Kategorie: Grundlagen zur Mystik

Mystik ist kein Hexenwerk

schrieb am 09.07.2017 - Allgemein, Grundlagen zur Mystik - Noch keine Kommentare

Trotz manch gegenteiliger Auffassungen: Mystik ist kein Hexenwerk. Das gilt, selbst wenn Goethe im Faust zum Blocksberg zieht und Gott in vielen Traumoffenbarungen als Frau erscheint. Denn solche Gottes-Erlebnisse sind jeweils Teil bestimmter Prozesse, um die persönliche Lebensgeschichte aufzuarbeiten.

Gleich von mir dazu gefragt: Halten Sie es denn für schlecht, in einer Traumoffenbarung Gott als Frau zu sehen und daraus zu schließen, dass Gott eine Frau sei? – Vielleicht antworten Sie mir: Nein, aber Gott als Frau zu sehen kann doch nur Teil mancher Prozesse sein, nicht aller. Denn nicht alle Mystiker sprechen von Gott als einer Frau. Und dann nennen Sie mir Moses oder Mohammed als glorreiche Beispiele, dass Gott bei den großen Propheten doch eben ein Greis sei mit weißem Bart. Ein Mann, ausgestattet übrigens mit einem so üblen Mundgeruch, dass sogar Ton lebendig wird und wegläuft.

Dazu sage ich Ihnen: Mystik ist kein Hexenwerk und ein großer Prophet ist noch lange kein großer Mystiker. Ein Prophet war nur ein Licht an einem dunklen Ort und deshalb ist er meist zum Mittler zwischen Gott und den Menschen avanciert. Mystik entsteht nämlich, liebe Leser, in der Hinwendung eines jeden Menschen persönlich – und ohne Vermittlung – zu Gott.

Am Rande notiert: Wenn nun, wie in den Fällen von Moses oder Mohammed, ein Prophet zum Mittler zwischen Gott und den Menschen wurde, spricht das im Grunde für – Schamanismus. Denn Schamanen reisen mit ihrer Seele, um Welt- und Heilwissen zu erlangen. Bedeutet, dass Moses oder Mohammed neben mystischem Wissen um ihre Person auch schamanisch tätig wurden oder Schamanismus zuließen. (Bei Mohammed weiß man es, da er in einer Höhle mit einem Geistwesen kommunizierte. Bei Moses kann und darf man es bei den Gesetzestafeln vermuten, wenn es denn nicht eine Traumoffenbarung war, die ein geschickter Steinmetz in Tafeln umwandelte.) Im Übrigen und damit noch zur Randnotiz am Rande notiert: Wenn Schamanen „große“ genannt werden, dann reisen sie mit ihrer Seele zur Herrin der Tiere. Man beachte daher: Schon wieder Gott als Frau.

Mystik ist kein Hexenwerk

Laotse wie er auf dem Ochsen nach Westen in die Immigration reitet.

Man könnte sich nun Gedanken machen, warum Gott von den Propheten und nachfolgend in den Religionen regelmäßig als Mann dargestellt oder angesprochen wurde. Laotse, ein alter mystischer Großmeister aus China, ordnete dazu männliche Gottesbilder den niederen Meistern zu, ein diffuses Gottesbild den mittleren Meistern und nur den hohen Meistern ein Gottesbild von einer Führerin des Alls. Da niedere Meister nur ein Gottesurteil erfahren, können sie auch mit ihren überkommenen Anschauungen aus den Naturreligionen in ihren Erkenntnisprozess starten. Für sie bleibt am Ende mit nur dem Urteil über ihr Leben oder ihre Verfehlungen eh alles beim Alten. Die mittleren Meister dagegen lavieren herum, so wie man eben sexuelle Erlebnisse auflöst. Man wechselt dazu aus der Opfersicht in die Tätersicht oder umgekehrt. Alles korrekt, denn – richtig – Mystik ist kein Hexenwerk.

Fakt jedenfalls ist, dass nur große Mystiker Gott als Frau wahrnehmen. Und das wiederum, war schon angesprochen, ist die Parallele zum Schamanentum, wo auch nur große Schamanen es schaffen, mit ihrer Seele bis zur Herrin der Tiere zu reisen.

Bedeutet für Moses und Mohammed: Beide können keine großen Mystiker oder Schamanen gewesen sein, denn Mystik ist kein Hexenwerk. Des Weiteren darf festgestellt werden, waren beide ob ihres Gottesbildes nur niedere Meister. Von Moses ist niedere Meisterschaft bekannt, denn er tötete den ägyptischen Aufseher, der seinen Bruder übelst zurichtete. Dass er dennoch kein Mörder war, dafür setzte sich Mohammed ein, der dazu von irgendwoher beizusteuern wusste, dass Gott gern verzeiht. Nur wem und warum Gott verzeiht, ließ er offen. Wenn man sich dazu Täterprozesse und Ergebnisse bei Mördern betrachtet, bleibt nur die Tötung in Notwehr als Schlüsselerlebnis für den mystischen Prozess beider Herren übrig.

Daher dürfen wir uns freuen, dass laut Mohammed mit ihm, dem Siegel aller Propheten, denn auch Schluss sei mit den Schamanen-Vermittlern mit ihrem ungesunden Halbwissen. Eine richtig gute Nachricht für alle Mystiker und dafür danken wir ihm letztens Endes alle.

Ein Hinweis auf die literarische Auseinandersetzung mit Religionen, Märchen und Literaur bietet die Installation des Autors bei der Künstlergruppe Falter: Die Metaphysik-Literatur-Installation. Zudem erscheint in Kürze mit „17+4 – Kruger und die Politik“ ein Stadtkrimi zum Thema bis hinein in die göttliche Politik.

Bund mit Gott

schrieb am 20.02.2017 - Grundlagen zur Mystik, Literatur, Werbung - Noch keine Kommentare

Was bleibt aus Sicht der Mystik nach dem Ende der Religionen von Bündnissen mit Gott? Zunächst darf festgehalten sein, dass solche „Bündnisse“ allein aus der persönlichen Ansprache eines einzelnen Menschen zu Gott heraus erwachsen sein können. Einen Nachweis, dass ein ganzes Volk sich mit Gott verbündete, gibt es schon vom Grunde her nicht. Denn Bündnisse mit Gott resultieren aus der ganz persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenserfahrung (Schlüsselerlebnisse, Knotenpunkte des Lebens, Kindheitswunder) und nachfolgend Fragen an die eigene Existenz.

Zum alten Bund mit Gott: Mose erschlug einen Ägypter und wurde durch den brennenden Dornbusch von Gott angesprochen. Der Brand des Buschs (der nicht verbrennt) ist übrigens nur ein Symbol für ein Leidensfeuer. Die göttliche Ansprache des Moses erwuchs somit aus seiner persönlichen Hinwendung und zwar mit der Frage: Wie werde ich von Dir (Gott) für den Tod des Ägypters bestraft? Am Rande notiert, wird es trotz gegenteiliger Schilderung der Bibel kein Mord gewesen sein. Denn Mose erfuhr durch die Übermittlung der zehn Gebote (nach außen erkennbar) göttliche Gunst und Gnade. Grundsätzlich anders ergeht es Mördern, die mit der Erkenntnis aus dem Leiden kommen, wie viele Leben sie sich nichts zuschulden kommen lassen dürfen, um doch noch göttliche Aufnahme zu erfahren. Mehr an Einsichten gibt es nicht (weil sie sich von göttlicher Aufnahme weiter entfernt haben, als sie es ohne die Tötung getan hätten). Spricht also noch einmal für die Notwehr, ebenso die Einsicht des Mohammed, der Mose beisprang (offenbar aus eigener Anschauung) und von einer ihm zuteil gewordenen göttlichen Gunst und Gnade berichtete.

