Archiv: Januar 2015

Wie man Gott sucht…

17.01.2015 Allgemein, Lebenshilfe, Philosophisches, Politik Keine Kommentare

…oder warum es albern ist, Stephen Hawking danach zu fragen.

Die Sinn- und Gottsuche erfolgt seit Menschengedenken in immer gleichen Vorgehensweisen. Besonders in den alten Kulturen war es sehr beliebt, sich dazu auf Schamanen zu verlassen. Diese reisten mit ihrer Freiseele an mythische Orte, „große Schamanen“ sogar bis zur Herrin der Tiere. Deshalb finden wir ihre Darstellung schon in der jungsteinzeitlichen Siedlung Catal Höyük in der Türkei (als „Göttin auf dem Leopardenthron“), ebenso in Berichten heutiger „großer Schamanen“ etwa aus Sibirien. Laotse zitierte einen (großen) schamanischen Kollegen (vielleicht Huang Di ?) im sechsten Spruch des Taoteking mit: „Die Gottheit des Quelltals ist todlos, das ist die dunkle Tiergöttin. Der dunklen Tiergöttin Schoß ist Himmels und der Erde Wurzel. Wie endloser Faden verharrt sie und wirkt ohne Mühe.“ Man mag daran erkennen, dass wir es hier mit einer weltumspannenden, kulturunabhängigen, schamanischen Grundweisheit zu tun haben, die noch heute von „großen“ Schamanen reproduziert werden kann. Und wir konstatieren: Einen Weg zu Gott, auch wenn sich der Schöpfer dann als „Herrin der Tiere“ oder „Tiergöttin“ präsentiert, zeigt uns die Reise großer Schamanen mittels ihrer Freiseele auf.

Die zweite, nicht minder beliebte Vorgehensweise war oder besser, ist es, sich auf den mystischen Weg zu begeben. Deshalb kannten bereits alle alten Kulturen zwei Wege, oft ohne allerdings die nötige Tiefe für die eindeutige Präferenz zu erreichen. Der bereits erwähnte Laotse tat sich hier als erster „großer Mystiker“ vor 2600 Jahren mit seinem Werk „Taoteking“ besonders hervor. Bei ihm ist durchgehend von der „Führerin des Alls“ die Rede (zumindest in der zutreffenden Übersetzung Erwin Rousselles), wobei im 42. Spruch des genannten Werks in vertiefter Analyse eben jene Dame als eine Trinität aus FRAU-Mann-Liebe vorgestellt wird. Sie offenbart sich nämlich dem Gottsuchenden regelmäßig, wenn dann, als Frau, sodass seine Darstellung des führenden Weiblichen im All verständlich wird. Ebenso findet sich Gott als „Jungfrau, Mutter, Königin, Erdmutter, Mandy, Gertrud, Beatrix oder Martha“ bei Goethe, Nietzsche, Hesse oder Dante sowie dem Autor dieses Textes , sodass wir für den Bereich der vertieft erkennenden Mystik gleichfalls von einer Frauengestalt ausgehen dürfen. Wir konstatieren deshalb, dass sich Gott auf dem inneren Weg einem Sinn- und Gottsuchenden ebenso als Frau zeigen kann und – dazu erweiternd notiert – hierfür statt Seelenreisen wie im Schamanentum Seelenopfer notwendig sind. Beschrieben werden solche etwa bei Hafis, Goethe, Hesse, Nietzsche sowie in den Werken des Unterzeichners. Gibt es folglich bei einem (oft nur sogenannten) Mystiker kein Gottesbild, wie etwa bei Buddha, oder übernahm der Adept ein fremdes (zumeist patriarchales) unreflektiert, war er analog zum Schamanentum kein „Großer“, sondern bestenfalls ein Mittelklasse-Prophet. Im 41. Spruch des „Taoteking“ unterscheidet Laotse deshalb zutreffend in Große, Mittlere und Niedere Meister, wobei sich nach seiner Ansicht Letztere mit ihrem „gewaltigen Lachen“ über die Vorstellung einer weiblichen Gottheit selbst entblöden. Vor diesem Hintergrund mögen nun „Gotteskrieger“ den Herren Laotse, Hafis, Rumi, Dante, Goethe, Hesse oder Nietzsche nach dem Leben trachten – sie werden sich damit nur ihr eigenes Ende bereiten. Ganz am Rande notiert, wird der „zusammengesetzte König“ (so Goethe in „Das Märchen“) ohnehin in nicht ferner Zukunft in sich zusammensacken und die Menschen über seine erbärmliche Figur in Erheiterung geraten.

