Archiv: Dezember 2015

Zen-Buddhismus und Erkenntnis

24.12.2015 Grundlagen zur Mystik, Lebenshilfe, Pamphlet, Philosophisches Keine Kommentare

Für viele in die fernöstlichen Kulturen Verliebte gehören ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ zusammen. Entspricht das überhaupt den Tatsachen oder entspringt die Verknüpfung einer tiefgreifenden Unkenntnis?

Unter dem Begriff „Zen“ wird eine Sammlung des Verstandes in Versunkenheit gefasst, in der alles Dualistische aufgehoben ist, also „Ich und Du“, „Gut und Böse“, „Subjekt und Objekt“, „Wahr und Falsch“ und so weiter. Der Weg des „Zen“ wird gepriesen als eine mystische Erfahrung und mancher hält ihn für den Königsweg zur Erkenntnis schlechthin. Das Sitzen und Sichversenken sei nämlich der direkteste und steilste Weg zur Erleuchtung, was der Fachmann mit „Satori“ umschreibe. Gefeiert wird das Sichversenken darüber hinaus als eine Befreiung aus jeglicher Knechtung der Gedanken.

Mein lieber Scholli, der Anspruch ist hoch, allerdings nur was die vorgebliche Qualität der Ergebnisse anbelangt. Um sich nämlich bereits vertieft und umfassend über sich Klarheit zu verschaffen, bedarf es einer Betrachtung des Selbst wie in vielen Spiegeln, um zur Erkenntnis zu gelangen. Eine Weisheit, die uns bereits in Hesses „Steppenwolf“ im „Traktat des Steppenwolf(es)“ vorgestellt wird, und die über ein banales Schwaz/Weiß-Denken weit hinausführt. So findet man mit der dualistischen Betrachtung des Zen vielleicht noch heraus, wer in einem sexuellen Schlüsselerlebnis Täter und wer Opfer war. Doch auch dort gilt es zumeist, beide Anteile in dem Erlebnis zu untersuchen. Unlösbar wird es jedenfalls für den Zen, folgende Fragen zu beantworten: Wie löse ich eine Notwehr auf der göttlichen Selbsterkenntnisebene, wie ein frühkindliches Prügelerlebnis, wie eine Seelenwanderung, wie eine Abtreibung und so weiter. Das funktioniert nicht mit Schwarz/Weiß-Denken. Im Grunde offenbart der Zen-Buddhismus mit seinem Denkansatz bereits, woher er stammt. Er gehört zur (nach Laotse) mittleren Meisterschaft, allerdings ohne Gewähr, damit die mittlere Meisterschaft tatsächlich erreichen zu können. ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ gehören nur auf schmaler Schiene beieinander, denn der Adept bleibt ohne Erkenntnis hinsichtlich göttlicher Aufnahme. Der Zen bietet zudem keine Ansätze für das Auflösen von nicht-sexuellen Erlebnissen.

'Zen-Buddhismus und Erkenntnis' klammern das Schamanisieren aus.

Die Seele verlässt den Körper, um ihre Hülle (den Körper) zu betrachten

‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ bleiben somit eine Nabelschau auf der Ebene dualen Denkens, ohne eine höhere Meisterschaftsstufe (wenn es denn gut läuft) als maximal die mittlere zu erlangen. Also: Steiler Weg zum Gipfel der Erkenntnis? Eher nicht, vor allem, wenn man in der Rückwärtsbetrachtung weitere Erlebnisse aufspürt, die sich nicht mit „Gut und Böse“ aufschließen lassen. Was würde ein Zen-Buddhist etwa zu Goethes Herausziehen der männlichen Seele aus der Brust, dem Ausbrennen des weiblichen Teiles und der Wiedergeburt der in Liebe verbundenen Teile der Gesamtseele erzählen? Wie erklärt der Zen-Buddhist Hafisens Seelenopfer, das für ihn zum Rettungsmittel wird. Wie erklärt der Zen-Buddhist allein das „Sich-Betrachten, wie es die nebenstehende Figur aus Afrika aufzeigt? Noch immer nicht überzeugt? Lieber Zen-Buddhist: Wozu gehört die Figur eigentlich, zu Schwarz oder zu Weiß, zu Schamanentum oder Mystik oder ist Schwarz/Weiß umgekehrt zuzuordnen? Die Antwort ist: Sie gehört zu beidem, kann Schamanisieren oder mystisches Sich-Betrachten sein. Und beide Richtungen sind mal schwarz, mal weiß, doch meistens bunt!