Schwieriger wird es mit der Ansprache zu Noah. Andererseits greift die Bibel diesbezüglich womöglich auf eine Schilderung aus dem Gilgamesch-Epos zurück. Zugleich kannten auch andere Kulturen die Erzählung, sodass hier vermutlich nur eine weit frühere mündliche Überlieferung adaptiert wurde. Die übrigen „Bündnisse mit Gott“ erfolgten zudem mit Schamanen, die sich ohnehin als Mittler zwischen Gott und den Menschen verstehen. Da macht Mohammed (Schamanentum wurde ihm von einem Onkel vorgehalten und er hatte Kontakt zu einem Geistwesen) ebensowenig eine Ausnahme wie der „Prophet Ezechiel“ im Buch Hesekiel, der gleichfalls zu Geistwesen (Cherubim) Kontakt unterhielt. Auch Jesus reiste schamanisch mit der Seele, war drei Tage mit der Freiseele ortsabwesend, bevor er vorgeblich „körperlich wiederauferstand“. Das hat zur Folge, dass sein Bund mit Gott ebenso wenig auf eine mystische Ansprache durch Gott, sondern allein auf sein schamanisches Selbstverständnis zurückgeht.

Bibel und Koran weisen somit lediglich auf je einen (schwachen) Bund mit Gott hin, der Rest ist (despektierlich gesprochen:) „Schamanenscheiße“. Am Rande notiert, ist aus den beiden Bündnissen allein mitzunehmen, dass sich ein Mensch wehren darf und für eine Tötung in Notwehr von Gott nicht bestraft wird. Als persönliche Einsicht wird dann offenbar weiter vermittelt, dass sich die Anfragenden für die Hinwendung zu Gott göttliche Aufnahme nach diesem Leben verdient haben. Auf ähnliche Einsichten lassen zudem Äußerungen Karls des Große oder solche von Meister Eckhart schließen. Und das ist für Werke, die sich der Entwicklung von Seele (Bibel, Koran) verschrieben haben, deutlich zu wenig. Kein Wunder also, dass die „dünne Erkenntnisbrühe“ mit schamanischen Seelenreisen aufgepeppt werden musste. Für seelische Entwicklung wäre im Übrigen zu empfehlen, statt der religiösen Werke auf die Märchensammlung der Brüder Grimm zuzugreifen. Die enthält nämlich eine zu einer Vielzahl an Erlebnissen die Auflösung begleitende Märchen, Anleitungen und Hilfen für weibliche und männliche Adepten, den Erkenntnisprozess zu bestehen. Die Grimms wussten im Übrigen auch, dass sie einen Bogen um schamanisches Märchengut schlugen, wie es die Erzählung „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ eindrücklich nachweist. Übrigens finden Sie Erläuterungen zu allen Schlüsselerlebnissen und Auflösungsprozessen in meinem Buch „Mystisches Deutschland„, zu erwerben bei Amazon.

Nehmen wir zum Schluss noch Hinduismus, Buddhismus und Jainismus mit in die Betrachtung hinein, bleibt, was einen „Bund mit Gott“ anbelangt, jeweils ein Erlebnis gegen die sexuelle Selbstbestimmung übrig. Die aus der Auflösung der Abtreibung ableitbaren Einsichten (siehe Goethes „Faust“ oder Nietzsches „Zarathustra“) fanden dagegen kaum oder keinen Eingang in die Lehren, selbst wenn Brahmanen einen gewollten Schwangerschaftsabbruch bis in den fünften Monat hinein für statthaft halten. Tiefere Erkenntnisse wie etwa die Dualität der Seele, die Notwendigkeit des Leidens und anderes „Geheimwissen“ aus einem „Bund mit Gott“ sind dagegen unzureichend oder gar nicht zu erkennen.

Inhalt des Faust Teil 2

schrieb am 20.02.2017 - Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Literatur - Noch keine Kommentare

Der Inhalt des Faust Teil 2 beschäftigt sich erneut mit der Auflösung der Abtreibung. Dieses Mal ist es Faust selbst, der Gretchen nachzuziehen hat. Er nutzt dazu eine erneute Initiation zum Wechsel auf die mystische Seite. Der Autor zum Wechsel:

Anaxagoras  (nach einer Pause feierlich)

Konnt’ ich bisher die Unterirdischen loben,
So wend’ ich mich in diesem Fall nach oben…
Du! droben ewig unveraltete,
Dreinamig-Dreigestaltete,
Dich ruf’ ich an bei meines Volkes Weh,
Diana, Luna, Hekate!
Du Brust-Erweiternde, im Tiefsten-Sinnige,
Du Ruhig-Scheinende, Gewaltsam-Innige,
Eröffne deiner Schatten grausen Schlund,
Die alte Macht sei ohne Zauber kund!

Nach Verlass auf die Manneskraft mit nachfolgendem Scheitern als Schamane darf nicht verwundern, dass sich Faust nun auf seine weibliche Seite einlassen will. Als erstes Erlebnis erfolgt deshalb das Herausziehen der männlichen Seele zum Ende des ersten Aktes. Dies, so Goethe, entwickelt sich in einem „alten Tempelbau“, was im Grunde den eigenen Körper bezeichnet. Heraus tritt der schöne Paris, die männliche Seele des Faust. Im anschließenden zweiten Akt finden wir Faust deshalb zunächst malad im Bett vor, weil ihn der Prozess ordentlich erschöpfte.

Inhalt des Faust Teil 2

Goethe, unbekannt geblieben als Rätselmeister

Die nun folgenden Szenen durchlebt Faust in den Frauenwelten, wobei ihm der getötete Fötus als „Homunculus in der Phiole“ zur Sinnbild und Leitstern des eigenen Strebens um Erkenntnisse wird. Ob Mummenschanz, griechische Götterwelt oder nochmals dem Versuch einer „Anbiederung (Kriegszug) an die Männerwelt“, Faust bleibt ein Weiterkommen zunächst verwehrt, weil er die weibliche Seele in sich zu entwickeln hat. Erst zur Mitte des fünften Aktes kann er schließlich Fortentwicklung vermelden. Im Rahmen der Grablegung wird ihm verbliebene weibliche Restseele ausgebrannt.

Zum Ende des fünften Aktes erfolgt dann mit der Wiederbeseelung (Dialog von Pater Seraphicus und den seligen Knaben von innen) das Ende des mystischen Erkenntnisprozesses, das Goethe zu einem Bittwort nutzt: „Jungfrau, Mutter, Königin bleibe gnädig“, mit anderen Worten: Gott-Frau, bleibe mir bitte gewogen. Damit wird klar, dass sich Faust schließlich ebenso erretten kann, wie es bereits Gretchen im ersten Teil für sich erfuhr.

Lassen wir den Autor zum Gang der Ereignisse und damit zum Inhalt des Faust Teil 2 noch einmal selbst zu Wort kommen:

 Sprich nur dich selbst aus, wird schon Rätsel sein (Selbsterkenntnis).
Versuch’ einmal dich innigst aufzulösen (Trennung der Seelenteile):
Dem frommen Manne nötig wie dem bösen (Kommentar überflüssig).
Dem ein Plastron, asketisch zu rapieren (Plastron=Brustpanzer, Rapieren = ausbeinen, bedeutet Herausziehen der männlichen Seele),
Kumpan dem andern, Tolles zu vollführen (Ausbrennen der weiblichen Seele),
Und beides nur, um Zeus zu amüsieren (für göttliche Aufnahme).

