständig von Belastungen befreit und konnte sodann als Märtyrer um die Abtreibung und Meister um sexuelle Erlebnisse (nur Letzteres wie bei Buddha), breitest aufgestellt, an Literatur, Märchen und Religionen herangehen.

Wie mein Werk entstand – die Berührung mit Literatur

In der Schule mit Literatur in Berührung gekommen, analysierte ich die Schriften Hesses, nachfolgend die Goethes. Ich wurde fündig zum Seelenentscheid zwischen Mystik und Schamanentum in Hesses „Steppenwolf“ und sodann in Goethes „Faust„. Goethe legte im Übrigen seine Schlüsselerlebnisse im „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ dar, während die Auflösung dem „Faust“ vorbehalten blieb. Auch sein Faust nötigte zur Abtreibung und musste diese anschließend selbst auflösen. Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ offenbarte dasselbe Geheimnis und beide zeigten mir weitere Quellen auf. Goethe wies auf Hafis und Rumi, Nietzsche auf den Religionsstifter Zarathustra. Nicht zu erwähnen werden braucht, dass Hesse Goethe verehrte (wie das auch Nietzsche formulierte) und Hesses Lieblingsphilosoph Nietzsche hieß. Mystiker und Meister „erkennen“ eben einander. Den dreien damals wohl unbekannt, eröffnete sich mir zudem das „Tatoteking“ des Laotse, welches inzwischen in einer sinnvollen Übersetzung des Mystikers Erwin Rousselle vorliegt. Dante drängte sich des Weiteren auf, Hermes Trismegistos musste gelesen werden und über Meister Eckharts Überlegungen zu den Meisterschaftsstufen bei Augustinus gelangte ich schließlich zu dessen „Bekenntnissen“. Schon das unqualifizierte Kauderwelsch des niederen Meisters Eckhart hatte mir offenbart, dass Augustinus ein Rätselmeister gewesen sein musste, eine Annahme, die sich schließlich bestätigte. wesentliche Ergebnisse präsentierte ich im Übrigen in einer Arbeit für den Falter. In einer Installation mit schließlich einem Literaturtempel (Rest noch vorhanden) stellte ich Bilder und Überlegungen zur Literatur und die Auswirkungen auf die Hinterlassenschaften der Religionsstifter ein.

Wie mein Werk entstand

Die Himmelsleiter, eine Arbeit für den Falter

Wie mein  Werk entstand – Märchen, Sagen und Religionen

Selbstredend spiegelt das Vorhergesagte nur den ungefähren Ablauf wieder, weil es neben den Schriften der großen Mystiker Weiteres zu entdecken gab. So empfahl mir eine Bekannte, weil sie es sich wünschte: „Mach doch mal was mit Märchen, wenn Dich Sagen interessieren“.  Habe ich auch gemacht und wurde erneut fündig. Ich entdeckte, dass die einfachen Menschen aus dem Volk, ohne Bildung, diesen Weg für sich aufgetan hatten, Einsichten und Weisheiten weiterzugeben. Clarissa Pinkola Estes, Psychologin und Autorin von „Die Wolfsfrau“, hatte Unrecht, als sie meinte, die Brüder Grimm hätten Mystik aus den Märchen entfernt. Sie verstand nur nicht, dass Märchen Berichte über den Erwerb von göttlicher Selbsterkenntnis zum Inhalt haben. Auf solcherlei Arten von Einsichten hatte Estes keinen Zugriff. Und Robert Bly offenbarte überdies in „Der Eisenhans“, wiederum einem Märchen aus der Sammlung der Grimms, dass er ebenso wenig von göttlicher Selbsterkenntnis und göttlicher Erkenntnis verstanden hatte. Beide amerikanische Autoren hatten jedoch über Jahre dafür gesorgt, dass ich um Märchen zunächst einen Bogen geschlagen hatte, bis mich meine Bekannte freundlich, aber bestimmt, dazu aufforderte.

