Archiv: November 2014

Zu den Strukturen von „Religion und Weisheit“

16.11.2014 Philosophisches, Politik 1 Kommentar

Was man auf die Schnelle mitgeben kann, sind einige Strukturen.

Zum Glauben: Glaubenslehren etwa lassen sich auf fünf Grundelemente zurückführen, als da wären: Mystik, Schamanentum, Okkultismus/Spiritismus, Priesterliche Riten sowie Philosophie/Politik. Ersteres ist der innere Weg, unter Umständen verbunden mit einem Seelenopfer, welches man zurückerhält. Das Zweite bezeichnet den äußeren Weg mit Seelenreisen, gegebenenfalls bis hin zur Herrin der Tiere. Das Dritte umschreibt unter anderem die Kontaktaufnahme zu Geistern ohne entweder mit der Seele zu reisen oder aber einen oder beide Seelenteile für Erkenntnisse auszugeben. Priesterliche Riten sodann sind selbsterklärend. Sie bedeuten nichts Anderes als Hokuspokus, entweder um die Gläubigen zu vernebeln oder aber um sich selbst zu betrügen. Philosophie schließlich ist an den Stellen vonnöten, wo der eigene Erkenntnishorizont nicht weiter reicht. Leider bricht denn auch an genau dieser Stelle Politik in das System, weil man sich mehr wünscht, anstatt zu wissen. Dies bedeutet zudem, dass wenig eigene Einsichten eines Religionsstifters viel Philosophie oder Politik in der Glaubenslehre zur Folge hatten.

Zu den Erkenntnissen: Kürzer und knapper als Laotse vor 2600 Jahren wird es nie wieder jemand auf den Punkt bringen können. Der alte chinesische Rätselmeister im 41. und 42 Spruch, zunächst vergröbert zu den verschiedenen Meisterschaftsstufen im 41. Spruch:

„Hört ein Hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend. Hört ein Mittlerer Meister von der Führerin des Alls, so nimmt er halb an, halb zweifelt er. Hört ein Niederer Meister von der Führerin des Alls, so lacht er gewaltig. Würde er nicht lachen, wäre es auch nicht die eigentliche Führerin.“

Nach Laotse nimmt also nur der Hohe Meister / die Hohe Meisterin Gott wahr und zwar als Frau. Der Mittlere Meister betrachtet Gott als etwas unpersönlich Absolutes und kann mit Gott=Frau wenig anfangen, während der Niedere Meister mit seinem Gottesbild „verheiratet bleibt“. Das kann einmal ein Götterhimmel sein oder aber die übernommene Vorstellung von Gott als einem alten Mann mit Bart.

Im 42. Spruch präzisiert Laotse sein Gottesbild, wenn es heißt:

„Die Führerin des Alls bringt die Einheit hervor, die Einheit bringt die Zwei hervor, die Zwei bringen das Dritte hervor, die Drei bringen die zehntausend Wesen hervor. Die zehntausend Wesen tragen daher rückwärts das Dunkle (das Yin).“

Bedeutet: Gott ist Frau, in weiterer Einsicht Frau und Mann, verbunden in Liebe. Die Drei sind der Menschenseele Ursprung, die deshalb zurückstrebt zu Gott. Und rückwärts wird denn auch aufgelöst, wie im Märchen „Die Sterntaler“.

Zu den Irrtümern: Wenn man weiß, welche Erlebnisse welchen Meisterschaftsstufen zugeordnet werden können, darf verallgemeinert werden, nicht aber vorher. So traf ich vor einigen Jahren eine Mittlere Meisterin, die mir sogar einigermaßen gefiel. Am Rande notiert: Damals wäre eine Verbindung wohl ungut gewesen und der liebe Himmel lenkte ein (sie verguckte sich nämlich in einen Tölpel). Heute wäre es wohl weniger bedenklich, denn ich habe alles Wichtige geschrieben und niemand redet mir mehr herein. Doch zurück: Sie verallgemeinerte damals unzutreffend aus ihrer eigenen Einsicht, dass Mörder und deren Opfer sich vor dem Leben verabreden würden und es daher keine Strafe für den Mörder gäbe. (Buddha formulierte vorsichtiger, doch nicht weniger bedenklich: „Es gibt keinen Täter, es gibt nur die Tat.“) Ich hielt ihr damals die göttliche Selbsterkenntnis eines Mörders entgegen, wovon sie jedoch nicht wissen wollte. Hinter ihrer (wie auch Buddhas) „philosophisch entwickelten Auffassung“ steht natürlich der Wechsel aus der Opfer- in die Tätersicht, ein notwendiger Schritt im Rahmen der Auflösung eines Opfererlebnisses gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Doch das Sich-selbst-Verzeihen und das dem Täter Verzeihen-Können ist beschränkt auf einen ebensolchen Prozess und kann nicht verallgemeinert werden. Mord ist kein Kavaliersdelikt, die Tat steht nicht alleine da und ein Mörder darf nicht erwarten, straffrei auszugehen. Wenn man allerdings von den verschiedenen Meisterschaftsstufen nichts weiß, entwickelt sich die eigene Philosophie hinein in fatale Irrtümer. Gleiches gilt im Übrigen für Wissenschaftler und deren nebulöse Ansichten über das Wesen der Mystik. Wer nicht auf Mystiker hört, sitzt denn eben auch schon einmal einem Irren auf. (An dieser Stelle erfolgt dann gerne mein Hinweis auf die Glossolalie, das Zungenreden ohne Zutun, Sinn und Verstand, ein Vorgang, der mir noch aus meiner Sturm- und Drang-Zeit im Gedächtnis geblieben ist: „Lalalalala.“)