Das Resümmee zum Inhalt des Faust Teil 2: In beiden Teilen des Faust geht es um die Auflösung der Abtreibung, wobei beide Adepten für sich „Göttliche Aufnahme“ dank seelischer Entwicklung vermelden dürfen. Der Gang der Eireignisse ist bei Männern allerdings härter und deshalb mit mehr Erkenntnissen verbunden, weshalb nicht Faust allein Hohe Meisterschaft, sondern Rätselmeisterschaft vermelden darf.

Nachtrag: Gleiches wie für den Faust gilt für Friedrich Nietzsche und sein Buch „Also sprach Zarathustra“. Weiß man nicht, dass es um die Auflösung der Abtreibung geht, um tote, von Gott geborene Seelenkörper und im übertragenen Sinne getötete Gottesbilder, scheitert man mit der Interpretation hoffnungslos. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang zudem auf die Märchen „Der Trommler“ bei den Brüdern Grimm sowie „Die Schlange im brennden Wald“ und „Der Jüngling im Feuer und die drei goldenen Federn“ bei Johann Wilhelm Wolf. Zum Gesamtkomplex siehe auch „Die Wahre Tetralogie“, zur Übersetzung des Laotse und zum Taoteking. Daher noch einmal: Frage man doch jemand, der sich damit auskennt.

Inhalt des Faust Teil 1

schrieb am 20.02.2017 - Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Literatur - Noch keine Kommentare

Der Inhalt des Faust Teil 1 gehört einer strukturierten Betrachtung unterzogen. So sollte man wissen, dass sich beide Teile des Buchs mit der Auflösung der Abtreibung beschäftigen. Schüler mögen im Übrigen mit den hier dargelegten Einsichten sorgsam umgehen. Denn die meisten Lehrer sind wenig erfreut, mit einer höheren Wahrheit als der ihren konfrontiert zu werden. Zu den drei Handlungsebenen und damit zum Inhalt des Faust Teil 1:

Inhalt des Faust Teil 1

Goethe, unbekannt geblieben als Rätselmeister

Auf der ersten Ebene möchte Faust ein Weiser werden. Er bedient sich dazu des Mephisto, um die notwendigen Erlebnisse zu erwerben. Er verführt zunächst ein junges Mädchen, die von ihm schwanger wird. Von ihr dazu zur Rede gestellt, wendet sich Faust auf eine schwammige Gottesvorstellung heraus. Die ob des Kindes gesellschaftlich gebotene Ehe lehnt er somit ab. Faust tummelt sich im Anschluss mit Mephisto zur Walpurgisnacht auf dem Blocksberg, um weiteren Unsinn auzuhecken. Die Lust vergeht ihm, als er die Verführte als Gefangene und Geköpfte unter den Hexen erkennt.

Die nächste Betrachtung gilt der Verführten (Gretchen) selbst. Sie stellt sich ihrer Verantwortung und nimmt dazu (Kerkerszene) alle Schuld auf sich. Stellt sich die Frage, was sie zu verantworten hat? Selbstredend wurde ihre Mutter nicht von ihr vergiftet, sie war nur Dank des Trankes wie tot. Ebenso trieb es nicht Gretchens Bruder einen Degen ins Herz, als Faust seine Schwester sitzen ließ. Es gab stattdessen einen übertragen zu deutenden Stich ins Herz, weil Gretchen ihn gesellschaftlich kompromittierte. Übrig bleibt die Einnahme eines Trankes aus einem Fläschchen, das sie von der Nachbarin erhielt. Selbst wenn vorgeblich ein „von der Gesellschaft ertränktes Kind“ gewesen sein soll, wird wegen des Fläschchens klar, dass Gretchen selbst eine Entscheidung gegen das werdende Leben in ihrem Körper traf. Dafür und für die Enttäuschung von Mutter und Bruder geht sie schließlich „zum Blocksberg“, wo sie von oben ein ihr gewogenes Gottesurteil erfährt, „Ist gerettet“ (Faust Teil 1, Kerkerszene zum Schluss).

Letzte Betrachtung zum Inhalt des Faust Teil 1: Faust „baut nicht nur Mist“ mit Gretchen, die er verführt und sitzenlässt. Er offenbart des Weiteren eines seiner Schlüsselerlebnisse, nämlich eine „Seelenwanderung“, von der er sich leiten lässt und deshalb geradewegs ins Schamanentum befördert wird. Wir erleben hier damit bereits einen ersten Auflösungsversuch, mit dem Faust allerdings scheitert. Im zweiten Teil, weil ihn nämlich das Schamanentum anwidert, wendet er sich deshalb der Mystik zu. Allerdings nimmt er aus der Sackgasse „Schamanentum“ noch eine Einsicht mit: Ihm wird klar, dass Jesus am Kreuz ebenfalls nur schamanisierte und es keine körperliche Wiederauferstehung des Gekreuzigten gab. Das bedeutet für ihn die positive Seite des Scheiterns: Er erlangt ein tieferes Verständnis für das Christentum und erkennt den Irrtum, auf dem es aufgebaut ist. Somit lässt sich zum Inhalt des Faust Teil 1 festhalten, dass eine Frau, die sich wegen des Schwangerschaftsabbruchs an Gott wendet, für die Hinwendung in den Himmel kommt. Zugleich wird das Christentum als Schamanentrug enttarnt.

Nachtrag: Hier wie in jeder Hinsicht gilt: Wenn man sich etwas nicht aus eigener Erfahrung selbst erschließen kann, sollte man jemanden fragen, der sich damit auskennt. Der Unterzeichner etwa wäre so ein Jemand, da er selbst als Mann die Abtreibung auflöste und deshalb wie Goethe oder Nietzsche ein Rätselmeister wurde. Seine Bücher gibt es bei Amazon. Damit zum spannenden Teil 2 des Faust.

Glaube, Religion und Wissen

schrieb am 08.01.2017 - Grundlagen zur Mystik, Lebenshilfe - Noch keine Kommentare

Geht das eigentlich zusammen, Glaube, Religion und Wissen? Und wenn ja, wie? – Einer meiner alten Religionslehrer meinte einst, in allen Religionen stecke Wahrheit. Doch da kein Mensch allein Alles wissen könne, müsse die Welt in tumber Unwissenheit verharren. Erst mit dem Tod erfahre der Mensch, natürlich zu spät, was wahr gewesen wäre. Da helfe es nur, zu beten und abzuwarten.

Hallo?! Liebe Leute, das ist blühender Blumenkohl. Diese Haltung hilft allenfalls den Machthabern, das Volk verblödet zu halten. Denn was wir in jedem Falle bereits ohne große Überlegung festhalten können: Tatsächlich wussten die Religionsstifter etwas über sich und ihr Leben. Das machte sie bereits für ihre damaligen Mitmenschen attraktiv. Doch offenbar passte ihre Weisheit nie so recht auf alle Menschen und alle Lebenssachverhalte. Sehr sinnfällig wird das im Übrigen bei Buddha, der die philosophischste aller heute großen Glauubensrichtungen schuf. Mancher „packt“ es mit seinen Schriften und andere scheitern kläglich im Bemühen um eigene Weisheit. Und genau diese teilweise Scheitern spricht dafür, dass die Stifter ihre persönlichen Offenbarungen unzulässig verallgemeinerten. Heutzutage nutzen clevere Geschäftemacher dieses Halbwissen zu ihrem Vorteil aus. Das geht im Großen mit den Religionsführern und endet im Kleinen bei den Religionslehrern. Keiner weiß wirklich etwas, aber alle leben davon.