Doch zurück zum Thema: Im Moment ist ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ in aller Munde und damit leider arg „en vogue“. Sogar mancher Talkmaster schwafelt von den Vorzügen dieser Denke. Dabei wäre es möglich, sich auf westliche Denktraditionen zu besinnen. Wir kennen genügend Literaten, wir haben dazu nicht wenige Märchenerzähler, die uns mit uns selbst helfen können, für alle Meisterschaften. Dass Platon zudem seinen geistigen Ziehvater Parmenides auf Kosten einer eigenen Philosophie (seiner Denkschule) diskreditierte, mag auch mit der (unausgesprochenen) Einsicht zusammen gehangen haben, dass ein wie im Zen-Buddhisnus propagiertes Schwarz/Weiß-Denken (wie das des mittleren Meisters Parmenides) eben nicht ausreicht, die Welt zu erklären. Wir müssen uns daher ebenso wenig von Platon (mancher sagt Plato) verabschieden, wenn wir die Denkweise der Literaten eröffnen. Auf einer übergeordneten Ebene nämlich ließe sich Beides wieder miteinander verbinden. Denn ebenso wenig man einen Zen-Buddhisten morgens mit dem Wort „Atommüll“ in die Versenkung schicken kann und der abends mit einem Entsorgungskonzept wiederkommt, genauso wenig können wir bei den anstehenden Problemen in der Welt auf die Logik der Denkschule Platons verzichten.

Wenn ich hier also zunächst einmal gegen den Zen predigen muss, so weil er nur einen kleinen Ausschnitt von Mystik abbildet. Dennoch werden ‚Zen-Buddhismus und Erkenntnis‘ mit in die hier propagierte, neue Denkströmung aufgenommen. Wenn ich hier gegen die traditionelle Psychologie zu Felde zog, so weil es Seele gibt und der Mensch deswegen Aufgaben im Leben hat. Die Psychologie sollte unterstützen und nicht mit Medikamenten vollpumpen, belügen und wegsperren. Wenn ich hier gegen Plartons Abkehr von Parmenides zu Felde zog, so nur der persönlichen Entwicklung willen, nicht um die Welt mit einer neuen, bzw. alten Denke zu revolutionieren. Wir sind an einem Punkt der Menschheitsentwicklung angelangt, an dem wir alle Geister, alle Denkweisen und alle Konzepte zur Rettung des Planeten wie der Menschheit brauchen. Dabei hilft uns, um den Bogen zum Titel zurückzuspannen, kein Schwarz/Weiß-Denken, sondern nur ein Beleuchten der Probleme aus allen Richtungen. Und das, liebe Freunde, ist mal „ganz steiler Satori“.

Zum Werk ‚Wahre Tetralogie‘

13.12.2015 Buchvorstellung, Grundlagen zur Mystik, Werbung Keine Kommentare

Um die ‚Wahre Tetralogie‘ bekannt zu machen, schrieb ich noch einmal die Presse an und bezog mich erneut auf TV-Berichte als Aufhänger.

(Anrede außen vor) Eine bekannte TV-Nachrichtenmoderatorin von Al Arabiya beklagte jüngst, dass ihre Generation nur verhärtete Fronten zwischen den Glaubenssystemen, vorgeblich religiös bedingtes Morden sowie einen weiter zerstörten Planeten an die nachfolgenden Generationen weitergeben würde. Ihre Scham ob des eigenen Unvermögens kann man selbstredend damit begründen, dass sie aus dem mittleren Osten stammt, wo den Menschen gewohntermaßen jeden Tag Bomben um die Ohren fliegen. In Mitteleuropa ist man ja deshalb – wie erfreulich – von so viel Gefühlsduselei weit entfernt.