Und mehr zu Strukturen gibt es etwa auf den „Startseiten“ und in meinen Büchern bei Amazon.

„Enne läve Kähl“

16.11.2014 Lebensgeschichte, Lebenshilfe, Pamphlet Keine Kommentare

Schon so manches Mal schaute ich in verdutzte Gesichter, wenn ich davon sprach, dass ich über Mystik schreibe. Dahinter steckte natürlich der Gedanke: „Er war doch früher immer ein netter Kerl, trinkfest und arbeitsscheu. Wie konnte das denn passieren, dass er ‚auf die schiefe Bahn geraten’ konnte?“ – Tja. liebe Freunde, erstens bin ich längst zurück und wieder mittendrin und zweitens gab es dafür Gründe.

Der Robinson-Effekt: Wie nicht wenige am eigenen Leib erfahren, nimmt das Leben nicht immer den erhofften Gang. Der Fachmann resümiert daher: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“ Folglich heißt es, mit den unerfreulichen Erlebnissen umzugehen lernen. Nicht wenige begaben sich daraufhin bereits auf die Sinnsuche, was ich ebenfalls gemacht habe. Mit allerdings einem Mormonen als Nachbarn, dem Königreichsaal und ein paar freichristlichen Gemeinden fast direkt vor der Haustüre, war die Abschreckung aus Richtung Christentum und US-amerikanischen Sekten groß. Ich wollte etwas über das Leben und meine Existenz in Erfahrung bringen, mich aber keiner Gehirnwäsche unterziehen. Ebenso wenig vermochten mich die Islamisten, die Esoteriker oder die übrigen Strömungen zu überzeugen. So hieß es: Bloß nichts mit der Bibel oder dem Koran veranstalten, bloß keiner Vereinigung beitreten, bloß keine „medizinische Hilfe“ mit Tabletten annehmen und keine Macht den Drogen. Folglich blieb nur eines übrig: Wie Robinson es auf der Insel versuchen, nämlich sich selbst helfen, mit Selbst- und Gottvertrauen.

Der „Nette Kerl-Effekt“: Als ich eine Weile unterwegs war, lief mir eine alte Bekannte über den Weg. Hoppla, dachte ich mir, könnte passen. Jedoch sollte sie zuvor ihren Kopf aufräumen, denn der Ehestand zwischen „Mit-der-eigenen-Geschichte-Verstrickten“ ist wenig bekömmlich, um nicht zu sagen, zum Scheitern verurteilt. Also, dachte ich mir, ich kenne mich doch aus, weiß alle meine Schlüsselerlebnisse und kann ihr deshalb mit sich selbst helfen. Pustekuchen, das Mädel wollte auf einmal nicht mehr und ich lag mit der Auflösung der Abtreibung darnieder. Man könnte auch sagen: „Da hatte ich wohl voll in die Scheiße gegriffen.“ Nichts also mit netter Kerl und helfen, sich selbst helfen war nun angesagt.