Picken wir uns ein paar in Mitteleuropa bekannten Inhalte solcher Lehren heraus: Glauben Sie etwa, dass fünfmaliges tägliches Beten gen Osten Ihre Seele bildet? Ihr fünfmal tägliches Herunterleiern von Gebeten soll Sie in den Himmel bringen? Oder bringen Sie täglich fünf Leute um, weil Ihr Prophet mit nur drei Tagen am Kreuz alle Schuld der Welt auf sich nahm, dass Sie trotzdem ungestraft gleich ins Paradies kommen? Das meine Herrschaften nennen Sie Glauben, Hoffnung, Zuversicht, Religion? – Ich könnte kotzen.

Rekapitulieren wir: Glaube, Religion und Wissen passen ganz offensichtlich nur bedingt zueinander. Wenn man sich nicht verscheißern lassen möchte, muss man sich also selbst bemühen. Fraglich bliebe nur, wie es anzustellen wäre? Da hilft der Blick auf das Leben der Religionsstifter weiter. Deren Erkennen entzündete sich nämlich an deren Lebenserlebnissen, die sie für sich aufarbeiteten. Bedeutet natürlich auch, dass man alle Prozesse um die Verarbeitung von Lebenserlebnissen beiziehen kann, um zu vergleichen und seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Somit heißt das erste Zauberwort also „Bemühen“. Bemühen um eigene Weisheit und dann Bemühen, zu vergleichen. Und wenn man hinsichtlich des ersten Bemühens noch einmal auf das Leben der Religionsstifter schaut, heißt das zweite Zauberwort „Leiden“, Leiden für Erkenntnisse. Bedeutet im Umkehrschluss: Wer sich nicht bemüht und nicht für eigene Weisheit leidet, der muss tatsächlich „Beten“.

Ein anderer Ansatz bietet sich dann aber den schlauen Leuten unter den Bemühten. Die bemühen sich nämlich nur um ihr Seelenheil und lassen andere vergleichen. Und wenn sie besonders schlau sind, ziehen sie das Werk des Unterzeichners bei, der mit eigener Weisheit schon alles verglichen hat. Als ich mich vor circa 40 Jahren aufmachte, wollte ich so viel über Glaube, Religion und Wissen in Erfahrung bringen, so viel ein einzelner Mensch darüber für sich erfahren kann. Deshalb bemühte, leidete, verglich und schrieb ich über Jahrzehnte hinweg. Was ich allerdings nicht begreife, ist, warum die Welt dieses Werk nicht für sich annimmt. Bei den Pressefritzen weiß ich inzwischen warum. Die machen mit schlechten Nachrichten Geld, nicht mit guten. Teilweise sind sie auch per Staatsvertrag geknebelt und können sich darauf herausreden. Aber meine Herrschaften: Sie alle in der Presse tragen Mitverantwortung an den Kriegstoten aus Glaubenskriegen (sind die allermeisten). Sie alle in der Presse tragen Mitschuld an der Zerstörung dieses Planeten (weil nichts gemacht und nicht zusammengearbeitet wird). Sie alle in der Presse tragen mit dazu bei, dass kaum jemand es schafft, in den Himmel zu kommen (weil Sie die Wahrheit unterdrücken). Und Sie alle in der Presse haben es mit zu verantworten, dass die Menschen permanent auf allen Gebieten verscheißert werden (endet ja nicht bei Religion), dass Glaube, Religion und Wissen bis zum jünsten Tag auf diesem Planeten (ist dann auch dank Ihrer Untätigkeit nicht mehr lang bis hin) micht zusammengehen können. Insoweit habe ich mittlerweile mit dem Wunsch für mich abgeschlossen, noch etwas zu ändern, zu bewegen und etwas für meine Mitmenschen tun zu können. Gute Nacht, Erde.

Nachtrag: Ein paar Gedanken zur Tiefe der Glaubenslehren finden Sie im zuvor veröffentlichen Artikel über den „Religions-Käse„. Bücher gibt es frisch bei: Amazon

Kommentar über Nietzsches Zarathustra

schrieb am 11.12.2016 - Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Literatur, Philosophisches - Noch keine Kommentare

Mein verstorbener Freund Dieter Scholich träumte von einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra. Sein Tod 2002 kam seinen diesbezüglichen Überlegungen dazwischen. Aus heutiger Sicht hätte ich ihm abgeraten, es alleine zu versuchen. Es hätte eher ein Projekt von uns beiden werden können. Denn Nietzsche selbst führte aus, dass er auf mehreren Wegen, nämlich inneren (wie äußeren), zur Erkenntnis gelangte.

Sehr offen spricht er die zwei inneren Wege im Kapitel „Vom Gesicht und Rätsel“, Nummer 2, an, wenn er konstatiert,: „Zwei Wege kommen hier zusammen; die ging noch niemand zu Ende.“ (Es fehlt der Nach-Halbsatz: „weil man sich entscheiden muss“.) Jemand, der um solche Feinheiten weiß, wird den Satz verstehen, der andere nicht. Ich frage Sie: Wissen Sie, um welchen Entscheid es geht? Ich denke nicht, doch schenke ich Ihnen die Antwort: Es geht um den Seelenentscheid zwischen Mystik und Schamanentum, der etwa ebenso Hesse dazu inspririerte, im Steppenwolf zu warnen, nicht die schöne Frau in sich zu töten. Man verbliebe im Magischen Theater. Verstanden? Nun, wir werden das sogleich vertiefen:

Nietzsche selbst führt zum eingangs zitierten unvollkommenen Postulat weiter aus: „Diese lange Gasse zurück; die währt eine Ewigkeit. Und jene lange Gasse hinaus – das ist eine andere Ewigkeit. Sie widersprechen sich, diese Wege; sie stoßen sich gerade vor den Kopf; – und  hier, an diesem Torwege, ist es, wo sie zusammenkommen. Der Name des Torwegs steht oben geschrieben: <Augenblick>“. –

‚Schamanentum’ ist der eine langen Wege, von dem die Menschheit profitierte, als es noch keine Wissenschaften gab, weil Schamanen Geistwissen auf die Erde holten. ‚Mystik’ nennt sich der andere lange Weg von der Erde weg, aus dem Zyklus von Tod und Wiedergeburt der Seele heraus, hin in die Ewigkeit Gottes. Und tatsächlich hat man sich in einem Augenblick zu entscheiden, welcher Seelenteil denn da im Traum „unter die Räder kam“. Es ist das Rätsel, dass am Ende mit einem Traumgesicht „entlohnt“ wird. Und ob man es dann richtig machte, den tumben Jüngling zu opfern, wusste dann auch Hesse, wie oben gesehen.

Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob ein Wissenschaftler tatsächlich in der Lage wäre, ohne Kenntnisse der Bilder eines inneren Leidensprozesses zu erraten, was Nietzsche da beschrieb? Nicht umsonst hielt der Autor selbst sein Buch (Untertitel) „Für alle und keinen“ für das tiefste Buch, das die Menschheit besitzt. – Zu seinem Erkenntnisgang führte er im Übrigen aus: „Selig aber ist der also Schwangere“, weil die Abtreibung die Geheimnisse des Lebens für uns Menschen bereit hält. Zum Schwangerschaftsabbruch selbst aus dem Kapitel „Von alten und jungen Weiblein“: „Alles am Weibe ist ein Rätsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heisst Schwangerschaft. Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind.“ Solche Einsichten können Frauen am eigenen Leib erfahren, Männer müssen sich dazu erst einmal ein Gefühl erarbeiten, wie schwanger zu sein. Aber dann können sie noch viel mehr als Frauen erreichen, denn ihr „Mitleiden“ nennt sich ‚Martyrium’. Noch einmal daher frage ich Sie: Hätte das ein Wissenschaftler nachvollziehen können? Lesen wir solche Einsichten bereits heutzutage in einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra? Hätte es mein Freund Dieter Scholich vielleich am Ende sogar mehr erarahnt als gewusst?

Exkurs zu Dieter Scholich

Ein Kommentar über Nietzsches Zarathustra war sein Traum

Dieter Scholich, Anfang der 1980er in Brandenberg / Tirol

Dieter Scholich war Philosoph und studierte in Düsseldorf. Er legte seine Prüfung einen ganzen Tag lang vor sechs Professoren seiner Fakultät ab, musste zur Prüfung die gesamte Philosophiegeschichte, Theorien, Überlegungen, Diskussionen usw. im Kopf abrufen können und – bestand mit „Sehr gut“ plus. Nach seiner Ansicht (daran hat sich seit seinem Tod noch nichts geändert) dreht sich die Philosophie heute im Kreise. Sie biedert sich mal den Psychologen, mal den Neurologen an, um bei einem Schulterblick womöglich etwas über das Menschsein zu erhaschen. Dieter lehnte dieses Anbiedern kategorisch ab, bevorzugte eine Empfehlung in Richtung Mystik und musste deshalb seine Doktorarbeit einstellen. Ihn, den damals brilliantesten Philosophen Deutschlands, kostete seine Unbeugsamkeit die Karriere und (meine Vermutung) am Ende sogar verfrüht das Leben. Ich bin mir allerdings sicher, er hätte einem Kommentar über Nietzsches Zarathustra (selbst ohne eigenen Erkenntnisweg) mehr Leben eingehaucht, als Dutzende Philosophen und Literaturwissenschaftler, die aktuell Nietzsche vergewaltigen. Dass er Nietzsche besser verstanden hatte, als seine Wissenschaftler-Kollegen heute, bewies er mit der Theorie, dass eine zur Abtreibung genötigte Frau für „ihr Opfer“ zum Ausgleich göttliche Erkenntnis erhalten müsste. Für mich war das der Zuspruch, in das Martyrium um den Schwangerschaftsabbruch einzusteigen.

Allerdings irrte Dieter auch. Eine solchermaßen belastete Frau erhält für die Auflösung der Abtreibung nur eingeschränkt „göttliche Erkenntnis“. Ihr wesentlicher Gewinn konzentriert sich auf „göttliche Selbsterkenntnis“ (Mord ja/nein und göttliche Aufnahme) und ist zudem im Blick auf das Göttliche beschränkt. Dagegen steht „göttliche Erkenntnis“ im eigentlichen Sinn allein Rätselmeister/Innen offen. Mit anderen Worten: Der Martyrer um die Abtreibung erfährt mehr Weisheit als eine Frau, die für das Ende ihrer seelischen Beschwernis Gott um Erkenntnisse angeht. Das freie Leiden um Einsichten wird folglich mit deutlich vertiefterer Erkenntnis entlohnt. Insgesamt steht hinter der Auflösung aller Schlüsselerlebnisse ein göttliches Belohnungs- und Bestrafungssystem, um das Dieter ahnte und ich weiß.

Doch zurück zum Thema: Dieter hätte mit seinem perofunden Kenntnissen der Philosophie und deren Geschichte sicher einen sehr guten philosophischen Kommentar über Nietzsches Zarathustra verfasst. Dagegen könnte ich mit meinen profunden Kenntnissen über Leidensprozesse einen schamanisch/mystischen Kommentar über Nietzsches Zarathustra schreiben. Zusammen wären Dieter und ich damit jedenfalls ein unschlagbares Team geworden. Es hat nicht sollen sein und ob ich mich einmal an eine solche Aufgabe herantraue, weiß ich derzeit nicht. Was ich allerdings gerne mitgebe, sind Gedanken zu einzelnen Kapiteln des Zarathustra, wie etwa zum Thema „Von Kind und Ehe“. Mir bleibt zu hoffen, da man üblicherweise seelisch noch unfertige Studenten durch den Zarathustra jagd, um sich anschließend professorenseits mit fremden Federn zu schmücken, uns bleiben weitere Dümmlichkeiten zu diesem Buch aus der Ecke der Wissenschaften erspart.

Anagogischer Sinn

schrieb am 22.11.2016 - Grundlagen zur Mystik, Pamphlet - Noch keine Kommentare

Mit dem Begriff  „Anagogischer Sinn“ bezeichnete Dante einen Übersinn, der seiner „Komödie“ innewohne. Dieser gehe über einen allegorischen Sinn, wie wir ihn etwa aus Fabeln kennen würden, sowie einen moralischen Sinn (etwa bekannt aus religiösen Interpretationen) hinaus. Stattdessen verstand Dante darunter eine Befreiung der Seele von den Sünden. Unter dem Aspekt einer Verantwortlichkeit des Menschen vor einer göttlichen Trinität dürfen wir daher seine metaphysische Entwicklung als den Hintergrund seiner diesbezüglichen Überlegungen betrachten.

Dante und sein "Anagogischer Sinn"

Sein „Anagogischer Sinn“, der „Übersinn“ beschäftigt die Literaturwissenschaftler

In den heutigen Zeiten einer etablierten Disziplin namens „Psychologie“ wird natürlich ein „Anagogischer Sinn“ als nicht mehr zeitgemäß erachtet, vielfach wird er sogar völlig negiert. Dabei dürfte ein solcher „Anagogischer Sinn“ weiteren großen Werken der Weltliteratur zugrunde liegen, so etwa Goethes Faust oder Nietzsches Zarathustra. Goethe selbst erwähnte 1827 in einem Brief an K. J. L. Iken, dass er mit dem Faust II das Mittel des Dramas gewählt habe, „da sich manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen läßt“. Er wollte so „dem Aufmerksamen einen geheimeren Sinn offenbaren“. Und Nietzsche, der sich selbst im Zarathustra „Rätselrater und Erlöser des Zufalls“ (Kap. Von alten und neuen Tafeln, Kap. Von der Erlösung) nannte, lässt sich sogar sehr deutlich aus, dass sich (nur) „an der eigenen Qual (dem Leiden) das eigene Wissen mehrt“ (Kap. Von den berühmten Weisen). Und im gleichem Kapitel schreibt er Mittleren Meistern (wie etwa Buddha oder dem Mahavira) ins Buch: „Und niemals noch durftet ihr euren Geist in eine Grube von Schnee werfen, ihr seid nicht heiß genug dazu.“

Allerdings sind dies Äußerungen, die sich tatsächlich nicht jedem oder jedem sofort offenbaren, weil es an entsprechender Leidens-Erfahrung fehlt. Ich selbst gehöre dagegen zu denjenigen, die auf den alten Wegen zu Wissen und Weisheit gelangten. Nur jemanden, der seine männliche Seele in sich tötete, die daraufhin von Gott-Frau aus der Brust gezogen wurde, kann etwa mit Goethes „Dem ein Plastron (Brustpanzer), asketisch zu raprieren“ (die Seele ausgebeint zu erhalten) etwas anfangen. Auch die zuvor angesprochene Hitze bei der Totalausbrennung der verbliebenen weibliche Seele, wie es Nietzsche beschrieb, ist für mich nachvollziehbar. Formulierungen, wie die genannten, sind mir daher nichts Unverständliches mehr, sondern sie sind stattdessen Teil einer meinen Mitmenschen nicht mehr geläufigen Wahrheit. Bereits häufig habe ich mich deshalb vor Nietzsche gestellt, dem man ob seines „Gott ist tot“ zu Unrecht Atheismus und Nihilismus andichtete. Vielmehr sprach er damit über eben einen toten Seelenkörper (Kap. Der bleiche Verbrecher), der ihn zu seinen Überlegungen bewog.