Nein Herrschaften, das ist keineswegs erfreulich, während die Einstellung Ihrer Kollegin vorbildhaft ist. Hierzu notiert, gibt es Chancen (gab es immer), die religiösen Spannungen zu überwinden. Zu diesem Zweck müssten allerdings sämtliche Glaubenslehren dorthin zurückführt werden, woher sie stammen: in das Spannungsfeld zwischen Mystik und Schamanentum. Doch selbst ohne Religionen und deren Stifter wäre die Menschheit nicht ohne seelischen Beistand. Es dürfen nämlich statt Bibel, Veden, Koran & Co. die Bücher großer Literaten sowie die Erzählungen nicht weniger Märchenerzähler beigezogen werden. Bei Ersteren zu nennen, sind besonders die Herren Laotse, Hafis, Rumi, Dante, Goethe, Nietzsche und Hesse. Denn diese haben, wie nicht wenige Märchenerzähler, ihre Erlebnisse aus seelischen Heilungsprozessen um Schlüsselerlebnisse in Bildern und Texten dargestellt, ohne sich dabei wie die Religionsstifter in einem Unfehlbarkeits- oder Absolutheitsanspruch zu ergehen. Deshalb können und dürfen ihre literarischen Hinterlassenschaften – eigentlich sogar deswegen erst recht – statt religiöser Texte für die eigene seelische Entwicklung herangezogen werden.

Soweit Sie an dieser Stelle eigene, religiöse Gefühle ins Feld führen: Vergegenwärtigen Sie sich bitte, woher diese „Gefühle“ stammen. Diese sind nicht Produkt der Umsetzung eigenen Erlebens in persönliche Erkenntnisse, sondern das Ergebnis lebenslanger Konditionierung sowie gruppendynamischer Prozesse. Aus diesem Grunde ist es auch einfacher, wenn ein jeder seinen eigenen Kopf aufräumt (so wie es mir erging). Die Vorausetzungen sind übrigens überschaubar: Ein bisschen Denkvermögen sowie die Bereitschaft zu Offenheit und Toleranz reichen völlig aus. Na gut, Selbst- und Gottvertrauen gehören natürlich ebenso hinzu.

Wahre Tetralogie mit Bänden 1-4 " zu Märchen, Lebenssinn, Religionen und Lebenshilfen

Bände 1-4 der „Wahren Tetralogie“ zu Märchen, Lebenssinn, Religionen und Lebenshilfen

Selbstredend lässt Sie der Unterzeichner dank einer Vielzahl an Büchern und Webseiten „nicht im Regen stehen“. Seine ‚Wahre Tetralogie‘ etwa befasst sich mit den angesprochenen eigenen wie fremden Einsichten aus Sicht eines „Großmeisters“ oder Rätselmeisters der Mystik. So hat der erste Band „Mystisches Deutschland“ wesentlich die Bilder aus Erkenntnisprorozessen in Märchen zum Thema, geschöpft von einfachen Menschen des Volkes und umgewandelt mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. „Lebenssinn und Weisheit“ behandelt Erkenntnisse und Umsetzungen in den Werken von Dichtern und Denkern, ebenso in den Schriften von Frauen und Männern Mitteleuropas. Eine Übersicht über das Wirken einiger bekannter Religionsstifter vor deren Erfahrungshorizont runden den Band ab. „Grundstrukturen der Religionen“ führt sämtliche originär geschöpften Glaubenslehren zurück in das Spannungsfeld „zwischen Mystik und Schamanentum“. Und „Die Reise in die Seele“ schließlich nimmt sich der eigenen Schriften des Autors im Stufenmodell der Meisterschaften nach Laotse an. Wer im Übrigen das Erscheinen dieses 4. Bandes nicht abwarten kann, dem sei „Die 5 Wege zur Weisheit“ aus der zweiten vierbändigen Reihe mit älteren erprobten Texten ans Herz gelegt.