Der Langenfeld-Effekt: Vor langer Zeit hatte ich im Rahmen politischer Arbeit einen Philosophen kennen gelernt: Dieter Scholich. Er stammte gleich mir aus Langenfeld und hatte nach einer Prüfungsverordnung aus dem Jahre 1933 sein Examen gemacht. Statt Klausuren in den Lieblingsfächern gab es eine ganztägige, mündliche Prüfung vor einer Handvoll Philosophie-Professoren. Jeder der Herren fragte natürlich was ihm einfiel. Dieter absolvierte diese wohl schwerste Art des Examens mit „Sehr gut“. Denn Dieter kannte sich aus, komplette Philosophiegeschichte, sämtliche philosophischen Richtungen und Strömungen, die Werke der größten Denker aller Zeiten, alles gleich abrufbereit im Kopf. Mutmaßlich war er einer der fähigsten Philosophen aller Zeiten. – Und wir waren befreundet (bis zu seinem frühen Tod), weshalb ich in den Genuss kam, seinen philosophischen Ansatz der Rückbesinnung auf die Mystik kennen zu lernen. Und als meine Ausarbeitungen eine gewisse Qualität entfalteten, sandte ich sie ihm zur Stellungnahme. Durch seinen Zuspruch und seine anregende Kritik, nahm das weitere Schreiben dann den literarisch-philosophischen Verlauf. Dazu gehörte es auch, die eigenen Einsichten mit denen anderer Mystiker zu vergleichen. Auf diese Weise entstand, noch von Dieter kritisch begleitet das Buch „Die Mystik“, meine erste Auseinandersetzung mit Religionsstiftern und Literaten.

Der Weltverbesserer-Effekt: Nach dem Tode Dieters blieb die eingeschlagene Richtung des Vergleichs von Dichtern und Denkern einerseits mit Mohammed, Buddha & Co. andererseits. Gesammelte eigene wie fremde Erkenntnisse, dazu stetige Überarbeitungen und Verbesserungen erhellten schließlich die Strukturen. Mir deren Hilfe ließen sich im Rückschluss wiederum die bereits erzielten Ergebnisse überprüfen. Das führte ein ums andere Mal zur Überarbeitung meiner Werke. Schließlich wollte ich der Welt von meinem Wissen mitgeben, im Anschluss an politische Arbeit und das Wirken als Betriebsrat meinen Mitmenschen Hilfen bieten. Und so schließt sich dann wieder der Kreis. Man ist und bleibt nun mal: „Enne läve Kähl“.

Weitere Infos enthält auch der Beitrag „Über mich“ und zu meinen Werken hier der Klick zu Amazon.

„Du gehörst zu uns“

08.11.2014 Allgemein, Lebenshilfe Keine Kommentare

Vor etlichen Jahren saß ich einmal mit einem Niederen Meister (wohl einem Mörder, aber sei es drum) gemeinsam im Zug. Wir unterhielten uns, als der Zug in einen Bahnhof einlief. Gleich ihm fiel mir eine junge Frau auf, die eine dunkle, klar umrissene, jedoch „wabernde Aura“um sich herum zu haben schien. Uns beiden war sofort klar, dass es ihre Seele sein müsse, die sie dort offen dort zur Schau stellte. „Hast Du das gesehen?“ fragte er mich und da ich von ihm wissen wollte, was er sah, stellte ich mich dumm: „Was soll ich gesehen haben?“ „Na das Mädel mit der schwarzen Aura“, meinte er. „Natürlich“, kommentierte ich, „das war ihre Seele. Sie schamanisiert spontan. Und das Morgens vorm Frühstück. Unglaublich.“

Die junge Frau stieg darauf in unsere S-Bahn ein und stellte sich an die Türe. So hatten wir beide Gelegenheit, da sie im Zug verblieb, sie beim Ausstieg noch näher in Augenschein zu nehmen, Sie war sehr hübsch und tat mir irgendwie leid. Was ihr also „zwischen Tür und Angel“ auf die Schnelle mitgeben, ihr vielleicht den Seelenentscheid erläutern? „Mal eben schnell“ Hermann Hesses „Steppenwolf“ ins Feld führen? Wir mussten weiter, genauso wie die nur eine halbe Minute haltende S-Bahn. Ich entschloss mich, Ihr tief in die Augen zu blicken und ihr mitzugeben: „Du gehörst zu uns.“ Verbunden war dies mit der Hoffnung, dass sie sich ihre Entscheidung zum Geschlecht des leblosen Seelenkörpers noch einmal überlegen möge.

Als Goethe übrigens Schiller in Weimar traf, spielte Schiller mit dem Gedanken, sich mehr philosophisch (im Sinne der westlichen Philosophie) zu betätigen. Goethe hielt ihn davon ab und empfahl ihm das Literatentum. Wenn man so will, gab er ihm ebenfalls mit: „Du gehörst zu uns.“ Beide Empfehlungen sollen hier, da sie auf die Mystik verweisen, einmal erläutert werden.