Die Religionen kamen mir natürlich zwischendurch immer wieder unter. Hier zeigte der Abgleich mit Literaten und Märchenerzählern, dass die Stifter nicht alle ihre Erlebnisse verstanden hatten oder ordentlich aufarbeiteten, dass sie zudem den Wert ihrer Erkenntnisse nicht einzuschätzen wussten und deshalb persönliche Offenbarungen verallgemeinerten. Am Ende hielten sie sich noch in fataler Selbstüberschätzung für besonders erwählt. Aus heutiger Sicht empfehle ich daher dringend, sich des Salms der Religionsstifter nur dann anzunehmen, wenn man menschlich, sittlich und moralisch dazu gefestigt ist.

Wie mein Werk entstand – Dinge finden zueinander

Meine Einsichten und Erkenntnisse nahmen über 25 Jahre stringenter Arbeit stetig zu, Gründe immer erneuter Überarbeitungen. So gab es zu Beginn nur eigene Überlegungen, dazu Blicke auf wenige Religionsstifter und kaum Literaten sowie die Sagenauflösung. Inzwischen sind es vier Bücher einer „Wahren Tetralogie“: „Mystisches Deutschland“ beschäftigt sich mit Märchen und Sagen, „“Lebenssinn und Weisheit“ mit überwiegend europäischen Literaten und ausgesuchten Religionsstiftern,  „Grundstrukturen der Religionen“ mit allen Glaubenslehren und „Die Reise in die Seele“ dient nicht nur der Hilfe, sondern ist zugleich ein Nachweis über die eigenen Wege. Lesen Sie also, was auch Sie (psychisch) gesund machen kann, meine Umschau über Märchen, Sagen, Religionen, Literatur und eigene Wege. Alle Bücher gibt es übrigens bei AMAZON.

Soweit man sich im Weiteren über „meine“ Stadtgeschichte wundern mag: Sie ist Ausfluss der Beschäftigung mit den Sage(n). Ich wollte wissen, ob und wie diese zur Stadtgeschichte „passen“. Zudem wollte ich mich mit den Wikipedia-Lemmas und „Langenfeld im Wandel der Zeiten“ in die Geschichte einschreiben. Und neben vielfältiger Beratung und der Gründung der „Künstlergruppe Falter“ gedachte ich, mit Stadtkrimis meine Bekanntheit zu steigern, zugleich das Beziehungsgeflecht der großen Mystiker und deren Wissen vor- und rückwärts aufzuzeigen. Denn mit ihrer Hilfe betreibt sie (die große Mutter) ihre Politik. Lesen Sie hierzu meinen Stadtkrimi „Kruger und die Politik„. Zur Abrundung noch dieser letztgenannten Themen Laotse: „Hört ein hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend.“ – Wohl erkannt, mein alter chinesischer Freund.

Autor Claus-Peter Peters

schrieb am 26.06.2016 - Persönliches - Noch keine Kommentare

Der Autor Claus-Peter Peters wurde im Mai 1960 in Langenfeld geboren. Nach Schulausbildung und Abitur 1979 in Langenfeld waren Wehrdienst sowie Jura-/BWL-Studium folgende Stationen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er als Schadensachbearbeiter in der Versicherungswirtschaft. Das Hobby Fotografie nahm er mit seinem 8. Lebensjahr auf und steuert inzwischen sogar Bilder zu Falter-Ausstellungen bei. Darüber hinaus schreibt er seit gut 20 Jahren vorwiegend Sachbücher.

Autor Claus-Peter Peters

Claus-Peter Peters

Zur jüngeren Entwicklung: Zwischen 2010 bis 2012 verfasste Peters mehr als 60 Lemmas zur Stadtgeschichte in Wikipedia und illustrierte seine Arbeit mit eigenen Fotos. Hieraus resultierte das 2013 erschienene Buch „Langenfeld im Wandel der Zeiten“. Darüber hinaus schrieb er einige Kurzgeschichten und seit 2015 Stadtkrimis. Schwerpunkt seiner Autorentätigkeit bleibt jedoch Mystik. Hier bildete – nach metaphysischer Selbstentwicklung – die Untersuchung der Werke mystisch geprägter Dichter, Denker, Märchenerzähler und Religionsstifter sein Hauptaugenmerk. Religionen versteht er seither als teils unvollständige schamanische oder mystische Lehren.