Der arabischen Kollegin jedenfalls könnten Sie entgegnen: Es gibt ein Land auf dieser Welt, in dem sich seit Jahrhunderten Mystiker als Dichter, Denker oder Märchenerzähler die Klinke in die Hand geben, in der jedoch niemand deren Erkenntnisse hören möchte, erst recht nicht seit dem unseligen Zweiten Weltkrieg. Ja, es gäbe die Möglichkeit, die Religionen endgültig zu überwinden, man lese nur die ‚Wahre Tetralogie‘. Richtig ist wohl, dass ein jeder Mensch begreifen müsste, dass er selbst für sein Seelenheil Verantwortung trägt. Auch ist klar, dass dafür sogenannte „religiöse Gefühle“ zu verletzen wären. Es kann jedoch dahinstehen, wenn sich ein jeder seiner Konditionierung bewusst würde. Seine Gefühle sind nämlich nicht Produkte eigenen Erlebens oder selbst geschöpfter Einsichten, sondern stammen allein aus Erziehung, Bildung und kultureller Prägung, wie Sie in dem Werk ‚Wahre Tetralogie‘ nachlesen möchten.

Vielleicht möchten Sie trotz meines Vortrags an überkommenen Auffassungen festhalten, lässt es sich doch mit schlechten Nachrichten besser Geld verdienen als mit guten. Dazu sei mir die Frage nach ihrem Gewissen erlaubt. Was wird denn sein mit Ihrer Seele, wenn Sie in die „Ewigen Jagdgründe“ eingehen wollen? Wie wollen Sie sich erklären, wenn Sie als Mensch alleine abtreten und vor Gott hintreten müssen? Was haben Sie dann vorzuweisen? Spätestens an diesem Punkt werden Sie Ihre Versäumnisse erkennen, etwa dass Sie ihren Einfluss nicht zum Wohle Ihrer Mitmenschen eingesetzt haben. Sie werden womöglich überdies hinsichtlich Ihrer eigenen Person begreifen, dass keine ihrer religiösen Gefühle gesichert war und Sie keine eigenen Einsichten erwarben. – Aber bitte, wenn Sie es denn so möchten…

Mit freundlichen Grüßen

 

Lebenssinn, Vertrauen und Zuversicht

11.12.2015 Allgemein, Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Philosophisches, Politik Keine Kommentare

Eine Bekannte, in wirtschaftlich ausgezeichneten Verhältnissen lebend und Mutter mehrerer Kinder (letztere sind für vele ja schon der „Sinn des Lebens“), zeigte kürzlich „moralische Anwandlungen“. Inzwischen wieder berufstätig, reichten ihr auf einmal die errungenen wirtschaftlichen Erfolge sowie die Weitergabe des eigenen Erbgutes nicht mehr aus. Sie erkannte wohl, dass es tiefergehende Fragen an sich selbst gibt, die erstens zu finden und zweitens zu beantworten sind. Doch Herrschaften: Auch wenn mystische Einsichten und göttliche Aufnahme es erfordern, für diesen Teil der Entwicklung „selbst zu brennen“, gibt es dennoch keine Gewähr, dass man, über alle seelischen Existenzen hinweg, dieses finale Ziel bereits in diesem (körperlichen) Leben erreichen kann.

Zunächst ein Exkurs zur mehrfachen Existenz: Selbstredend erlebt niemand seine körperliche Existenz mehrfach, es wird nur die Seele als unsterblicher Teil des Menschen wiedergeboren. Diese Auffassung des „Man lebt nur einmal“ ist allein dazu geeignet, sich eine (inzwischen marode) Welt untertan zu machen. Abgeleitet wurde diese Ansicht des nur einmaligen Lebens übrigens im Jahre 553 aus der einmaligen körperlichen Existenz des Jesus. Nur wenn Jesus, so die Überlegung damals, für Erkenntnisse mehrfach im Stall geboren worden wäre und mehrfach hätte ans Kreuz geschlagen werden müssen, wäre damit die mehrfache Existenz eines jeden Menschen nachgewiesen. Dass man mit diesem Unsinn allein eine körperliche und selbstredend keine seelische Betrachtung anstellte, blieb den „Super-Philosophen“ und Kirchenpolitikern entweder verborgen oder aber sie blendeten es – der Politik willen – aus. Eine seelische Vervollkommnung, um den Bogen zurück zu spannen, tritt nur über mehrere körperliche Existenzen in verschiedenen Körpern und an verschiedenen Orten ein. Damit zurück zum Thema.