Nun soll an dieser Stelle natürlich nicht den Germanisten und Literaturwissenschaftlern die Arbeit vorgetan werden. Deshalb mag man sich dort zunächst auf den eigenen Hosenboden setzen und bei sich selbst aufräumen, bevor es ans Schwadronieren über Sinnzusammenhänge geht. Und wenn sich Nietzsche im Übrigen auslässt: „Alles am Weibe ist ein Rätsel und alles am Weibe hat eine Lösung. Sie heißt Schwangerschaft“ (Kap. Von alten und jungen Weiblein), wenn er postuliert „Selig ist der also Schwangere“ (Kap. Die sieben Siegel) legt er dar, was den klugen Wissenschaftler auf den Leidens- und Erkenntnisweg brächte, nämlich die Auflösung der Abtreibung. Ja, meine Damen und Herren: Bevor es hier darum geht, auch dem Schreiber dieser Zeilen mit Hohn und Spott entgegenzutreten, mag man erst einmal seine Seele entwickeln. Dann ist auch Dantes „Anagogischer Sinn“ kein Buch mit sieben Siegeln mehr und Nietzsche Zarathustra läse sich wie ein guter Roman, leicht verständlich.

Selbstredend ist mir klar, dass ich mir das Maul fuselig quatschen kann. Es ist mutmaßlich ebenso wurst, dass ich Religionen auflösen kann und darf. Ihr wollt weiter in Gottes Namen morden und den Planten zerstören. Bitte, wenn Ihr meint. Allerdings kommt von Euch dann keiner dahin, wo er hin will und wo er etwa Dante, Goethe, Nietzsche und bald auch mich besuchen möchte, nämlich: In den Himmel.

„Theoretische Mystik“

schrieb am 14.11.2016 - Grundlagen zur Mystik, Philosophisches - Noch keine Kommentare

„Theoretische Mystik“ ist, wenn Sie es so möchten, ein Pendant zu „Theoretischer Physik“ und zugleich der unbekanntere Teil von „Theoretischer Metaphysik“. Zu den Definitionen und inhaltlichen Erklärungen: Metaphysik (der Link zur Metaphysik-/Literatur-Installation) behandelt seelische Entwicklung und gliedert sich nach dem Seelenentscheid in Mystik und Schamanentum. Schamanentum beschäftigte sich schon immer mit der Entwicklung der Welt und des Weiteren mit dem Transport von Heilwissen auf die Erde. Mystik war eher auf Informationen zum persönlichen Fortkommen von der Welt, nämlich dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf der Seele, gerichtet. Insoweit finden sich in vielen religiösen Schriften wie etwa der Bibel (Genensis) schamanische Vorstellungen von der Gestaltung der Welt durch eine Schöpferkraft. Verglichen mit den Erkenntnissen heutiger Wissenschaften, hören Sie sich dennoch recht vergleichbar an, wie nachfolgendes Beispiel belegen soll.

Aus dem Schamanentum

Es waren zwar nicht nur sechs Tage Schöpfungsgeschichte, wie in der Genesis beschrieben, doch zeichnet der Auftakt der Bibel den Ablauf der Entwicklung der Welt nach, wenn es heißt: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Licht und Finsternis (Entstehung der Sonne und der Planeten / Monde). Am zweiten Tage entstanden Wasser und Erde (Wasser gelangte mit Asteroiden auf die Erde) sowie ein Firmament (die Atmosphäre). Am dritten Tage trennten sich Wasser und Erde, Ozeane und Land tauchten auf. Mit diesen Voraussetzungen wurden dann Pflanzen geschaffen (aus interstellaren Molekülketten entwickelten sich Ein- und Mehrzeller, schließlich Pflanzen. Am vierten Tage kam das stürmische Wachstum zur Ruhe und eine Phase der „Konsolidierung“ trat ein. Am fünften Tage erschienen erste Tiere in den Meeeren sowie die Vögel des Himmels (Letztere sind nach heutiger Ansicht Nachfahren der Dinosaurier). Und am sechsten Tage ließ Gott Vieh und Gewürm entstehen und krönte seine Arbeit mit der Erschaffung des Menschen. Der siebte Tag der Ruhe war bereits eine politische Forderung nach Pause von der täglichen Arbeit und einer Zeit für Andacht, Gott zu danken. Soweit ist das nichts Neues und geht auf transportiertes Wissen aus schamanischen Séancen zurück.

Frühe „Theoretische Mystik“

Aus dem Bereich der Mystik wurde in frühen Kulturen lediglich aus der Mittleren Meisterschaft die Einsicht zugesteuert, dass der Mensch Teil eines großen Körpers sei, in dem er sich wie eine Zelle entwickeln kann, um danach zu verlöschen. Die Hohe Meisterschaft steuerte zudem Innenansichten eines von Gott durchdrungenen Alls hinzu, in dem alle Materie von Gott beseelt ist (Unio Mystica). Und aus beiden Wegen gab es die Idee einer Verbindung zu Gott. Bei den Schamenen waren dies Luftseile, bei Mystikern Bänder der Liebe. Die genannten Vorstellungen inspirierten mich bereits zu einem Artikel zur String-Theorie, nach der Alles im All mittels Strings miteinander verbunden ist.

Neue „Theoretische Mystik“

Besonders spannend fand ich einen Beitrag in der von Morgan Freeman moderierten Reihe „Mysterien des Weltalls“, ausgestrahlt am 13.11.2016 im ZDF-Infokanal. Neuere Überlegungen zu schwarzen Löchern lassen hier die Vermutung aufkommen, dass es bei einem gedachten Fall in ein schwarzes Loch zu zwei Erscheinungen kommt: So würde der in ein schwarzes Loch fallende Körper selbst übel verformt und zusammengedrückt, während ein Beobachter über dem Ereignishorizont auf diesem Horizont entweder eine scheinbar eingefrorene Szene wahrnähme oder aber es zu einer breiten Verwischung in Bewegung befindlicher Objekte komme. Daraus entwickelte sich (die auf der Hawking-Strahlung) beruhende Überlegung, dass es neben einer dreidimensionalen Erfahrungswelt eine zweidimensionale holografische Erinnerung und Darstellung der um schwarze Löcher ablaufenden Prozesse geben könnte. Also gäbe es auf der einen Seite die Erfahrung des Menschen, der in das Loch fällt, während ein Beobachter die Szene ungefährdet als Hologramm wahrnehmen könnte. Meine Überlegung dazu: Was wäre, wenn solche Prozesse nicht allein um schwarze Löcher existierten, sondern im gesamten All zur Anwendung kämen? Wer hätte ein Interesse daran, sich Ereignisse im All als zweidimensionales Hologramm anzuschauen?