Oben im Kopf der Seite finden sich neben meiner Person zur Rechten einige des Hervorhebens werte Literaten, die zugleich philosophisch-mystisch unterwegs waren. Trotz ihres Ringens um allgemein gültige Aussagen waren sie jedoch keine Philosophen im herkömmlich westlichen Sinne. Diese, uns allgemein eher vertraute Art der Philosophie, geht auf Plato zurück, der seine Lehre auf „wissenschaftliche Füße“ stellte. Damit wandte er sich im Übrigen von seinem „Ziehvater“ Parmenides ab, dem letzten bekannten großen Mystiker des Westens. Der hatte sich noch mit seiner „Traumfahrt“ als Mittlerer Meister ersten und zweiten Grades (Opfer und vermeintlicher Täter von Erlebnissen gegen die sexuelle Selbstbestimmung) hervorgetan. Am Rande notiert, wirft die Art des Vorgehens des Plato ein sehr schlechtes Licht auf seine Person, doch sei es drum. Wir finden jedenfalls unter den Literaten, damit quasi in die Fußstapfen des Parmenides tretend, diejenigen, die den Mut hatten, sich selbst zu begegnen. Männer und auch Frauen, die ihre persönliche seelische Existenz ausgaben für Erkenntnisse. Dagegen waren die „Jünger Platos“ irgendwie mit Handbremse (despektierlich gesprochen „mit Küttel in der Buchs“) unterwegs. Doch unglaublich, aber wahr: Die Große Mutter offenbart nur den Menschen Weisheit, die sich vertiefte Einsichten und Erkenntnisse mit Mut und ganzem Einsatz auch verdienen. Deshalb darf es uns nicht wundern, dass die moderne Philosophie nach zweieinhalb Jahrtausenden tief in der Sackgasse steckt. Ohne mystische Einsichten hat es sich nämlich irgendwann ausphilosophiert!

Brunnen in Brixen/Südtirol (von Thomas Roth)

Das Coverbild meines Buches ‚Die Mystik‘ aus 2002 zeigt den spiralförmigen Weg zur Erkenntnis und entstammt mystischer Sicht, ein Beweis für Genre-übergreifendes Denken.

Uns, die am eigenen Leben geschulten (hohen) Literaten, gab es dagegen immer, uns, die Künstler und Kulturschaffenden, mit unserer Denkschule viel älter als die westliche Philosophie. Betrachten wir mystische Fetische wie die Venus von Hohle Fels, die Venus von Willendorf, die Venus von Dolni usw. wird klar, dass es sich um Frauenfigurinen handelt, die auf mystische Eigeneinsichten zurückgehen. Den Mutigen, den dazu bereiten und den, mit den entsprechenden Erlebnissen vorbereiteten Adepten, offenbart SIE sich nämlich als Frau, und danach als eine Trinität aus Frau, Mann und Liebe. Zugleich erfahren Mystiker wie Mystikerinnen, ob ihnen nach diesem Leben göttliche Aufnahme winkt. Dagegen müssen Schamanen „wieder ran“, trotz schwerster seelischer Arbeit. Auch deshalb tat mir die junge Frau leid. Was wollen wir denn heutzutage noch mit Schamanen, insbesondere im Westen mit unserer modernen Forschung? Warum – trotz harten Ringens – sich um den Lohn des Erfolgs bringen?

Wegen ebenfalls erkennbar unsinniger Mühsal, die westliche Philosophie ist nämlich ohne die Mystik ein Auslaufmodell, überredete Goethe Schiller, sich für den literarischen Weg zu entscheiden. Dazu sind wir nun einmal Autoren oder Spruchdichter oder Märchenerzähler und manchmal Denklehrer, die ihre Erlebnisse in Literatur, in Spruchdichtung, Märchen oder Philosophisches packten. Nur sind wir keine (westlichen) Philosophen und dazu keine „Jünger Platos“. Denn statt mit einem „Küttel in der Buchs“ waren wir, die Literaten und Mystiker, immer mit Selbst- und Gottvertrauen unterwegs.

Liebe Leserin, lieber Leser: Wenn Du Dich also traust und Du wirklich möchtest, dann kannst auch Du zu uns gehören.