Als ich im Juni 2002 in China weilte, lernte ich in Xi’an einen Monteuer aus dem Schwabenland kennen. Er arbeitete für eine Firma, die nach der Montage einer Maschine noch die Mitarbeiter der Kundin auszubilden hatte. Nachdem sich dafür vorgesehene Arbeiter als unfähig erwiesen, nämlich in einem Produktionsschritt zwei Knöpfe gleichzeitig zu drücken, sollte die Maschine zurück nach Europa. Begründung: „Maschinn kaputt“. Nach langem Hin und Her und einiger Überredungskunst willigte die Firmenleitung schließlich ein, jeden Mitarbeiter an der Maschine zu testen. Tatsächlich fanden sich nur drei unter 250 Arbeitern, die es schafften, beide Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt gleichzeitig zu drücken. Auf meine Frage, was er denn dazu denke, antwortete der Monteur, dass er glaube, dass die Chinesen zumeist „Junge Seelen“ seien, die diese Fertigkeit noch nicht aufweisen würden. Sofort hakte ich nach: Dass er dies glaube, als Katholik zumal, mit der Lehre der einmaligen Existenz, würde mich doch mehr als überraschen. Er gestand mir dann ein, dass ihn diese Einsicht einige Überwindung kostete, er sich auf die Geschehnisse aber sonst keinen Reim machen könnte.

Weil wir nicht alleine waren, denn mehrere meiner Mitreisenden saßen mit am Tisch, fragte ich in die Runde, was denn die anderen von der Geschichte halten würden. Ich erhielt von allen die gleiche Einschätzung, obwohl ich in der Gruppe das einzige „Nordlicht“ war. Der Rest war aus dem Süden, kirchlich verwurzelt, katholisch erzogen und mit der Lehre einen einmaligen Existenz aufgewachsen. Doch hatten wir alle bereits zehn Tage China hinter uns und sahen auf gemeinsame Erlebnisse mit Chinesen zurück. Da hatte sich ein Jeder seine Gedanken über sich und die Einwohner des bereisten Landes gemacht, was nun ohne Absprache auf den Tisch kam. „Reisen bildet“, lautet ja ein bekannter Spruch, dem Immanuel Kant Einsichten hinzufügte, die wir in der Geschichte oben widergespiegelt finden. Er postulierte: „Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes, des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn, den allgemeinen Charakter. Wer dagegen nichts sah, was ihn in der Sphäre, worin er lebt, umgibt, hält leicht alles für notwendig und einzig in der Welt, weil es in seiner Heimat dafür gilt.“

Was lernen wir nun aus alledem? Zum Einen gibt es eine einmalige körperliche Existenz, aus der wir jedoch keine einmalige seelische Existenz ableiten dürfen. Zum Anderen finden wir, je nach Anzahl gelebter Leben, nicht bereits alle Fähigkeiten und Fertigkeiten in uns ausgebildet. Manches erschließt sich uns erst in späteren Existenzen. Deshalb gilt es, mit dem zufrieden zu sein, was sich uns in diesem Leben bietet. Es hat keinen Sinn sich zu grämen, wenn man nicht alles versteht und sich nicht bereits in diesem Leben göttliche Aufnahme verdienen kann. Es gilt, mit Gottvertrauen in die Zukunft zu sehen und sich über gute Taten eine gute Ausgangsbasis für ein kommendes Leben zu schaffen. Es gilt zudem, allen Menschen diese Möglichkeiten zu eröffnen, also für Nahrung, Kleidung, Wohnung und Bildung weltweit zu sorgen. Und es gilt, die Erde für viele Generationen in einen lebenswerten Planeten zurück zu verwandeln, also das Klima zu retten und den „Saustall“ hier richtig aufzuräumen. Schließlich sollte jeder Mann und jede Frau über die äußeren Umstände sowie entsprechende Bildung in die Lage versetzt sein, mit Selbstvertrauen die wichtigste Lebensaufgabe zu meistern. Vor dem Hintergrund, vermutlich noch nicht im finalen Leben angelangt zu sein, würde ich meiner Bekannten empfehlen, erst einmal zu entspannen. Denn das Leiden kündigt sich an und man kann sich dann über einen längeren Zeitraum hinweg überlegen, ob das eigene Selbst- und Gottvertrauen bereits ausreichen, für den Prozess. Übers Knie brechen, lässt sich nichts, was andererseits einer Lektüre der „Wahren Tetralogie“ dennoch nicht im Wege stehen sollte.