Ein weiterer diesbezüglicher Gedanke betrifft „die Welt am Draht“, hat also wieder etwas mit „Strings“ zu tun. Schon zu Beginn des Leidensprozesses hat der leidende Adept Vorstellungen davon, was ihn erwarten wird. Meine Idee war, dass es im Gehirn eine Art Festplatte geben könnte, auf der solche Informationen für diese Prozesse abgelegt sind. Diese werden dann abgerufen, wenn es soweit ist. Die Schöpferin und Führerin des Alls braucht dann nur noch auf die Ergebnisse zugreifen und kann ihr Urteil fällen, soundsoviele Leben zusätzlich oder aber Gewinn der göttlichen Aufnahme. Kommt es zu keinem Leidensprozess während der irdischen Existenz, wird der Inhalt der Festplatte der Seele auf ihren Weg ins „Zwischenreich des Achs“ mitgegeben. Letztere sind zugleich die „Stationen“, in dem sich Schamanen auf ihren Séancen ihr Welt- und Heilwissen abholten, wobei dieses Zwischenreich in einer Zone der Zeitlosigkeit geparkt sein könnte, sodass die alten Schamanen sogar heutiges Wissen in die Vergangenheit hätten transportieren können. Letzteres wäre wieder eine Idee des geschlossenen Kreislaufs einer sich selbst entwickelnden Welt, in der es erst mit dem Verdienst um göttliche Aufnahme den Austritt aus dem Geburtenkreislauf gäbe. Also wiederum ein Kreislauf wie der des Wassers, des Kohlenstoffs, der Biomasse, der Seelen und so weiter.

„Theoretische Mystik“

Die Überlegung meines einstigen Freundes jedenfalls, da sind wissenschaftsgläubige Menschen sicher „unvorsichtiger“ als heutige Astrophysiker, nämlich die Welt bestände nur aus Mathematik und Physik (Kopf in Sand stecken), darf man als dank der „Theoretische Mystik“ als überholt betrachten. Wie der Beitrag im ZDF-Infokanal für mich unter Beweis stellte, gibt es keine gravierenden Unterschiede zwischen mystischen Vorstellungen und der theoretischen Physik, wenn diese brauchbare Überlegungen liefert. Daher war es schon immer mein Wunsch, dass sich Wissenschaftler und Mathematiker um ihr Seelenheil bemühen und zugleich um wissenschaftliche Erkenntnisse nachsuchten. Zugleich könnten sie sich auf meine Schriften im Prozess stützen, um sich nicht zu verlieren. „Interdisziplinäres Denken zwischen „Theoretischer Physik“ und „Theoretische Mystik“ könnte die Welt mutmaßlich deutlich schneller und effizienter nach vorne bringen, als allein die mühseligen Berechnungen in der heutigen Phhysik. Auch andere Aufgaben, wie die Abwendung schwerwiegender Folgen des Klimawandels, eröffneten sich mit „Theoretische Mystik“ zur Genüge.

Parallelwelt

schrieb am 29.10.2016 - Allgemein, Grundlagen zur Mystik, Lebenshilfe - Noch keine Kommentare

Viele ertragen Ihr Dasein nur noch durch die Flucht in eine Parallelwelt. So richtig zu Bewusstsein kommt mir der Gedanke regelmäßig bei Veranstaltungen wie der „Kitty Moan Convention“, kurz „Kitty Con“, die Freund Helmut Dunkel veranstaltet.

Mit Verkleidung in die Freizeit-Parallelwelt

Parallelwelt: Verkleidete auf der 1. Kitty Con

So begegneten mir heute morgen die ersten Verkleideten schon beim Brötchenholen. Das bedeutet, wenn es nicht Karneval oder Helloween ist, die Kitty Con öffnet wieder ihre Tore. Als Piraten, Zombies, Mittelalter- oder Sternenritter, Traumwelt-Prinzen und Prinzessinnen, Superhelden und Superheldinnen, Iron-Fighter und weiß was sonst noch kommen sie daher, frisch geschlüpft in die Rolle von irgendwem zu irgendeiner Zeit, nur um für Stunden nicht sie selbst sein zu müssen. Neben den Verkleideten gibt es Unverkleidete, solche, die ihre Welt im Kopf entstehen lassen und Comics, Vampire, Drachen oder sonst was zeichnen. Andere lassen ihre Figuren in der erdachten Welt von Romanen agieren. Allgemein bekannte Beispiele solch vollständiger Fabelwelten sind die Romanserien um Harry Potter oder auch den Herrn der Ringe, die weltweit viele Freunde haben. Letztendlich bleiben es jedoch Fluchten aus einer real existierenden Wirklichkeit in eine Parallelwelt am Wochenende, nur um den bescheidenen Arbeitsalltag ertragen zu können.

Parallelwelt Wochenende

Ein Retter der Menschheit fürs Wochenende

Auch ich bewege mich übrigens in einer Parallelwelt, jedoch nicht einer von Menschen erdachten Traumwelt, sondern in der tatsächlichen Realität. Im Ansatz unterscheide ich mich somit nicht von den Flüchtlingen aus der real existierenden Wirklichkeit. Doch könnte ich nicht wie sie in einer Fiktion leben. Denn das haben die uns bekannte, vermeintliche Wirklichkeit und die von Menschen erdachten Traumwelten gemein: Alle sind von Menschen erfunden und in letzter Konsequenz nicht auf Dauer erträglich. So wie sich kaum jemand am Wochenende noch über seine Arbeit definieren möchte, so wenig würde er in der Woche ein Superheld sein wollen. Er kann deshalb und muss es auch nicht, nämlich seine Rolle bis in die letzte Konsequenz ausleben, sonst müsste er vermutlich vor sich selber kotzen. Ihm reichen daher die Flucht in die Parallelwelt des Wochenendes, um an den übrigen fünf Tagen die real existierende Welt ertragen zu können.

Nicht verstanden? Dann werde ich deutlicher: Es gibt eine Wirklichkeit, nämlich die wahre Welt, die uns erwartet, wenn wir uns auf den Tod vorbereiten. Ab dem Zeitpunkt wird alles, was wir Realität nannten, Makulatur. Dann wird alles, was wir Traumwelt nannten, Makulatur. Dann zählen mit einem Male Fragen, die sich viele zu ihren guten Lebenszeiten nie zu stellen wagten oder zu stellen wagen wollten: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Gibt es einen Schöpfer und/oder ein Leben nach dem Tod? Was wird aus mir, wenn man sich nicht mehr verkleiden kann, sondern vom Körper entkleidet wird? Hilft mir dazu eine Religion oder ist dieses halbgare Wissen konkurrierender Systeme für mein Fortkommen (auch von der Erde) eher hinderlich?

Vor diesem Hintergrund macht es wohl Sinn, wenn man schon zu Lebzeiten in die parallele, wahre Welt eingetaucht ist. Wenn man mit der Gebärerin der eigenen Seele seinen tiefen inneren Frieden geschlossen hat. Wenn man weiß, wer man ist und wohin man geht. Wenn man seine Funktion für die Weltgeschichte kennt, so man denn eine hat. Dieses Eintauchen in die Parallelwelt einer von vielen Menschen zu allen Zeiten nachweisbar als „Wahrheit“ empfundenen Realität ist sehr beruhigend, weil sie ertragen hilft. Auch die Hirngespinste der Reichen, so sie denn an Gott glauben, etwa sie seien von ihr besonders geliebt, weil sie reich, weiß und schön sind. Wie borniert muss man dafür sein? Ich empfehle ihnen daher, wenn sie einen Rat hören möchten, die Parallelwelt „Wahre Welt“. Die findet sich übrigens in der hohen Literatur und gehaltvollen Märchen wiedergespiegelt. Und gelegentlich lässt sie sich, dann allerdings zumeist nur ansatzweise, ebenso aus Religionen herauslesen. Dafür jedoch ist es erforderlich, um das Ganze zu wissen, um nämlich seelisch unbeschadet mit dem halbgaren Wssen der Religionsstifter umgehen zu können.