Der Paradigmenwechsel in der Politik

01.11.2014 Allgemein, Philosophisches, Politik Keine Kommentare

Jedermann spricht von der Notwendigkeit des Paradigmenwechsels in der Politik, aber einen tatsächlich haltbaren philosophischen Ansatz scheint derzeit niemand zu bieten. Das verwundert, da sich momentan genügend (geistig) unterbeschäftige Philosophen mit der Präsentation sämtlicher „ollen Kamellen seit Plato“ hervortun. Bei soviel Nabelschau aus Richtung Philosophiegeschichte sollte die Basis eines solchen Wechsel doch mit einiger Leichtigkeit aufzuzeigen sein, sollte man meinen. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus: Die Philosophie steckt in einer Sackgasse und die deswegen angehimmelte Hirnforschung bietet ebenfalls nur ein „Wie“ und kein „Warum“.
Um einen brauchbaren Ansatz in Richtung Paradigmenwechsel zu erhalten, soll hier einmal der Amtseid des Bundeskanzlers (der vorgeblich die Richtlinien der Politik in diesem Staat bestimmt), untersucht werden. Da heißt es: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ Lassen wir den ganzen Zinnober mit Gesetzen und dem anderen Blabla einmal außen vor und beschränken wir uns auf die Aussagen bezüglich des einzelnen Menschen: „…“
Wir stellen fest, dass der Mensch selbst nicht Gegenstand des Amtseides ist. Wir erfahren allein, dass „gegen ihn“ Gerechtigkeit zu üben sei und dies, obwohl von ihm (als Teil der Herde „Volk“) vorgeblich Schaden abgewendet werden soll. Es bleibt zudem offen, ob von Amts wegen natürliche und juristische Personen gleichbehandelt werden – sollen (?) Da sei einmal die Frage erlaubt: Sind Max Mustermann und Lieschen Müller vielleicht nur „Stimmvieh“, die alle vier Jahre zwischen Not und Elend wählen dürfen, während Politik allein für juristische Personen gemacht wird?
Eine am Menschen ausgerichtete Politik würde als oberstes Ziel formulieren: „Aufgabe der Politik ist es, dass ein jeder Mensch sein Ziel in der Welt erreichen möge.“ In diesem Satz stecken nicht nur Aussagen bezüglich Grundsicherung, Bildung etc., sondern zugleich solche bezüglich der Umwelterhaltung, Rettung des Planeten, Kreislaufwirtschaft usw. Ist es übrigens vor diesem Hintergrund von Belang, ob ein Jedermann sein Ziel formulieren kann? – Nein, es reicht, ihm die Möglichkeit zu eröffnen, es für sich herauszufinden.
By the way: Was wäre denn das Ziel? – Das letztendliche Ziel wäre, für sich in Erfahrung zu bringen, ob man nach diesem Leben göttliche Aufnahme (nach Buddha das Verlöschen der Seele) erreichen kann. Dies wird (noch nicht) Jedermanns Ziel sein können, weshalb der Planet noch für viele Generationen Heimstatt sich vervollkommnender Seelen bleiben muss. Erkenntnisse dieser Art gewinnt man im Übrigen aus der Auflösung der Abtreibung, in der unter anderem die Frage, ob Abtreibung Mord ist, zu beantworten ist. Dort lernt man jedoch überdies noch Vieles über die Seele (für die Psychologie nur eine Fiktion des Gehirns), etwa, dass die Seele von Gott (Frau) geboren wird, im ganzen Körper vorhanden und unsterblich ist, männlich-weiblich ist und sie zu Gott zurückzukehren sucht.
Wir lernen damit etwas über Gott im Großen (Frau) und Gott im Einzelnen (Frau + Mann), lernen etwas über die zwei Wege (zum Einen männlich – Schamanentum und zum Anderen weiblich – Mystik), etwas über den Grund, warum es Religionen gibt oder Phantomschmerzen etc. Aus diesen Einsichten heraus lässt sich zudem ein neues Politikbild entwickeln. Es ergeben sich folgende politische Forderungen: Eine Grundsicherung für alle Menschen weltweit, Selbstverantwortung jedes Einzelnen unter basisdemokratischen Strukturen, freier Zugang zu Bildung und Erkenntnissen, Förderung nach Mitmenschlichkeit, Wahrung der Menschenrechte und der Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit in Mystik oder aber Religion.
Was bietet uns stattdessen der Amtseid? Für den einzelnen Menschen: Nichts! Wir dürfen uns darüber hinaus nicht wundern, dass Politik im Wesentlichen für Unternehmen und Verbände gemacht wird. Das bedeutet für die Forderung zum Paradigmenwechsel: Wir brauchen die Neu-Ausrichtung von Politik zuvorderst am Menschen.