 

Nachtrag 1: Mit meinem Vortrag zum Sinn des Lebens, für Erkenntnisse und seelische Aufnahme brennen zu müssen, ändert sich für einen großen Prozentsatz unserer Bevölkerung nichts (oder zumindest nicht viel). Selbst für diejenigen, die meine Überlegungen strikt zurückweisen, ändert sich nichts – oder doch fast nichts. Denn die meisten Menschen interessieren sich ja ohnehin nicht für tiefergehende Fragen zur eigenen Existenz. Sie arbeiten nicht an sich, egal wer was vorträgt, sondern vegetieren vor sich hin, fragen allenfalls auf dem Sterbebett: „War das alles?“ Und das bleibt ihnen ja. Ebenso bleibt ihnen die Ungewissheit über die weitere seelische Existenz, also alles wie gehabt. Sie können dazu auch weiterhin mit fetten Autos durch die Gegend gurken, Dilldopp-TV gucken, Planeten leerfressen und alles kaputtmachen: Für sie gibt es nichts Neues, vielleicht zwischendurch eine Einsichts-Sekunde, dass diese Art des Lebens voll Scheiße ist – was man sich aber auch schon vorher hätte denken können. Schließlich reden wir nicht erst seit gestern davon, dass wir in kürzester Zeit auf der Nordhalbkugel sämtliche Ressourcen verbrauchen, die Umwelt zerstören, das Klima irreparabel schädigen, Böden, Luft und Gewässer verseuchen und so weiter. Die Verursacher dieser sinnlosen Zerstörung sind vor allem jene Mitmenschen, die ihren Spaß und/oder ihren Profit über das Gemeinwohl stellen. Weil sich aber für eben jene nichts ändert, braucht man mir umgekehrt ebenso wenig Vorhaltungen zu machen, nur weil ich den Einsichtigen unter meinen Mitmenschen von meinen Erfahrungen, Erkenntnissen sowie den Vergleichen mit den Aufassungen von Dichtern, Denkern, Märchenerzählern und Religionsstiftern berichte. Also Ihr Pappnasen: Konstruktive Kritik gerne, jedoch haltet Euch mit Angriffen sonstiger Art zurück. Und wo Ihr als Ignoranten bleibt, „geht mir dann mal am Popo vorbei“.

Nachtrag 2: Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben: Ich gehöre zu gut nur einer Handvoll Rätselmeister, die in der Geschichte der Menschheit namentlich fassbar wurden. Für Erkenntnisse gab ich (wie jene) beide Seelenteile aus; der erste wurde mir aus der Brust gezogen, der zweite mir in meinem Körper ausgebrannt. Nach einer Zeit der Seelenlosigkeit wurde meine Seele mit weiteren Erkenntnissen in meinen Körper zurückgeboren. Deshalb kenne ich seit zwanzig Jahren sowohl meine Lebensaufgabe wie auch meine Bestimmung. Daneben absolvierte ich im Übrigen mit sexuellen Erlebnissen die mittlere Meisterschaft, wie diese uns von alten Hindu-Meistern, dem Mahavira oder auch Buddha vorgestellt wurde. Darüber hinaus sammelte ich bereits zeitgleich göttliche Selbsterkenntnisse aus allen Meisterschaftsstufen hinzu. Wenn Sie also nun statt meiner einen anderen „Lehrer“ vor sich haben, so prüfen Sie ihn mit einer Frage, die Sie gerne an mich richten dürfen, ob er nämlich mit seinem Seelenheil persönlich vor Gott die Verantwortung dafür übernimmt, dass seine Lehre der Wahrheit entspricht. Fragen Sie das jedoch bitte keinen Idioten, der die Tragweite seiner Antwort nicht zu erfassen imstande ist.