Sein Hauptwerk, die „Wahre Tetralogie“, erschien zwischen 2014 und 2016 bei Amazon. Jedes der Bücher ist einzeln und jeweils als Ebook wie als Druckfassung erhältlich. Die vier Bände beschäftigen sich mit: „Mystisches Deutschland“ (der wahren, mystischen Bedeutung der Märchen); „Lebenssinn und Weisheit“ (der Mystik in den Schriften von Dichtern und Denkern); „Grundstrukturen der Religionen“ (hier überwiegend Mystik und Schamanentum) sowie „Die Reise in die Seele“ (mit Anleitungen zur Entwicklung des Lesers).

Aktuell entstehen zumeist Blog-Artikel für eine seiner Webseiten forum-freie-mystik.de (hier), ritter-pitter.de (Stadtgeschichte), nektar-ambrosia-consult.de (Politik, gesellschaftliche Entwicklung) und ig-klm.de (Kunst). Aus der Beschäftigung mit Fotografie und Literatur erwachsen zudem Beiträge für die Künstlergruppe Falter und zwar sowohl Bilder als auch Installationen. Überdies hält er die Arbeit der Gruppe in Fotodokumentationen und Büchern fest. Darüber hinaus entwirft der Autor Claus-Peter Peters die meisten, von Falter stammenden Pressetexte und beschäftigt sich mit fremder Kunst mittels interpretatorischer Texte. Als Gründer und aktueller Sprecher der Gruppe Falter leitet er die Interessengemeinschaft. Dazu nimmt er zugleich (mit anderen) organisatorische, strategische sowie künstlerische Aufgaben wahr.

Peters wird im Übrigen nach seinem Berufsleben, so die Planung, mehr Zeit in die Kunst sowie die Webseiten investieren. Auf diese künftige Aufgabe freut er sich bereits.

Traummann sucht Traumfrau

schrieb am 21.05.2011 - Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Pamphlet, Persönliches - Noch keine Kommentare

Traummann sucht Traumfrau, als ob es das gäbe. Die meisten Beziehungen werden von Menschen geschlossen, die sich noch nicht einmal bemühen. Und Beziehungen von Traumpartnern kennen ja zumeist nur den Akt der Selbstbestrafung. Für mich war und ist das der Grund, allein zu sein, wobei ich mir hinsichtlich der Möglichkeit, selbst „Traumpartner“ sein zu können, sehr wohl bewusst bin, für die meisten Frauen gar kein Traummann zu sein. Kollege Nietzsche war im Übrigen bereits im Zarathustra zu diesem Thema mit guten Ideen unterwegs. Statt mir daher noch einmal selbst etwas zum Thema aus den Fingern zu saugen, möchte ich stattdessen aus Friedrich Nietzsches, „Also sprach Zarathustra“, Kap. „Von Liebe und Ehe“ zitieren dürfen. Der Text sprach mich im Übrigen bei der ersten Lektüre genauso an, als wäre er nur für mich geschrieben worden.

Traummann sucht Traumfrau, Nietzsche wusste, worauf es ankommt.

Von Liebe und Ehe verstand er mehr, als viele Verheiratete heutzutage

„Ich habe eine Frage für dich allein, mein Bruder: wie ein Senkblei werfe ich diese Frage in deine Seele, das ich wisse, wie tief sie sei. Du bist jung und wünschest dir Kind und Ehe. Aber ich frage dich: bist du ein Mensch, der sich ein Kind wünschen darf?
Bist du der Siegreiche, der Selbstbezwinger, der Gebieter der Sinne, der Herr deiner Tugenden? Also frage ich dich.
Oder redet aus deinem Wunsche das Tier und die Notdurft? Oder Vereinsamung? Oder Unfriede mit dir?
Ich will, dass dein Sieg und deine Freiheit sich nach einem Kinde sehne. Lebendige Denkmale sollst du bauen deinem Siege und deiner Befreiung. Über dich sollst du hinausbauen. Aber erst musst du mir selbst gebaut sein, rechtwinklig an Leib und Seele. Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe! Einen höhern Leib sollst du schaffen, eine erste Bewegung, ein aus sich rollendes Rad, – einen Schaffenden sollst du schaffen.“

