Archiv: Mai 2014

Das Goldene Holz in der Faltermühle

15.05.2014 Lebenshilfe, Philosophisches Keine Kommentare

Für die IG-KLM (Künstlergruppe Falter) hatte ich die Idee eines gemeinsamen Kunstobjektes, das alle Mitglieder einzeln vorstellt und die Gruppe als Ganzes zeigt. Nudelhölzer, ähnlich tibetischen Gebetsmühlen wurden hierfür angeschafft, individuell gestaltet und schließlich zu je sieben in ein Gestell gebracht. Das von mir gestaltete „Goldene Nudelholz“ zeigt den Text unten und zeigt die Absurdität der Gebetsmühle auf. Auf ihr ist nämlich zu lesen, dass man sich um sein Seelenheil selbst kümmern muss und wie man das zu machen hat. Drehen alleine hilft also nicht, man müsste den Text lesen und sich danach richten.

Faltermuehle

Sieben Rollen stehen für sieben Köpfe. Nummer 5 von oben ist mein Holz.

Fürs Nudelholz

Zum Lebenssinn (Pepe): Der Sinn des Lebens besteht darin, seine Seele zu vervollkommnen. Dies geschieht über die Auflösung von Schlüsselerlebnissen, die auf mystischem Wege zu verschiedenen Stufen der Meisterschaft befähigen. Im Einzelnen:

(Goethes Weg und Einsicht): Sprich nur dich selbst aus, wird schon Rätsel sein. Versuch einmal, dich innigst aufzulösen, dem frommen Manne nötig wie dem bösen. Dem ein Plastron, asketisch zu rapieren, Kumpan dem anderen, Tolles zu vollführen und beides nur, um Zeus zu amüsieren.

Das Schlüsselerlebnis dazu (Nietzsche): Alles am Weibe ist ein Rätsel und alles am Weibe hat eine Lösung: Sie heißt Schwangerschaft. (Daher sein Credo): Selig ist der also Schwangere.

Zu den Stufen der Meisterschaft (Laotse): Hört ein hoher Meister von der Führerin des Alls, so wird er angeregt und handelt entsprechend. Hört ein Mittlerer Meister von der Führerin des Alls, so nimmt er halb an, halb zweifelt er. Hört ein Niederer Meister von der Führerin des Alls, so lacht er gewaltig. Würde er nicht lachen, wäre es nicht die eigentliche Führerin. (Weiter zum Gottesbild:) Die Führerin des Alls bringt die Einheit hervor. Die Einheit bringt die Zwei hervor. Die Zwei bringen das Dritte hervor. Die Drei bringen die Zehntausend Wesen hervor. Die Zehntausend Wesen tragen daher rückwärts das Dunkle (das Yin).

(Pepe) Fassen wir zusammen: Gott ist eine Trinität aus FRAU, Mann und Liebe. Von den drei Teilen Gottes stammen die Seelen ab, die zurück zu ihr streben. Die Liebe ist dabei als Teil des Göttlichen in ihrem tiefen Wesen nicht erklärbar, zumal Gott mit ihr die Welt bewegt. FRAU und Mann bedeuten zudem zwei Wege, nämlich Mystik und Schamanentum, die durch einen Seelenentscheid voneinander getrennt sind. Dazu muss die Seele bei Auflösung von Schlüsselerlebnissen getrennt werden. Am Ende steht das Seelenopfer um Erkenntnis.

Zum Seelenopfer (Hafis): Bin ich lebend ohne Leben, mag es Wunder dich nicht nehmen. Denn wer würd’ der Trennung Stunden rechnen zum Betrag des Lebens. (oder:) Der Liebe Bahn ist eine Bahn, die keine Grenze kennt, und wo man Seelenopfer nur als Rettungsmittel nennt.

Zu tiefen Sinnstreben (Rumi): Einfach sind des Qur’âns Worte, doch zu ihren Tiefen hin führt durch die Erkenntnis Pforte anderer, geheimer Sinn. Und, auch dies ist nicht der Letzte, der des Wissens Drang erfüllt. Noch ein dritter Sinn, ein vierter liegt darin, nur Gott enthüllt. Siebenfacher Sinn verborgen, ruht in Gottes hehrem Wort, einer baut sich auf dem andren bis zur Endbedeutung fort. Halte nicht am äußeren Wesen: Adam ist kein Erdenkloß. Nein im Innern musst du lesen – du entdeckst der Seele Schoß.

Zum Umgang mit Erkenntnis (Laotse): Die Welt hat eine Gebärerin, das ist die Mutter der Welt. Hat man seine Mutter gefunden, so erkennt man dadurch sein Kindsein. Hat man sein Kindsein erkannt und hält sich wieder an seine Mutter, so ist man beim Untergang des Leibes ohne Gefahr. Schließt man die Ausgänge der Sinne und macht ihre Eingänge zu, so bleibt man bis zum Lebensende ohne Mühe. Wer (dagegen) seine Sinnesausgänge öffnet und seine Geschäftigkeit ordnen will, der wird bis zum Lebensende nicht heil! Kleinstes bedeutet Erleuchtetsein. Biegsamkeit bedeutet Starksein. Benutzt man (jedoch) sein Licht, um wieder einzukehren zu seiner Erleuchtetheit, so verliert man nichts bei des Leibes Untergang. Das heißt: sich erbmäßig kleiden mit Ewigkeit.