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Strukturierte Betrachtung der Religionen

10.12.2017 Grundlagen zur Mystik, Philosophisches 1 Kommentar

Nach vielen Einzelthemen wäre einmal hier die strukturierte Betrachtung der Religionen vonnöten. Dazu habe ich zunächst aufgelistet, was wir in welchen Lehren antreffen.

Strukturierte Betrachtung der Religionen

Die strukturierte Betrachtung bringt es an den Tag, bei welchen Lehren wir „ver√§ppelt“ werden.

 

Die strukturierte Betrachtung der Religionen l√§sst zwei „Sorten“ von Glaubenslehren erkennen: Die √§lteren, wo alle mitmachen durften (oder noch immer d√ľrfen), und j√ľngere, bei denen ein Religionsstifter (vermeintlich) alles wusste. Vorteil der √§lteren Lehren: Jeder kann (und sollte) sich selbst um Erkenntnisse bem√ľhen. Nachteil: Das hemmt bei der Erforschung der Welt und beim Geldverdienen. Vorteil der j√ľngeren Lehren: F√ľr ein bisschen Ritus braucht man sich um nichts zu k√ľmmern. Nachteil: Das „Macht Euch die Welt untertan“ koppelt von sich selbst und vom Lebenssinn ab. Am Ende richtet das Kapital die Welt zugrunde, weil die Reichen in ihrer Ma√ülosigkeit nicht mehr zu stoppen sind.

Die einzige M√∂glichkeit, die Welt zu retten, besteht f√ľr mich deshalb darin, die unvollkommenen Lehren „wieder zu kassieren“. Das m√∂chte ich unten n√§her erl√§utern. In der Gesamtschau und in der Betrachtung zur Sinnhaftigkeit hatten die j√ľngeren Lehren in meinen Augen lediglich eine beschleunigte Entwicklung der Menschheit binnen 2000 Jahren zur Folge. Sie machen aber im Angesicht des desolaten Zustandes des Planeten „Erde“ keinen Sinn mehr, denn sie besorgen uns eher den schnelleren Untergang, als dass sich Menschen hier seelisch vervollkommnen k√∂nnten.

Besehen wir uns die j√ľngeren Religionen n√§her, so f√§llt ins Auge, dass bei den Sekten (modernen Offenbarungslehren, vorwiegend aus den USA) Pers√∂nlichkeitsentwicklung unerw√ľnscht ist. Kulturelle Leistungen in M√§rchen und Literatur sind ebenfalls nicht gewollt und Riten nur insoweit ein Thema, als dass diese spirituelle Inhalte vort√§uschen sollen. In Wahrheit geht es nur darum, deren Anh√§nger wirtschaftlich auszubeuten. Im Judentum wartet man ab und hat seit Moses keinen Mystiker (oder von mir aus auch Schamanen) mehr vorzuweisen. F√ľr eine, sich selbst als auserw√§hltes Volk betrachtende, Gemeinschaft ein wahres Armutszeugnis. Lediglich im Christentum und im Islam finden wir am Rande wieder Pers√∂nlichkeitsentwicklung vor, n√§mlich in der Literatur und – besonders in Deutschland – zus√§tzlich in M√§rchen (etwa der Br√ľder Grimm). Das hat andererseits die erfreuliche Konsequenz, dass man die Pers√∂nlichkeitsentwicklung der Religionsstifter mit denen der Literaten und M√§rchenerz√§hler vergleichen kann.

Mein alter Freund Laotse war zu seiner Zeit noch unverdorben von Glaubenslehren und konnte deshalb sehr strukturiert betrachten. Er schrieb vor 2500 Jahren, bevor die (aus heutiger Sicht) unseligen Religionsstifter auftraten, √ľber verschiedene Stufen der mystischen Meisterschaft. Diesen Stufen kann man im √úbrigen (und man konnte es auch damals) sehr gut die entsprechenden Schl√ľsselerlebnisse zuordnen. Niedere Meister bleiben ohne eigene Gottesoffenbarung und erhielten (etwa Mohammed und Moses) nur ein Gottesurteil (es geht hier um T√§terprozesse). Mittlere Meister erkennen (aus sexuellen Leidensprozessen heraus) zumeist nur sich selbst als Teil eines mystischen Menschen und bleiben (so wie etwa Buddha) ebenfalls regelm√§√üig ohne Gottes-Anblick. Ausnahmen bilden die vermeintlichen T√§ter, die selbst eher Opfer denn T√§ter waren. Und nur die gro√üen Mystiker erkennen Gott (im Traum sogar in Aktion) als Frau, verf√ľgen damit √ľber ein entsprechendes Gottesbild. Laotse revidierte allerdings sofort (ebenso wie Freund Dante in der „G√∂ttlichen Kom√∂die“) nachfolgend dieses Bild Gottes als Frau zugunsten einer Trinit√§t aus Frau-Mann-Liebe, die sich hinter der Fraulichkeit verbirgt.

Was hilft uns die strukturierte Betrachtung der Religionen, was w√§re zu tun? Zun√§chst einmal w√§ren Judentum, Christentum und Islam als Offenbarungslehren dahin zu stellen, wohin sie geh√∂ren. Es w√§re n√§mlich zu erkl√§ren, welche Erlebnisse die Stifter zu ihren Irrt√ľmern veranlassten. Anschlie√üend k√∂nnten alle Glaubensrichtungen, in denen die Entwicklung der Pers√∂nlichkeit gew√ľnscht und zul√§ssig ist, in das Gesamtkonzept aus Mystik (und Schamanentum) √ľberf√ľhrt werden. Zur Erkl√§rung: Schamanen laufen ob ihrer negativen Schl√ľsselerlebnisse mit der Seele weg, Mystiker halten aus und entwickeln ihre Seele zum Zwecke g√∂ttlicher Aufnahme. Mit dem gemeinsamen Ansatz und mit der Einsicht in die Notwendigkeiten der Existenz f√ľr alle Menschen weltweit lie√üe sich der Planet aufr√§umen, lie√üe sich eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes realisieren und k√∂nnten sich mehr Menschen als heute g√∂ttliche Aufnahme verdienen. Vor diesem Hintergrund vermag ich denn im √úbrigen nicht nachzuvollziehen, warum sich die Welt gegen die strukturierte Betrachtung der Religionen zur Wehr setzt, denn auch den Reichen hilft ihr Reichtum nicht, sie m√ľssen sich um ihr Seelenheil selbst bem√ľhen. B√ľcher zu den Themen finden Sie bei Amazon.