Unsterblichkeit der Seele

schrieb am 16.10.2016 - Grundlagen zur Mystik, Lebensgeschichte - Noch keine Kommentare

Spannendes Thema und für viele schlicht nicht vorstellbar ist die Unsterblichkeit der Seele. So unterhielt ich mich jüngst mit dem dunklen Helmut, Mitbegründer des Falter, selbst Autor, Maler, Grafiker, Webdisigner und Buchgestalter, zudem Freund, über die Metaphysik-Literatur-Installation sowie meine Dokumentation dazu auf unserer Webseite IG-KLM. Mit (wie häufig) einem kaum deutbaren spöttischen Zug lobte er einerseits meine Arbeit, um alsdann zu postulieren: „Da werden sich noch einige Leute wundern, wenn das Licht ausgeht und es dunkel bleibt“.

Unsterblichkeit der Seele

Metaphysik-Literatur-Installation, Metaphsyisches zu Gott und Seele

Ja, Herr Dunkel. So fiel mir zu seinem Satz zunächst einmal nicht mehr ein als meine Selbstzweifel während des Prozesses, ob es sich bei den Überlegungen zur Unsterblickeit der Seele, zu Tod und Wiedergeburt nicht um einen genetischen Defekt aller Indogermanen handeln könnte. Auffallend nämlich ist, dass besonders viele Religionsstifter, Literaten und Erzähler gehaltvoller Märchen aus eben jener Bevölkerungsgruppe stammen. Man würde mit dieser Überlegung jedoch zumindest Laotse und Hermes Trismegistos Unrecht tun, denn beide waren Rätselmeister und keine Indogermanen. (Übrigens sind die 17 Bücher des Hermes Trismegistos wohl eher christlich verfälscht als reine Fälschungen von Christen, denn sie enthalten derart viele Hinweise auf ein zugrunde liegendes mystisches Werk, dass man sogar erkennt, welche Meisterschaftsstufe der Ursprungsverfasser erreicht haben muss.)

Erst zu Hause fiel mir dann der Widerspruch in Helmuts Postulat auf: Wie kann jemand merken, dass es dunkel bleibt, wenn es dunkel bleibt? Er muss doch zumindest etwas merken, nämlich dass es Licht werden sollte, wo es dunkel bleibt. Und wenn er noch etwas merkt, kann es mit der Existenz einer Lichtgestalt in uns nicht zu Ende gegangen sein. Schade, dass mir der Gedanke nicht eher kam, ich hätte ihn zur Unsterblichkeit der Seele gerne vorgetragen. Es blieb im Übrigen in der Zwischenzeit nicht bei dieser einen guten Idee, allmählich (mein Prozess liegt nun auch schon Jahre zurück) folgten Erinnerungen an Erlebnisse, die ich einmal vortragen möchte.

So lebte mein Vater in Belgien, persönlichen Kontakt zu ihm hatte ich seit meinem dritten Lebensjahr nicht mehr. Eines Abends und wie sich herausstellte, zwei Tage nach seinem Tod, rief mich die belgische Polizei an. Man setzte mich von seinem Tod in Kenntnis und forderte mich im gleichen Atemzug auf, mich nächsten Tags um sein Begräbnis zu kümmern, selbstredend belgische Vorschriften, sonst müsse er verbrannt werden. Da ich mich nicht von jetzt auf gleich freimachen konnte, gab ich die Einwilligung zur Einäscherung (übrigens ein sehr „nettes“ Telefonat). Kurz darauf, damals war ich noch Raucher und das auf dem Balkon, sah ich spät abends auf dem Spielplatz eine heulende, vollschwarze Gestalt, die ich zunächst für eine islamische Frau hielt. Allmählich dämmerte es mir jedoch, dass es sich um eine Seele handeln müsse, weil kein Gesicht zu erkennen war. Schließlich begriff ich, dass es die Seele meines Vaters sein musste. Er durfte offenbar nicht ohne meinen Zuspruch gehen, weil er meine Familie (und auch mich) zurückgelassen hatte. Da er (meinem Bruder und) mir in einem Brief seine metaphysische Entwicklung kundgetan hatte (findet sich in „Die Reise in die Seele“), konnte ich ihm den gewünschten Zuspruch geben. Diesbezüglich hatte er nämlich alles richtig gemacht, worauf sich die schwarze Gestalt ungehend entfernte. Bei seiner Totenfeier nun gab es zwei Lager, einmal diejenigen, die seinen Leichnam nur noch einmal am Tage vor seiner Einäscherung sahen und jene, die der Einäscherung beiwohnten. Letztere bezeugten, dass er im Tode gelächelt habe. Dies jedenfalls wäre ohne eine Unsterblichkeit der Seele nicht denkbar.

Und noch eine zweite Geschichte kam mir in den Sinn, nicht direkt zur Unsterblichkeit der Seele, sondern nur indirekt. Als ich 2006 arbeitssuchend war und jede Menge Bewerbungen an Versicherungen in Köln versandt hatte, erhielt ich eines Morgens die Audition: „Ich will nicht, dass Du in Köln arbeitest. Da lernst Du die falsche Frau kennen.“ Für einen Mystiker ist das im Grunde nichts Aufregendes. Die Chefin will nicht, dass ihre guten Absichten mit den Menschen dieser Erde von einer dummen Gans unterminiert werden. Es war für mich nur insofern enttäuschend, als dass mir damit gleich bewusst wurde, alle Anstrengungen in Richtung Köln nur für das Arbeitsamt unternommen zu haben, denn selbstredend erhielt ich aus der Domstadt nur Absagen. Am Rande notiert, liebe Düsseldorfer, habt Euch nicht zu früh gefreut: Die Audition bedeutet nämlich nicht, dass alle Kölnerinnen nicht zu gebrauchen wären, Es wäre nur eben eine falsche Frau geworden, was es göttlicherseits zu verhindern galt. Und liebe Kölner: Da ich nun erneut in Düsseldorf arbeite, bedeutet der Spruch ebenso wenig, dass keine Düsseldorferin je mein Herz würde anrühren können, weil sie allesamt nichts taugen. Damit zurück zum Thema: Chefin hin, Chefin her, die Mutter unserer Seelen ließe nicht sammeln, wenn es sie nicht gäbe. Das hat zur Folge, dass es eben nicht dunkel bleibt und hinsichtlich der Unsterblichkeit der Seele, dass unser Leben eine göttliche Prüfung im Zyklus von Tod und Wiedergeburt der Seele ist.

Mir ist natürlich bewusst, dass es sich oben nur um zwei nette Geschichten handelt, die für den skeptischen Leser nichts beweisen. Für mich jedoch, der sie erlebt hat, sind es Beweise (neben einer Vielzahl anderer), die mich von der Existenz Gottes überzeugen und mir die Unsterblichkeit der Seele nachweisen. Was im Übrigen meine Person anbelangt, weil „mir solche komischen Sachen passieren“, so bin ich einer der wenigen namentlich fassbaren Rätselmeister in der Menschheitsgeschichte und stelle es Ihnen anheim, wenn sie es denn möchten, mehr dazu herauszufinden. Fangen Sie ruhig mit meinem Namen an…

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