Ganz ordentlich hohe Ansprüche, die Nietzsche formulierte. Doch inzwischen bin ich tatsächlich dahin gelangt, rechtwinklig gebaut an Leib und Seele. Rechtwinklig gebaut am Leib, gefällt mir beim Blick in den Spiegel wohl weniger, doch das Zweite ist ganz nach meinem Geschmack. Denn so viel ein einzelner Mensch über Gott und Seele für sich in Erfahrung bringen kann, wollte ich für mich wissen, und das Ziel habe ich erreicht. Dabei habe ich mit jeder Runde der Überarbeitung meiner Bücher über mich hinaus gebaut, wie Nietzsche es einfordete, um damit zugleich ein aus sich rollendes Rad zu schaffen. Doch nichts wurde es mit dem von Nietzsche „zur Hilfe genehmigten Garten der Ehe“. Es blieb mir lediglich eine Art Ersatzfamilie, nämlich „meine“ Künstlergruppe. Nun denn, jetzt bin ich in dem Alter, in dem Nietzsche starb. Damit könnte ich zugleich einem Kind nicht nur der Vater, sondern gleich dazu der Großvater sein, ein echter „Pepe“ eben, wie man Großväter väterlicherseits in Frankreich nannte (heute veraltet). Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn die Zeit eine andere gewesen wäre. Denn vor zwanzig, dreißig Jahren gab es keine Handy-Süchtigen, keine Internet-Junkies und man begegnete sich noch bei Veranstaltungen oder im Kaufhaus. Damals hätte es passieren können und das dann mit dem Kopf von heute, das wäre es gewesen. Naja, noch einmal zurück zu Friedrich Nietzsche:

„Ehe: so heiße ich den Willen zu zweien, das Eine schaffen, das mehr ist, als die es schufen. Ehrfurcht voreinander nenne ich Ehe als vor den Wollenden eines solchen Willens. Dies seien der Sinn und die Wahrheit deiner Ehe. Aber das, was die Viel-zu-Vielen Ehe nennen, diese Überflüssigen, – ach, wie nenne ich das?
Ach, diese Armut der Seele zu zweien! Ach, dieser Schmutz dieser Seele zu zweien! Ach, dies erbärmliche Behagen zu zweien! Ehe nennen sie dies alles; und sie sagen, ihre Ehen seien im Himmel geschlossen. Nun, ich mag ihn nicht, diesen Himmel der Überflüssigen! Nein, ich mag sie nicht, diese im himmlischen Netz verschlungenen Tiere!
Fern bleibe mir auch der Gott, der heranhinkt, zu segnen, was er nicht zusammenfügte! Lacht mir nicht über solche Ehen! Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?“

Selbst wenn das grob klingt und böse ist, hat er nicht unrecht. Denn tatsächlich hocken die meisten beieinander und kennen noch sich selbst nicht. Oft wird nur die körperliche Entwicklung gesehen (kann man doch nichts kaputtmachen, ist auch alles dran). Dennoch kann der andere beschädigt oder zerstört werden, weil etwa schon der eine der beiden viel weiter ist, als der andere. Einen Partner muss man deshalb mit Bedacht wählen. Und Kollege Nietzsche wusste dazu ebenfalls aus eigener Anschauung beizusteuern:

„Würdig schien mir dieser Mann und reif für den Sinn der Erde: aber als ich sein Weib sah, schien mir die Erde ein Haus für Unsinnige. Ja, ich wollte, dass die Erde in Krampten bebte, wenn sich ein Heiliger und eine Gans miteinander paaren. Dieser ging wie ein Held auf Wahrheiten aus und endlich erbeutete er sich eine kleine geputzte Lüge. Seine Ehe nennt er’s.
Jener war spröde im Verkehr und wählte wählerisch. Aber mit einem Male verdarb er sich für alle Male seine Gesellschaft: seine Ehe nennt er’s.
Jener suchte eine Magd mit den Tugenden eines Engels. Aber mit einem Male wurde er die Magd eines Weibes, und nun täte es Not, dass er darüber noch zum Engel werde.
Sorgsam fand ich jetzt alle Käufer, und alle haben listige Augen. Aber seine Frau kauft auch der Listigste noch im Sack. Viele kurze Torheiten – das heißt bei euch Liebe. Und eure Liebe macht vielen kurzen Torheiten ein Ende, als Eine lange Dummheit. Eure Liebe zum Weibe und des Weibes Liebe zum Manne: ach, möchte sie doch Mitleiden sein mit leidenden und verhüllten Göttern! Aber zumeist erraten zwei Tiere einander. Aber auch noch eure beste Liebe ist nur ein verzücktes Gleichnis und eine schmerzhafte Glut. Eine Fackel ist sie, die euch höheren Wegen leuchten soll.
Über euch hinaus sollt ihr einst lieben! So lernt erst lieben! Und darum musstet ihr den bitteren Kelch eurer Liebe trinken. Bitternis ist im Kelch auch der besten Liebe: so macht sie Sehnsucht zum Übermenschen, so macht sie Durst dir, dem Schaffenden! Durst dem Schaffenden, Pfeil und Sehnsucht zum Übermenschen: sprich, mein Bruder, ist dies dein Wille zur Ehe? Heilig heißt mir solch ein Wille und solche Ehe. – Also sprach Zarathustra“

Der „Übermensch“ ist eine oft missverstandene Formulierung, bedeutet im Sinne des Kollegen die erfolgreiche Selbstbezwingung, die Überwindung der eigenen Geschichte, um daraus Weisheit zu schöpfen. Zugleich erlangt derjenige Gewissheit um göttliche Aufnahme, wird sozusagen „fit für den Austritt aus dem Geburtenkreislauf“ und eben deshalb zum „Übermenschen“. Der Rest des Textes mag dahinstehen, er vertieft im Wesentlichen die bereits zu Beginn postulierten Forderungen an die Persönlichkeitsentwicklung.
Das schließlich ist ebenso mein Anspruch, muss leider mein Anspruch sein, selbst wenn mir bewusst ist, dass selbst der Listigste noch seine Gattin im Sack kauft. So bleibt die Hoffnung (die bekanntermaßern zuletzt stirbt), dass es irgendwo eine Weib geschafft haben möge, den eigenen Weg zu finden – und Interesse an mir und an einer großen Aufgabe hat. Und für die hätte ich noch meine früheren Überlegungen zur Ehe, natürlich nur zur Abschreckung.

Thema Partnerschaft

schrieb am 15.05.2011 - Lebensgeschichte, Persönliches - Noch keine Kommentare

Zum Thema Partnerschaft fand sich bis vor einiger Zeit hier auf der Forumsseite noch ein kurzer Beitrag „Traummann (?) sucht Traumfrau“, den ich immer wieder umschrieb. Inzwischen gibt es unter der Überschrift „Traummann sucht Traumfrau“ Sinnreicheres aus der Feder Friedrich Nietzsches. Nichtsdestotrotz fehlte mir irgendwann mein eigenes Geschwafel, denn das Thema ist ja nicht unwichtig. Damit zu meinem alten Text und meinen Überlegungen.