Doch zurück zu den Wegen zur Erkenntnis: Ganz und gar keine Einsichten, weder zu sich selbst noch zu Gott erhält der Adept, wenn er sich auf angerufene Geister verlässt. Denn er ist mit dieser Anrufung bereits verlassen, nämlich von allen „guten Geistern“. Sich dazu alternativ oder ergänzend irgendwelche Vorstellungen mittels aus dem Hirn gepresster oder aus den Fingern gesaugter Überlegungen zu machen, freut dann wiederum die Produzenten Hollywoods (und nur jene), weil sie mittels modernster Technik selbst den albernsten Blödsinn auf die Leinwand bringen können. Selbst hochgebildete Menschen bringen nämlich allein durch das Auswringen ihres Verstandes nicht viel Gescheites zustande, weshalb sich auch die „moderne“ Philosophie beim Thema „Sinn- und Gottsuche“ inzwischen ausgeklinkt hat. Zu guter Letzt darf von den fünf alten (Grund-) Wegen der Blick auf die priesterlichen Riten nicht vergessen werden. In diesem Bereich finden sich wohl Beispiele, dass etwa ein Menschenopfer (so für Regen) manchmal Wirkung zeigte. Andererseits stellten alte Völker wie etwa die Nasca oder andere untergegangene Kulturen unter Beweis, dass man trotz reichlich toter Mitmenschen bezüglich des Wetters oder anderer Phänomene wohl eher davon zu unterscheidende Ursachen unterstellen muss. Deshalb ist es heute sehr beliebt, Wissenschaftler nicht nur zum Thema Wetter sondern ebenso bei der Sinn- und Gottsuche zu bemühen, so den eingangs schon erwähnten Astrophysiker Stephen Hawking.

Doch besehen wir uns einmal die Leistungen der Astrophysik genauer, finden wir dort Theorien zum Beginn und zum möglichen Ende des Weltalls, zum Funktionieren des Alls im Großen wie im Kleinen, wobei sich diese oft widersprechen und keineswegs einheitlich sind. Dennoch werden wir womöglich in nicht allzu ferner Zukunft in der Lage sein, uns Bilder des Urknalls im Fernsehen anzuschauen, weil es ein Riesenteleskop im All geschafft hat, den Big Bang „auf Zelluloid zu bannen.“ Andererseits wird uns dieses Bild des Anfangs nicht viel weiterhelfen, denn wir werden nicht erkennen, was davor war oder danach sein wird. Mit anderen Worten, der Blödsinn kostet unnötig Geld und gibt allenfalls „astrophysikalischen Entertainern“ wie Stephen Hawking ihre Existenzberechtigung. Blödsinn ist es vor allen deshalb, weil wir ja bereits seit Menschengedenken wissen, dass es nur zwei Wege gibt, zu Gott oder auch den Lebenssinn zu finden, nämlich entweder mittels Schamanentum oder mittels Mystik. Die große Überraschung: Wir finden Gott also nicht auf Alpha Centauri, sondern nur in uns selbst.

Zum Wissen um die beiden alten Wege notiert, könnte man aus heutiger Sicht die Frage aufwerfen, ob man noch beider benötigt. Bei strukturierter Betrachtung erkennen wir dazu hinsichtlich der Schamanen überwiegend einen Erwerb von Welt- und Heilwissen, wobei Beides durch Wissenschaften heutzutage sehr viel präziser erarbeitet werden kann. Mystiker ringen dagegen um Selbst- und Menschheitserkenntnis, was mir bei den heute anstehenden Fragen zur Rettung des Klimas, der Böden, des Meeres, weiterhin Überlegungen zum Fortbestand der Erde wie des Menschen, dazu Fragen nach göttlicher Aufnahme et cetera, eher geeignet erscheint, am Ende die richtigen Weichen zu stellen oder den gescheitesten Weg vorzugeben. Vor diesem Hintergrund und unter Einbeziehung einer unsere Sinne betäubenden, irrealen Welt, gerichtet auf Geld und Macht, die deshalb allenfalls Reichen und Mächtigen gefallen kann,  präsentiert sich Stephen Hawking – trotz seines sicher anderen persönlichen Antriebs – als ein Entertainer zur Verblödung der Massen.

Weitere Texte zum Thema „Mystik und Wissenschaften“ finden Sie auf dieser Webseite unter den „Standpunkten“, insbesondere zum „Thema Wissenschaften.“