Bei Überführung der Unterseiten der alten Webseiten in die neuen Internetauftritte entfiel ein Artikel „Partnersuche“, der sich auf der „ritter-pitter.de“ befand. Obwohl mehrfach überarbeitet, gefiel er mir einfach nicht mehr, ich befand ihn irgendwie zu „dröge“ und zu „akademisch“. Daher blieb die immer wieder an mich herangetragene Frage, warum ich denn ohne Partnerin sei, für längere Zeit unbeantwortet. Dem sei hier abgeholfen.
Wie bereits in meinen Büchern ausgeführt, lernte ich überwiegend Frauen mit Bündeln an Problemen kennen. Das Unerfreuliche: Je mehr man verstrickt ist, desto verstricktere Menschen tauchen im Leben auf. Jedenfalls zeigten sich „meine Frauen“ frigide, nymphoman, verstört oder gar zerstörend, weil sie in ihrem Verhalten negative Erfahrung aus alten Beziehungen widerspiegelten. Womöglich haben mich Frauen ähnlich wahrgenommen, was ich mir jedoch andererseits kaum vorstellen kann. Bei mir nämlich, so meine Überzeugung, haben sich stets eine positive Grundhaltung dem Leben gegenüber sowie eine gute Kinderstube mäßigend ausgewirkt.
Der geneigte Leser mag daraus zunächst einmal für sich ersehen, dass es notwendig ist, seine Lebenserlebnisse für sich aufzuschließen und seine Lebenserfahrung „zu verdauen“. Wohin im Übrigen der umgekehrte Weg führen kann, habe ich in Katastrophenbeziehungen in der Bekanntschaft zur Genüge gesehen. Und die Spirale dreht sich leider weiter nach unten, wenn man dem Treiben keinen Einhalt gebietet.
Ich habe dem Treiben Einhalt geboten und möchte, obwohl ich alle Schlüsselerlebnisse – sogar die Abtreibung – auflösen kann, keine mit ihrer Lebensgeschichte verstrickte Frau mehr an meiner Seite. Denn erstens könnte ich deren Unfreiheit nicht ertragen und zweitens fürchte ich, wenn ich (selbst ungewollt)  erst einmal die diesbezügliche Arbeit angestoßen habe, ich an der Auflösung ihrer Geschichte „mit“-arbeiten müsste. Sorry, aber die Nerven dafür habe ich einfach nicht mehr. Und Psychologe oder Therapeut bin ich auch nicht. Ich begehre nur noch meine Ruhe und bin eben deswegen solo.
Damit zu der Frage, wie eine Traumfrau in meinen Augen aussehen müsste. Keineswegs sollte es eine drogensüchtige, nikotinabhängige und/oder körperbemalte Dumpfbacke sein, keine Frau mit Anhang aus alter Beziehung, mit Hund, Katze, Maus und/oder Schulden. Sie sollte zudem ihre alten Beziehungen hinter sich gelassen und sinnvollerweise ihre Erlebnisse bereits vollständig aufgelöst haben. Im Grunde ist das ohnehin nicht mehr als die Forderung, die man vor jeder Beziehung an sein neues Gegenüber stellen sollte. Stattdessen hat man es häufig mit verstrickten, hormongesteuerten, ungebildeten und/oder unterbelichteten Kreaturen zu tun, von denen Nietzsche meinte, sie kämen und lebten wie die Tiere zusammen. Er bezog das nicht allein auf Frauen, sondern gleichermaßen auf Männer. Und – recht hatte er.

So jedenfalls erklärt sich, warum mir keine Herzensdame unterkam, obwohl ich gerne mit dem Herzen und damit richtig hingucke. Dieser (wohl geübte) Blick allerdings hatte gelegentlich Missverständnisse zur Folge, weil er mit dem verliebten Blick verwechselt wurde. Für mich ist dies der Grund, mit dem offenen Herzensblick zurückhaltend umzugehen.

An die Stichworte „Traumfrau“ und „Herzensprüfung“ knüpft sich eine letzte Frage: Ist denn der Autor umgekehrt ein Traummann und lohnt sich für ihn die Liebe? – Nun ja, ich sehe trotz aller Bemühungen und Kämpfe bei mir noch immer Fehler und Schwächen, die ich bisher nicht ausmerzen konnte. Ich arbeite jedoch daran.